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KC-Blätter · 1926-10-01 · Heft 5 (Oktober 1926) · p. Seite 79

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 5 (Oktober 1926)
Date
1926-10-01
Page
Seite 79 (sequence 21)
Language
German
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79 wegurig viele Juden, in die Führung. Versagt das gebildete Bürgertum in der völkischen Bewegung, so ist die Gefahr, daß dieselbe mehr, als auf die Dauer gut ist, in die Hände von Agitatoren gerat. In der völkischen Bewegung liegt die deutsche Zukunft. Darum hinein in die völkische Bewegung." Stapels Lehre vom „angeborenen Volkstum" fand natürlich in diesem Kreise Beifall und begeisterte Zustimmung. Die Tagung wurde durch eine Vollversammlung geschlossen, irr der als sogenannte „Potsdamer Grundsätze" die noch heute geltende „Zielformel der völkischen Akademikerverbände" angenommen wurde. Potsdamer Grundsätze. Die im deutschen Akademikertag vertretenen völkischen Akademikerverbände wollen nach folgenden Gesichtspunkten ihre Arbeit für das deutsche Volk und seine Freiheit weiterführen. 1. Wir wollen für das gesamte deutsche Volk das lebendige Recht, seine staatlichen Geschicke nach eigenem Willen zu gestalten. Es gibt für uns keinen Vertrag, der diesen Willen hemmt. 2. Wir wollen, gestützt auf die Wehrhaftigkeit aller Deutschen, den Schutz des deutschen Volkstums und die Erhaltung der deutschen Kultur überall, wo die deutsche Zunge klingt. 3. Wir wollen den Gemeinschaftsgedanken als Grundlage aller politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Arbeit und lehnen den Individualismus mit seinen Folgerungen ab. Unser Weg ist die Pflicht. 4. Wir wollen deutsche Führer für unser Volk im Staat, in der Wirtschaft, in Kunst- und Schrifttum, vor allem in der Volkserziehung. Wir bekennen uns zum deutschen Volksbürgertum. 5. Wir wollen in der Erneuerungsbewegung des deutschen Volkes die charaktervolle christliche Persönlichkeit erziehen, die die geistigen Grundlagen der Bewegung schafft und erhält. Zu dem äußeren Teil der Tagung sei bemerkt, daß nicht nur Vertreter aller der Arbeitsgemeinschaft angeschlossenen Gruppen, sondern auch offizielle Vertreter der meisten großen studentischen Verbände und Organisationen anwesend waren, u. a. hatte auch der Reichsftudentenausschuß der Deutschen Volkspartei, der ja dem. Hochfchulring als außerordentliches Mitglied angehört und sich auch sonst häufig an völkischen Aktionen beteiligt, offizielle Vertreter entsandt. Viele und gerade sehr wichtige Organisationen waren aber nicht vertreten, so wurde vor allem das Fehlen offizieller Vertreter des Cösener S.C. und des Kartells katholischer Verbindungen (K. V.) viel bemerkt. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß das Fernbleiben dieser Gruppen eine Folge des rechtspolitischen Charakters dieser ganzen Veranstaltung war. Die ganze Tagung machte mehr den Eindruck einer Kulturtagung der Deutschnationalen Partei, als einer Zusammenkunft überbündischer, aus verschiedenen Lagern stammender Akademiker. Dieser Eindruck wurde verstärkt durch die vielen, nicht dem akademischen Stande angehörigen Gäste, die auf einer solchen akademischen Arbeitstagung doch eigentlich überflüssig waren. So berichtet z. B. ein Passus des offiziellen Tagungsberichtes: „Unter den Gästen des Akademikertages sind noch besonders zu erwähnen die Vertreter der Potsdamer Reichswehrregimenter und die Repräsentanten der alten Wehrmacht, die in stattlicher Zahl der Einladung gefolgt waren, Gäste nichtakademischer Berufsstände — die durch ihre Arbeit mit den Zielen des deutschen Akademikertages verbunden sind — aus Landwirtschaft und Industrie, sowie Gewerkschaftsvertreter." Die leitenden Persönlichkeiten haben wohl diesen Fehler erkannt, und so war man bemüht, bei der künftigen Arbeit den Hochschulring etwas in den Hintergrund treten zu lassen, indem man als „Vorort" für das Jahr 1924/1925 und damit als Organisator des zweiten Akademikertages die politisch nicht abgestempelte überbündische „Vaterländische Vereinigung alter Akademiker des Wuppertales" wählte, die im übrigen als einer der arbeitsfähigsten, am besten durchorganisierten überbündischen Verbände im Reiche galt. Ihre Leitung, in der Hauptsache Korporationsstudenten, bot die Gewähr, daß die bisherige politische Linie auch weiter eingehalten werde, und man hoffte, daß die neutrale Fassade dieser Vereinigung dem unter ihrer Leitung geplanten nächsten Akademikertag eine stärkere Beteiligung auch aus bisher der Bewegung fernstehenden Kreisen sichern würde. Der zweite Akademikertag in Elberfeld. In dieser Erwartung sollte man sich nicht getäuscht sehen. Die Leitung der Vereinigung besaß organisatorisches Geschick genug, Männer aus allen Verbänden in den die Tagung vorbereitenden Ausschuß hineinzunehmen und damit die Mitarbeit vieler bisher abseits stehender Verbände, z. B. die großen katholischen Organisationen, zu sichern. Auch in den Reihen der alten und jungen Korpsstudenten suchte man Freunde, mit dem Erfolg, daß zwar offizielle Vertreter des Cösener S. C. auch diesmal nicht anwesend waren, wohl aber zahlreiche einzelne S. C.er sich an der Tagung beteiligten. Dabei

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