KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 21 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 1042 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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1042 Me Sukvyst -er Mischen Nekgtom 'AZon!vr.'Karl-Elsas, (Lismxiae Rheno-Silesiae),, Vorbemerkung der Redaktion: Unser Ka'rteübruder I)r. E lsäs ist nicht mehr! Zn den letzten - schweren? Kämpfe hat. auch er sein - junges Leben Äs Opfer für das Vaterland hingegeben. Bor längerer; Zeit hatte, er den K.C.-Blättern den folgenden Artikel ' zur Verfügung gestellt, der-sowohl wegen feines Gegenstandes, wie auch vor allem wegen seiner einseitigen Tendenz? -trotz -seines unbestreitbaren Wertes füreinenAbdruck-incunserenBlätternnichtin Frage kam. Um seip Andenken zu ehren,.veröffentlichen wir. nunmehr..seine Zeilen. Aus ihnen spricht ein warmes und lebendiges jüdisches Gefühl,, ein so starkes Sehüen nach Wissen und Währhett, daß diese persönlichen Bekenntnisse den vielen Hrssgnden, .die um ihn traueM,. nicht vorepttzalten werden sollen. Sie werden Zeugnis ablegen von' dem Ernste und der Tiefe seiner Auffassung, von der Vortrefflichkeit seines Wesens." Es ist kein Zufall, daß einige der letzten Nummern unsrer Blätter Aufsätze brachtendie das Problem der Zukunft unsrer jüdischen Religion . berührten. Kein Zusafl deshalb, weil ja zweifellos die Ereignisse uüd Erlebnisse des Krieges eine Vertiefung unseres religiösen Innenlebens hervorgerufen haben. Man könnte sich sogar darüber-wundern, daß diese Umwandlung unseres Jnnenmenschen — die natürlich überall verschiedene Grade annehmen kann erst jetzt ihren nur andeutungsweisen Ausdruck in unserer Zeitschrift findet. Oder ist sie etwa nicht verpflichtet, oder gar nicht berechtigt, sich mit dieser Frage zu befaßen? Ich gebe es zu: man kann darüber verschiedener Ansicht sein. Aber ich sehe nicht ein, warum die Zugehörigkeit zum Verband für den einzelnen ein Hinderungsgrund sein sollte, seine private Meinung über dies Problem in unsren Blättern zu veröffentlichen. Wir sprechen über religiöse Fragen, nicht weil wir Juden mit K. C.-Tendenz, sondern weil wir Juden sind.? Aber was bedeutet das Wort: wir sind Juden? Es ist nicht Sache eines kurzen Aufsatzes, diese Frage kritisch beleuchten und eine Antwort auf sie suchen zu wollen, die den Anspruch auf Richtigkeit erhebt. Zumal zweifelhaft ist, ob die Lösung dieser Frage je gelingt) denn es handelt sich bei ihr im letzten Grunde um Fragen der Weltanschauung, und um die läßt sich ewig streiten. Ich rann daher bloß meine eigene Auffassung darlegen und mich der Aufgabe entheben. Gründe für sie zu nennen, weil diese dem, der sie nicht, gelten lasten will öder seiner innersten Veranlagung nach nichts kann, doch nicht stichhaltig wären. Für mich liegt-der Schwerpunkt meines Jude- Seins in dem Bekenntnis zur jüdischen Religion. Sie ist es, die den jüdischen Staat des alten Testaments aufgebaut, die der jüdischen SittenundMechtslehre^ dÄl Famillen^üttdEeseüschLftslebenMwohl An jeners ält--testamentbrischen9Zeit wies ist detz - späteren, JahrHurchertenfdes--rl^kiltz- und! desTZiaspörüiWriWrundlage gedient/: ihnen ihrön Steuchebäaufgedrückt4hat: Wem; anders als deVMeVsibn^iftbeS^LMnrtzu verdanken,' daß ,,daß^Mische/.Volk^ .üherhaupt. durchs hie Jahr» IjlmsenMeWWu. MchADsiWn. muß cheüte daß,, was bis voö eimgön Generanonen das Wesentlichste, ja das Wesen? wckr//zu einem bloßenWestandteil oder gar Zubehör öumkrempeln? Ich; sehe dazu weder' -eine; Notwendigkeit? noch eineinnere Möglichkeit, Mag sein, ich; würde anders? denken, wenn ich OsHude;r oder Nationüljüde wäre) aber wem'dieser Krieg nicht klar gezeigthat, daß er Deutscher ist-77 nun, es erübrigt sich, den Satz zu vollenden: es. handelt sich um Weltanschauungsfragen. Für mich bedeutet also ErhalMng des Judentums in erster-Linie, wennrauchlnicht ganz aus-. schließlich- Erhaltung der jüdischen Religion». Ist. sie denn in Gefahr, untechugchen? Ja. Oder enauer: wir deutschen Juden sind in Gefahraß sie uns verloren geht, soweit wir nicht zu der geringen Zahl der Strenggläubigen zählen! Den Beweis fürdiese ungemein ernste Behauptung erbringt die einfache UeberlegUng: Was an religiösen Anschauungen und Gefühlen, an Wissen von religiösen und rituellen Satzungen und Verständnis derselben haben meine Ureltern, Großeltern, was mein Vater gehabt, was habe ich selbst, und wieviel davon bin ich imstande, auf meine Kinder und diese wiederum weiter zu übertragm? Niemand kann leugnen, daß Mit dieser Stufenfolge ein« ÄbbröckelUngs- und Verwäfferungsprozeß umschrieben ist/ dessen Ende nur völlige Auflösung sein kann/ wenn nicht Einhalt geboten wird. Hier - Rat und Wandel zu schassen ist es hohe Zeit, die Aufgabe ist schwer, aber nicht unlöslich. Ein einzelner freilich kann hier wenig ausrichten; doch kann er Führer und Wegweiser sein) hinter ihm aber muß die Masse der Juden stehen, ihm freudig und begeistert folgend, im vollen Bewußtsein, daß ihrer Generation als Lebensaufgabe die Erhaltung unserer Religion gestellt ist, und daher getragen von dem festen und entschiedenen Willen, allen Schwierigkeiten zu trotzenzu retten was zu retten ist und neues Leben; ersprießen zu lassen aus dem alten Baum, dem „Bäum des Lebens", auf daß er von nun an nie mehr verdorre. ' $ i: V th,1 Ob der; Führer, dessen wir bedürfen, heute unter uns letzt, wissen-wir nicht. Gleichviel: Jhm als Vortrupp Vorarbeiten müssen schon wir heutigen; und wir könnendes, denn das) große- Ziel' steht fest. -Wir müssen unsre-Religion, die strK