KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 3 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 98 (sequence 98)
- Language
- German
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98 (122) konstatieren (natürlich ohne ein ernsthaftes Wort der Mißbilligung): „Scherzend hat man schon auf einen eigenartigen, wehmütigen Zug um die Beine hingewiesen, der den Juden eigen sei."«) Oder: „Man spricht in Oesterreich in manchen Fällen von Moritzohren."* * * 8) Oder: „Man hat schon ausgeführt, den Juden eigne eine große Gewandheit, Gesetzeskonflikten aus dem Wege zu gehen oder sich nicht erwischen zu lassen."^) Oder: „Zwiefache Sittenlehre, die im Talmud (zu deutsch Lehrbuch) öfters einen solchen Ausdruck annimmt, daß dieses Zeugnis jüdischen Glaubens manchen nichtjüdischen Betrachtern schon wie die Verkehrung aller sittlichen Grundlagen ins Unsittliche vorgekommen ist."«) Noch viele Beispiele ließen sich anführen. Man beachte bei dem letztgenannten die belehrende Klammer. Denn das ist das Gefährliche in diesem Machwerk, daß es die Tatsachen meist richtig wiedergibt — es finden sich nur wenig eigentliche Fehler — und sie nur durch ihre Auswahl und Zusammenstellung verfälscht. Von den plumpen Lügen, geradezu erfundenen Zitaten und Fälschungen der üblichen antisemitischen Literatur hat sich Günther klüglich fteigehalten. Seine Schoßkinder sind, wie schon erwähnt, die Zionisten. Wenn uns etwas darüber belehren kann, welche Gefahr der Zionismus für den Kampf der deutschen Juden um ihr Recht bedeutet, dann ist es die Art, wie sie hier von Günther als Helfershelfer und Kronzeugen mißbraucht werden. Sein Buch endet in einem begeisterten Hymnus auf den Zionismus und auf der letzten Seite ist es mit den Bildern von Herzl und Rordau geziert. Noch eine kleine Eigentümlichkeit der Zitierungsweise Günthers sei erwähnt. In geschickter Art führt er mit Vorliebe die Werke seines Verlegers Lehmann an, und zeigt damit, daß auch nordische Menschen Geschäftssinn besitzen können. Einem großen Geist fällt es nicht schwer, das Widersprechende zu verneinen. Widerspruchslosigkeit von einem wissenschaftlichen Werk zu verlangen, ist jüdischer Starrsinn. So wundern wir uns nicht, wenn die Jüdinnen auf S. 426 ein besonders breites Becken haben, auf S. 432 aber „besonders häufig ein relativ schmales Becken". Einmal ist nichts so kennzeichnend für die Juden wie ihr einzigartiges Blut- und Rassebewußtsein, auf der anderen Seite sind alle Untersuchungen über sie so schwer, weil die Statistiken und Beschreibungen sich fast immer nur mit den „Juden mosaischen Glaubens" beschäftigen, nicht aber mit den anderen deutschen Staatsangehörigen jüdi¬ «) S. 426; °) S 428; 7) S. 457; 8) S. 457; scheu Blutes. Haben diese etwa auch das gepriesene Art- und Blutbewußtsein? Köstlich ist die Feststellung, S. 474: „Hochbegabte Männer sprechen sich in den meisten Völkern gegen den Juden aus, während da und dort mittelbegabte Menschen für die Juden eingetreten sind." Die Tragweite dieses neuartigen Begabungsnachweises läßt sich noch gar nicht übersehen. Die Schilderung der seelischen Eigenart des Juden krönt G. mit der Feststellung einer „scheinbar widersprüchlichen Vereinigung von Starre mit Wandelbarkeit". Bei solcher eoineiclentia oppositorum versagt das Verständnis eines etwa durch Logik verbildeten Lesers. Wie es wahrhaft mit dem Mute G.s bestellt ist, zeigt sich in der ganzen Anlage seines Buches. Was will er? Er will ein Pamphlet schreiben gegen Demokratie, Parlamentarismus, Sozialpolitik, Einheitsstaat und vor allem die krankhaft gehaßten Juden. Wie macht man das? Man schreibt eine Rassenkunde des deutschen Volkes, bei der die Ablehnung aller dieser Dinge erst nach langen Deduktionen als unabweisbares Ergebnis ernster, wissenschaftlicher Forschung schamhaft hervortritt?) So wird das gemeinste antisemitische Zerrbild vom Juden, das nur mit wenigen passablen Feigenblättern schwach verhüllt ist, herausgear beitet und der Vorstellung des Lesers eingeprägt. Es sieht mit den Worten G.s geschildert folgendermaßen aus: im allgemeinen Jüdinnen besonders fett; viele krummbeinige Juden; meist wulstige Lippen; oft dem Gesicht ein Zug beigemischt, der an die Lippenbildung von Kamelen denken läßt; bei manchen stehen die Ohren auffällig ab; häufig Fettauslagerung auf dem Nacken, jüdischer Haujtgeruch süßlich, negerische Blutbeimischung; Augenausdruck oft etwas Unstetes; Haltung meist unsoldatisch; häufige Plattfußanlage; blutmäßig bedingter Zug, das Mauscheln; hemmungsloses Streben nach persönlicher Geltung, Lispeln; gewisse Zusammenhänge zwischen Gaunertum und einzelnen jüdischen Kreisen; findig und gerissen; Ostjuden oft geradezu froschaugenartig und ausfallende körperliche Unreinlichkeit. Kurz, der Jude G.s ist ein Prachtmensch. Die Ostjuden haben es G. überhaupt angetan, d. h. fast alle deutsche Juden sind nach ihm Ostjuden. Die Südjuden, so nennt er die Sefardim, sind ihm in ihrer Entfernung viel sympathischer. Allerdings hat „man auch schon ausgeführt, die geistig bedeutenden Juden hätten fast alle einen stärkeren Beisatz nordischen Blutes gehabt." Die b) gegen Demokratie S. 294; gegen Parlamentarismus S. 399; gegen Sozialpolitik S. 390; gegen Einheitsstaat S. 409; gegen die Juden im ganzen Buche.