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KC-Blätter · 1918-04-01 · Heft 21 (April 1918) · p. Seite 1047

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 21 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 1047 (sequence 29)
Language
German
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1047 . verftSMgungsgemeinfchaft der Mischen Zugend-rganksationen Deutschlands. Am Dienstag, den?». März 1918, fand in Berlin im „Kaiserhos^ eine Zusammenkunft von Delegierten der jüdischen Jugend vereine aller Richtungen stau. Vertreten waren in erster Reitze der neutrale Verband jüdischer Jugendvereineder Verband-der nationalj üd ischen Jugendorganisation Deutschlands und die Arbeitsgemeinschaft der jüdisch-liberalen Jugendvereine. Als Gäste wohnten auch Vertreter der orthodoxen AgudaS jisroel bei. Auch die studentischen Verbände waren eingeladen und erschienen. Bon K. C.ern waren Georg Arnheim, Dr. Iosef Hirsch, I)r. Alfred Goldschmidt und vr. Felix Gold mann erschienen, Goldschmidt zugleich für die Großloge, Goldtnann als Vertreter der liberalen Arbeisgemeinschast. Zweck der Versammlung war es, eine Möglichkeit zu gemeinsamen Arbeiten aller Jugendvereine Deutschlands zu schassen. Die Geschäftsführerin des neutralen Jugendverbandes, Fräulein Or. Cora Berliner, hielt zu Beginn der Versammlung ein ausführliches Referat, in dem sie die Punkte zufammenfaßte, die nach ihrer Meinung für eine solche Grundlage sich eigneten. Hierzu gehörten, wie sie annahm, vornehmlich die äußeren und inneren Erziehungsaufgaben, die. sozialen und politischen Aufgaben der deutschen Juden und die außerdeutschen Ausgaben der Judenheit. Wenn auch gewiß in einzelnen Punkten eine allgemeine Zustimmung nicht zu erzielen gewesen wäre, — wir denken hier vornehmlich an die Palästinafrage - so muß man doch gestehen, baß das Referat eine Basis zur Verständigung sehr wohl abgegeben hätte. Auch die Punkte, auf welche der K.C! entscheidenden Wert legen müßte, so die Betonung des Kampfes gegen den Antisemitismus und des Strebens um Gleichberechtigung hatten ihre volle Berücksichtigung gesunden. Einer verständigen sachlichen Diskussion wurde freilich sofort die Bahn versperrt durch die Rede des Vertreters der zionistischen Organisationen. Herr Or. Löwenstein, der ja als Beamter der zionistischen Organisationen an hervorragender und einflußreicher Stelle steht, war mit der offiziellen Antwort betraut worden. Er hielt nun zum allgemeinen Entsetzen eine dreiviertelstündige zionistische AgirationSrede, in der er, um es klar auszudrücken, feststellte, daß der Zionismus nur an einer solchen „Verständigungsgemeinschaft" ein Interesse habe, welche sich vollständig auf zionistischen Boden stelle und keinerlei Entgegenkommen beanspruche. Er begrüßte mit anderen Worten eine Verständigungsgemeinfchaft, welche der zionistischen Organisation einen großen Propaganda-Apparat für ihre Ideen ersparen könnte. Der Redner, der sich übrigens auch vor der persönlichen Beschimpfung eines zwar Anwesenden aber nicht zur Verhandlung zugelassenen Gastes nicht scheute, der die unglaubliche Charakterisierung des Judentumes als einerkümmerlichen Religionsgemeinschaft" (!) sich leistete, räumte so radikal mit dem Programm von Fräulein vr. Berliner auf, daß, wie einer der nachfolgenden Redner ironisch bemerkte, nur die Schaffung von Bibliotheken als gemeinsame Aufgabe der Jugendvereine übrig blieb. Als neues verlangte er die Einrichtung eines Judenlages der jüdischen. Jugendorganisationen Deutschlands. Selbstverständlich konnten auf diesen Vorschlag die erschienenen