KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 91 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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91 ciete des nations“ (F. lt. 3.) von Anfang an leichter gewesen ist, als in der C3E. Zum Ausgleich dafür bemühen sich die Vertreter der Mehrheitsgruppen der D. St. uns die Arbeit nach Möglichkeit zu erschweren. Sie versichern jedem, der es hören will oder nicht hören will, daß wir nicht die ganze deutsche Studentenschaft vertraten, daß also unsere Mitarbeit für den internationalen Verband ziemlich wertlos sei. Noch vor wenigen Wochen hat Herr Cesar den Kongreß der F. lt. 3. in Genf durch eine Note erfreut, durch die er versuchte, unsere Stellung zu erschüttern. So üben die Herren der Mehrheit in praxi „nationale Solidarität". Vom nationalen Standpunkt aus gesehen wird die Sache dadurch nicht besser, daß man in Genf mit einem mitleidigen Lächeln darüber zur Tagesordnung übergegangen ist. 3mmerhin bemühen sich die der F. lt. 3. angeschlossenen fremden Gruppen, durch freundliches Entgegenkommen und durch Rücksichtnahme auf die besonderen deutschen Verhältnisse uns unsere Arbeit zu erleichtern. So dankbar wir dies Verhalten unserer Freunde in der F. lt. 3. anerkennen, so stark bedauern wir es, daß die D. St. nicht endlich für sich die Konsequenzen aus unseren Erfolgen zieht. Daß die deutsche Mitarbeit in der F. lt. 3. nicht erfolglos gewesen ist, hat der diesjährige Kongreß der F. U. 3. gezeigt. Man kann ohne Itebertreibung sagen, daß die deutsche „Zentralstelle" maßgeblichen Einfluß in der F. lt. 3. besitzt, würde dies nicht der Fall sein, so hätte man wohl kaum den Verfasser in diesem 3ahr zum Präsidenten gewählt, denn er ist sich darüber klar, daß diese Wahl nicht eine Anerkennung etwaiger persönlicher Leistungen, sondern ein Ausdruck für die Anerkennung der Bedeutung unserer „Zentralstelle" ist. Das Arbeitsgebiet der F. lt. 3. ist naturgemäß beschränkt, schon der Name umgrenzt es. Aber die Arbeit der F. lt. 3. ist trotz dieser selbstgewählten Beschränkung nicht bedeutungslos, sie gestattet eine besondere intensive Bearbeitung der einmal gestellten Aufgabe, und diese Aufgabe ist um so wichtiger, je größer die Bedeutung des Völkerbundes für das nationale Leben der einzelnen Staaten wird. Wer einmal die Atmosphäre von Genf kennen gelernt hat, wird diese Bedeutung nicht unterschätzen. Gelegentlich der letzten Genfer Völkerbundstagung ist in der deutschen Ooffentlichkeit stärker als früher auf sie hingewiesen worden. Die Studentenschaft mit dem Wesen und Wirken des Völkerbundes vertraut zu machen, ist eine Aufgabe der F. lt. 3. und ihrer nationalen Gruppen, eine kritisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Einzelerscheinungen des Völkerbundes eine andere Beide Aufgaben werden ergänzt durch eine enge internationale Zusammenarbeit, deren Grundlage gegenseitiges Verständnis für nationale Eigenarten und Sonderwünsche bietet. 3ch will der Versuchung widerstehen, einen Vergleich zu ziehen zwischen den Ergebnissen unserer Politik in der F. lt. 3. und der C3E.-Politik der D. St. Es sei aber festgestellt, daß die erwähnte Beschränkung des Arbeitsgebietes der F. lt. 3. es uns unmöglich macht, das Fehlen Deutschlands in der C3E. auf die Dauer auszugleichen, daß wir uns aber freuen, infolge des ausgezeichneten und freundschaftlichen Verhältnisses zwischen C3E. und F. lt. 3. gelegentlich Schädigungen der deutschen 3nteressen, die durch das Verhalten der D. St. heraufbeschworen werden, Vorbeugen zu können. 3ch hoffe, daß in nicht allzu ferner Zeit auch die D. St. die Bedeutung studentischer Auslandsarbeit in ihrem vollen Itmfange erkennen wird, und ich glaube, daß eine stärkere Beschäftigung der „Minderheit" mit diesen Fragen dazu beitragen wird, diese Erkenntnis zu beschleunigen. Mas bedeutet uns der Sport? Dr. Walter Peritz (Thur.), Breslau. Wurde vor dem Kriege über Achtstundentag, vollkommene Sonntagsruhe und andere soziale Erleichterungen debattiert, so konnte man als Argument der Gegner oft hören, der Arbeiter würde die fteie Zeit doch nur benutzen, um noch ein paar Stunden mehr im Wirtshaus zu sitzen, als er es ohnehin schon täte; es würde dadurch also, im Gegensatz zu der beabsichtigten Wirkung, die Volkskraft nur geschädigt werden. Man bedachte eben nicht, daß der Arbeiter, eben weil er zu wenig fteie Zeit hatte, und weil ihn seine soziale Lage zu einem fteudigen und reinen Lebensgenuß untauglich machte, seine paar Pfennige in Schnaps umsetzte, um im rauchigen und stickigen Lokal seine „Erholung" zu suchen. Die Praxis hat gezeigt, wie unrecht jene Pessimisten hatten. Es kann doch kein Zufall sein, daß die politische Umwälzung, die ja einen Teil jener sozialen Forderungen erfüllte, auch einen ungeheuren Aufschwung des Sports mit sich brachte. Wenn man sieht, wie in Deutschland am Sonntag viele Hunderttausende junger Menschen ihrem Sport nachgehen, sei es auf dem Fußballplatz, auf der Aschenbahn oder im Ruderboot, Hunderttausende junger Menschen, die doch zum größten Teil, sich