KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 93 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiederbelebung der eigenen Kraft zu pflegen, sondern dort, wo es unsere Selbstachtung erlaubt, auch außerhalb des K. C., sei es in Sportvereinen, sei es bei Wettbewerben, unsere Kräfte zu messen; es sind nicht die schlechtesten unserer nichtjüdischen Volksgenossen, mit denen wir dort in. Fühlung treten können. So sei uns der Sport der Weg, der uns aus inneren Konflikten wieder einer gemeinsamen Aufgabe zuführt, und eine Waffe im Kampf um unser Recht. Er weist in eine Zukunft, in der — nicht die politischen Gegensätze ausgelöscht sind, in der aber der Mensch wieder nach seiner persönlichen Leistung gewertet wird. Gründung einer K.C.-Dilfskaffe Von Ludwig Mayer (Lic., Rh.-Sil.) Der Geschäftsführende Ausschuß hat in seiner. letzten Sitzung mit sämtlichen Stimmen der anwesenden Mitglieder, vorbehaltlich der Zustimmung der auswärtigen Mitglieder, beschlossen, dem K. C.-Tag einen Antrag aus Gründung einer K. C.-Hilfskasse zu unterbreiten und den an anderer Stelle veröffentlichten Satzungsentwurf des Kartellbruders Erich Stern als geeignete Grundlage zu empfehlen. Es sei gestattet, über die Gründe zu einer solchen Stellungnahme hier in Kürze einiges auszuführen. Der Gedanke einer charitativen Zwecken gewidmeten Kasse ist innerhalb des G. A. schon seit längerer Zeit erwogen worden. Es waren Fälle besonderer wirtschaftlicher Notlage, teils von Kartellbrüdern selbst, teils ihrer Hinterbliebenen, zur Kenntnis verschiedener G. A.-Mitglieder gelangt, in denen jeweils nicht rechtzeitig geholfen worden war. Es war hierbei das Gefühl der Beschämung nicht zu verkennen, daß der Notruf nicht an den Verband selbst gelangt war, offenbar, weil das Vertrauen nicht bestand, daß er dort gehört werde. Es hat zwar von jeher Fälle gegeben, in denen der Notlage des einzelnen K.C.ers wiederum von einzelnen K.C.ern oder doch von einem beschränkten Kreise von K. C.ern, der dem in den Notstand Geratenen noch persönlich nahe stand, in aller Stille warmherzig abgeholfen worden war; es wird dies aber mit der zunehmenden Ausdehnung des Verbandes, in dem nicht mehr wie in früheren Jahrzehnten fast jeder den anderen persönlich kannte, immer mehr in Frage gestellt, ohne daß etwa die kartellbrüderliche Gesinnung und Hilfsbereitschaft als solche geschwunden ist. Wenn aber dieser kartellbrüderliche Geist bei der zunehmenden Ausdehnung des Verbandes nicht nur in der Theorie vorhanden bleiben» .sondern auch praktisch geübt werden soll, so muß dem Wachsen des Verbandes in die Breite eine besondere Einrichtung entgegengestellt werden, die wieder in die T i e s e wirkt und so einen Ausgleich schafft. Wenn auch zu hoffen ist, daß die Fälle dringender Not nicht zu häufig eintreten, so ist doch schon das Vorhandensein einer Hilfseinrichtung ein Wahrzeichen, an dem der brüderliche Geist innerhalb des Verbandes sich auswärts orientieren kann. Dazu kommt, daß es um zahlreiche Quellen schade wäre, die, wenn man sie nicht für ein kartellbrüderliches Hllsswerk fließend machen kann, versiegen oder nutzlos im Sande versickern. Es wurde insbesondere aus das rührende Beispiel hingewiesen, welches der Vater eines im Kriege gefallenen wertgeschätzten Kartellbruders gibt. Dieser Vater läßt, obwohl er selbst mit Glücksgütern nur spärlich gesegnet ist, keinen Geburts¬ oder Sterbetag seines Sohnes vorübergehen, an dem er nicht der idealen K. C.-Gesinnung seines Sohnes durch Zuweisung einer Spende, sei es an den K. C., sei es an die Verbindung, opfert. Es ist beschämend für den K. C., daß mangels einer besonderen Einrichtung solche Gelder in den allgemeinen Topf kommen und letzten Endes für Dinge Verwendung finden, die im Sinne des Spenders nebensächlich sind. Besteht erst eine Hilfskasse und wird der Gedanke praktischer Betätigung der kartellbrüderlichen Gesinnung auch auf charitativem Gebiete möglichst propagiert, — und dazu ist das Vorhandensein der Einrichtung selbst wieder Voraussetzung — so müßte es wundernehmen, wenn bei der überlieferten Gebebereitschaft der Juden zu wohltätigen Zwecken nicht auch innerhalb des K. C. Anlaß genommen werden würde, insbesondere bei freudigen Anlässen, auch derer zu gedenken, die einmal in Not geraten könnten. Wie erfreulich hatten sich vor dem Kriege die allerdings nur der Erhaltung und dem Ausbau der K. C.- Blätter dienenden freiwilligen Spenden entwickelt. Handelte es sich auch jeweils nur um kleinere Beträge, so war es doch keine Seltenheit, wenn der K. C.-Blatt-Redakteur, der diese Einrichtung ins Leben gerufen hatte, über Gesamtsummen von 100 Mark und darüber erfteut quittieren konnte. Wer diese alten Blätter hervorsucht, weiß, daß es im Leben des K.C.ers nicht an Anlässen fehlt, einer solchen allgemeinen Einrichtung zu gedenken. Der K. C.er, der seiner Angehörigen Wiederherstellung der ärztlichen Hllfe