KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 21 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 1044 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Hrodna 1× ep/1044655
- Slonim 1× ep/1000502
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1044 schauungen,dieerlehrte, lebte er auch. Und damit: mär Mn - VerhSltnis Z tzunz. Judentum Kestimmt... Er. gehörte micht.zu jenen Philhsophieprofesioren, die Wasser predigen und-Wein trinken, -die. von . der Höhe des Katheders herab Sittlichkeit, Treue *mb Persönlichkeitswert verkünden Änd hinten herum sichdie Professur durch die Taufe - erkaufen.: - Wäre Cohen nicht w^egew «seiner- Nicht zu bestreitenden und nicht zu unterdrückenden Hervorragenden philosophischen Bedeutung bereits im Alter von 34 Jahren ordentlichere Prosessor in Marburg geworden-: unKÄhLÜe man Mm die schimpfliche Zumutung des Mehertrittsugestellter würde ganz-gewiß ein Märtyrer seiner religiösen UebeiHeugung geworden sein. Der Reinheit seiner Gesinnungen gab Mohttli auch kjederzeit-einen kräftigen Ausdruck. ^Gr'^ war - keineswegs der Gelehrte, der in der Studierstube die - Welt vergaß, fondern er versuchte. die lebendige Verbindung zwischen dem philosophischen und religiösen Ideal und den Tatsachen des rauhen Alltags herzustellen. So griff er in die.geistigen Bewegungen des modernen- Judentums mit Entschiedenheit und Geschick ein. Selbst seine -sachlichen Gegner mußten die Reinheit seiner -Gesinnung und das Edle seines Charakters anerkennen. Schon in früheren Jahren-kämpfte er in hervorragendem Matze gegen den Antlsemjtismus, der auf Deutschlands Hochschulen Mtematisch genährt wurde, und in der setzten Zeit.beschäftigte ihn die Auseinandersetzung mit.der innerjüdischen nationalen Bewegung. Cohen mär nicht nur ein Jude von echtem. Schrot und Korn, sondern er war auch kerndeutsch. ' Er stellte in sich das lebendige Beispiel einer Synthese vor, in der Deutschtum und Judentum sich gegenseitig bedingen und fMern,.' . ... - T . In den Auseinandersetzungen, welche sich an -seine B roschüre über,-Deutschtum und Judentum" /schloffen,, hat-er auch zu unserer Freude in -den K. C.-Blättern das Wort ergriffenum sich mit eiyem der Hauptkämpen der national-jüdi. fchen . Propaganda ,in vprnehmster zviffenschastlicher . - und darum Überzeugender Art auseinanKerzusetzen. r Das Wirken Cohens aus jüdischem Gebiete bedeutet eine -Aussaat, die erst in Jahren ausgehen wird. Wer den Philosophen Cohen kennt ündseine geschloffene Persönlichkeit hat auf sich wirkenirlaffen- > weiß, daß seine Stellung zum Deutschtum im eNgsten Zusammenhänge steht mit seiner idealistischen Lebensauffassung. Cohen, der; greise Feuerkopf, der stets im-Herzen jugendlich-geblieben ist, kann wahrlich gerade der deutschen akademischen Jugend jüdffchen Glaubens eiMBorbild:Iimischwerer Zeit OÄeutemi Sein unbeirrter Idealismus, der ihn- Nicht; zu - unfruchtbarer Schwärmerei, sondern zu kräftiger Gegenwartsarbeit trieb, seine deutsche Gesinnung/ die er sich nicht rauben ließ, r weder durch; den Schimps des^ Judenfeindes/noch durch den Höhn dess Naiionaljuden, - sein jüdisches: -Bewußtsein, dassich auf tiefgründiger Kenntnis desIndens tumes ausbaute, sind ein wundervolles Erbteildas er uns, den Jungen, hinterließ.. Männer wie Cohen sterben, ader n sie vergehen--nichts Bewußt dem kühnen Flug seines WollenS in der Kleinarbeit des Tages zu folgen, ist?unser, der Jungen, Beruf. So wollen, so werden wir sein Andenken ehren 1; < Eindrücke vom russischen Zndentnm. Bon Rechtsanwalt Hans Block (Licariae), Hannover : z. Zt. im Felde. . Vom 15. Oktober 1916 bis zum 15/Juli 1917 bin ich im südlichen Teile des ehemaligen Gouvernements Grodno in der Etappe gewesen (seitdem dort an der Front)/ Ich bin.in Slönim in der Stadtverwaltung.beschäftigt gewesen — die Stadt zählte im Frieden gegen 30000 Einwohner, jetzt etwa die Hälfte ^, später in dem Landstädtchen Chomsk auf der Ortskommandantür, von wo aus ich dienstlich zu wiederholten Malen nach allen Richtungen über Land gefahren bin, ferner habe ich mich mehrfach in den Städten Baranowitschi, Antopol, Drohiezyn aufgehalten. In allen diesen Städten bilden die Juden 80 bis 95 Prozent der Bevölkerung. Wenn ich also auch nur in einem kleinen Teil des Okkupations- * gebiets gewesen bin, so habe ich doch besonders durch meine Tätigkeit in der Verwaltung Gelegenheit gehabt, ' die Verhältnisse der Mittelstadt, Kleinstadt und des Landes genau kennen zu lernen. Die Gegend östlich von Brest-Litowsk gehört nicht zu Polen, die christliche Bevölkerung ist weißrussisch und die dortigen Juden haben keine Sehnsucht, polnische Bürger zu werden. Sie behaupten, daß das polnische Volk antisemitisch esinnt sei, während sie für das russische Volk, as sie für gutmütig halten, Sympathien habende Zustände, unter denen sie bisher zu leiden gehabt haben, setzen sie auf das Konto des Zarismus und der russischen Regierung und Verwaltung. Aber auch von den polnischen Juden fühlen sie'sich verschieden in Dialekt, und Trachtin religiösem Empfinden und Kultur. Sie sprechen im Hebräischen das Cholera wie ein gedehntes e aus (die polnischen Juden sagen oi, wir au). Sie feiern also am „Reesch Hascbonok" und am „Jeem Kippur7', sie lernen biC y/TheeroM uni) freuen sich, wenn