Organisationen nicht eingehen, weil er nur durch eine Hintertür die Idee eines allgemeinen Judenwges einführen wollte, welche von der überwiegenden Mehrheit der deutschen Juden bereits verworfen worden war.; r Damitz wM? eigenGch?dex MendklM iEn^ Die Vertreter, des. Lihexalisnws^Aechtsanwaltz Litern, Or. SalHb erg ei:' und Or. G o ko manst tragen zMär in versöhnlichemGeistes für Me Schaffung irgend seiner Verständigung ein, letzlmer) der auch im Interesse desEentralverejns sprach, betonte freilich diejenigen! Punkte, welche alle nicht-zfonistischen Elemente in erster? Reihe als' Grundlage für 'die Berständigungsgemeinschast für notwendig - hielten, nämlich: Die ' Grund lage d es deutschen Bewußtseins^ Kampß geg^n den An- 1 isemitism üs, Arb ^itzfü^r die Gleichberechtigung. Von neuMler Seite sprach nöch^Or. Ri eg er im Sinne der Emheitt Der Fornr-nach sprach auch in versöhnlichem Sinne OrMartinBu-bei^ während er in derSache wider seinen Willen? L)el insFeuer goß, indem Ä: das „Primat des Judentums^ als Grundsatz vÄkündete, die Anschauung also, das jede Äragv in erster Meihs und nur von gesamt-jüdischen Interessen aus beurteile werden müsse, eine Meinung, zu der sich ganz gewißaüßer den Zionisten keiner bekennen konnte. .! Der Vertreter des K.C., Kartellbruder vr. Goldschmidt, versuchte, zu retten, was zu retten war> indem er wenigstens die Basis für eine spätere Verständigung durch Einsetzung einer Kommission schaffen wollte. Hiergegen erklärte sich der Einberufer und. Leiter der Versammlung, Herr Or. Apfel, ob mit Recht oder Unrecht steht dahin, und so mußten die Erschienenen ergebnislos auseinandergehen. . . 7 * > Die Verhandlungen werden als stenographisches Protokoll erscheinen und wenn, wie wir alsselbstverqtandlich annehmen, die Reden so wiedergegeben werden, wie siegehaltenworden find, wird die jüdische JugendDeutschlands klar erkennen, wo die eigentlichen Hinderen einer kraftvollen Gegenwartsarbeit sitzen und wer die Urheber der unseligen Zersplitterung sind. ES war ein hoher Beweis für die Selbstverleugnung und die Opsersreudigkeit der Mehrheit der Versammlung, da^siv trotz her Provokation des Or. Löwenstein, trrch.der. Gefahren, welche ihrem Standpunkte - von einer Berständigun^- gemeinschaft mit solchen Meinungen drohen'mußten, dem Gedanken sympathisch! entgegen kam. Der K. C., der nur mittelbarbeteiligt ist, da eine Zusammenfassung der studentischen Organisationen erst für spätere Zeiten in Aussicht genommen war, wiü» sich selbstverständlich die Selbstständigkeit feines HlmdelnS in keinem Punkte raub«r lassen, er wird, aber fraglos jedem Gedanken, der den Frieden bringen kann, feine volle Sympathie durch die Tar beweifeu. Die Verständigung wird kommen und sie muß kommen, wenn auch die, zionistische Jugendorganisation sich noch so nngeberdig zeigt. Daß die schroffe abweisende Stellungnahme der jugendlichen Damen und Herren auch inweiten Kreisen der zionistischen Organisation nicht gerade, besonderes Wohlgefallen, ausgelöft hat, ist ganz selbstverständlich. Wenn erst die Soldaten-aus dem Felde heimkommen und der harte Gegenwartskampf gegenalles Jüdische einsetzt, wird die bittere Sdrtwendigkeit die nationakundl die Einigkeit wird eines Tages vochavÄenfein und sich segensreich bewähren. G. Sauf- und SaufMauK. Das „Hamburger Israelitische^ Familienblatt" hat sich stark getroffen gefühlt und macht emen spaßhaften Persuch, es so daMstestchr, als ob wir eine Zensur (!) über seineMrMauungen ausnben. wollten. Natürlich-, ist uns daD niemals

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