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KC-Blätter · 1918-04-01 · Heft 21 (April 1918) · p. Seite 1041

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 21 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 1041 (sequence 23)
Language
German
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1041s 4 MeniHü-en? kennzeichnet Tiefen des Denkensders;Ehrist Würde, der; Person: Das ungefähr gäbDeine Formel^ruJch vergleiche nichtich will auch! nicht abwerten: ichx stellen nur fest:, ä Für die Lösung, des Problems ist-aber damit schon etwas gewonnen) die Unterschiede sind klan An dieser Melle — bdvor ich rvettergehe—^ mögen mir zwei Einschaltungen gestattet sein: Zunächst: bei der Fülle aller Lebensumstände ist es selbstverständlich, daß die Typen nicht immerh mit der oben gezeichneten Schärfe austreten. ES^gibt -7wie erwähnt Juden mit christlichem Wesen,, und Christen, deren Art sich einem jüdischen Typ nähert. Bitter jedoch wirkt die.' von allen gemachte — Erfahrung, daß Jüden mit christlichem Wesen (und Aussehen) leichter durchs Leben gehen, mögen sie als Menschen noch so wertlos fein. Widerstände, die eines Juden Kraft zersplittern und vom großen Ziel ablenken können, fehlen säst ganz. Also spielen diese Aeußerlichkeiten die größte Rolle? Machen es Mehr die dekorativen als die intuitiven - Kräfte beim Volk der Denker und Dichter? — Interessant ist, daß es eine bestimmte Sorten Christen gibt, (im Kaufmannsleben besonders), die der scharfe und witzige Berliner als fremde Erscheinung erkannt hat und „weiße Indens. nennt, Damit werden alle Christen bezeichnet, die auffallend klug, aber in rücksichtsloser Ausnutzung dieser Fähigkeit unbeliebt sind. Sie bleiben allerdings eine Ausnahme, aber die Tragik ist (Tragik wirklich im klassischen Sinne!),. daß den Juden das Unangenehmste laut zugeschrieben wird. So wird ein Gegensatz künstlich geschaffen, der an sich nie vorhanden war, denn Unterschied ist noch nicht unvereinbarer Gegensatz) weiß erfordert nicht unbedingt schwarz als Gegenbeispiel. Persönlich bemerke ich,, daß ich eine ganze Anzahl Arier vom besten Blut kenne, denen wundervolle Schärfe deS Denkens eignet und die mir als Menschen wert und teuer sind. Besonders im Krieg (er hilft. ja, diese Aeußerlichkeiten abstreifen) fand-ich Kameraden, deren Klugheit und Herzensgüte mir stets in Erinnerung bleiben wird. Tiefe des Denken-, Würde der Person sind niemals Antagonismen. Höchstens eine Relativität (umgekehrt in ihre Stärke) ließe sich manchmal finden. Sodann sage ich ausdrücklich, daß ich lediglich von dem Deutschland, das ich z. T. beobachten konntesprechen will -- nur vom Lande und der Stimmung der letzten 20 Jahre. Und dabei auch nur von der Masse. Denn allen Leuten, die durch Geburt- Macht, Reichtum oder Wissen über die Menge stehenbietet sich das Lebensbild, .in, anderer Belichtung^ dar. Ehr Prinz, der Erbe Krupps, ein Millionär, ein Reichskanzler, ein wahrhafter Dichter, ein Gelehrter stehen in einem anderen Kreise, und ihnen erscheint ein Problem wett weniger wichtig und nahe, als uns, da wir ihm täglich begegnen, mit ihm ringen und d o rt die besten Kräfte zersplittern. Schon die „Großen der Judenhett", Ballin, Liebermann, Rathenau u. a. scheiden bei der Darstellung aus, ebenso hoher Adel und Familien von alter Macht, Stellung und Reichtum. Restlos scheidet aus die militärische Beziehung). hier, wo Millionen sich zur Erreichung eines Zweckes zusammenfinden, müssen z. T. andere Grundsätze maßgebend sein. Wenn Juden grade hier die bittersten und meisten Enttäuschungen erleben, so find Dinge daran schuld, die später zu erörtern sind. Aber wohl darf ich sagen — und eine kleine Erfahrung bestätigt es — daß Juden im Heer erst recht zu verwerten sind. Ist nicht ein Feldherr wie Hindenburg höchste Geistigkeit, stärkste Tiefe im Denken? Alfred Graf Schlieffen (der zuerst das Wort von der Leere des Schlachtfeldes sprach) und von Freytag -Loringhoven (ähnlich auch Clausewitz) verlangen vom Führer Phantasie und Intuition. Daß solche Eigenschaften dem deutschen Adel jüdischen Glaubens mangeln, ist mir nicht gegenwärtig. (Nebenbei: gleiche Eigenschaften verlangt daS Schachspiel. Und zwar so, daß I. Miefes einmal sagen konnte : „jedes Schachspiel ist ein Blindspiel.") Davon ein ander Mal mehr. Bei meiner Darlegung habe ich schließlich auch nicht grade an die ärmsten Schichten gedacht. Wer — ein Fürst — nichts mehr gewinnen kann, oder wer — ein armer, alter Mensch — nichts mehr zu verlieren hat, der hat an diesen Fragen, wie überhaupt, kein Interesse. Nur die mittleren Schichten, denen die Wellen des Lebens noch zutragen oder nehmen können, nur Menschen, die noch eine Sehnsucht haben, sind voller Schwung und kampfbereit. An sie denke ich, vor allem an die, in mittlerer Vermögenslage befindlichen Akademiker, Kaufleute, Beamte, denen ein Wunsch noch vor Augen steht,'sei es ein Orden, Beförderung, Stellung, Titel, Einfluß oder auch — ein Ehegatte. Mit anderen Worten: wer um einen Herzenswunsch, von den guten Willen, n icht aber von gesetzmäßigen, objektiven Denken der anderen abhängt. Ihnen allen, denen das Leben in Wahrheit ein Kampf ums Brot ist, gilt meine Darlegung. Fortsetzung folgt. # *

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