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KC-Blätter · 1918-04-01 · Heft 21 (April 1918) · p. Seite 1040

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 21 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 1040 (sequence 22)
Language
German
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machthoS, Minderhett « b!eW>^kyM sie vhM Meefürchtung um das eigene Myhl MißachtBI)perdey. Als * Mitglied einer ungeheuren Menschenmasse bedrückt, ihn gar nicht Sorge/- imIStaatSleben? irgendwo ein Amt zu finden oder eineStellung, umkleidet von der Autorität des Reiches. »Ist« dies nicht der Füll, so kann er, eben weil zur: Mehrheit gehörigan mehr Türen als ein Jude klopfen und ein überwiegendes -Plus mn MW werbsrnöglichkeiten finden, l Ist esjLer Bundesstaat nicht, so?ist es das Reich/ ist-r eS nichtr dich Heimatdanndie Kolonien: Die u Kaiserlich^ Werst braucht ebenso Leute wie Schichau öder- Krgpp. DaS ° Landheer; bedarf der Menschen ebenso wie die Marifle. So bleibt er ruhig, M kanns ja abwarten. Er gibt sich zurückhaltend, beherrscht bis zürn* Lauern aus Blößen i des. Gegners oder auf neue, leichtere Lebensbedin-? gungen. Sein Wesen — Auftreten und Aeußeres — wirkt farbloser und ---- dies ist entscheidend^ — der großen Masse angenehm, weil vertraut. Mit einem Wort: er „fällt nicht auf". So kann, er auch leichter Anteil an Politik und Oeffentlichkeit nehmen/ irgend einem Teil der. Menge ist er gut bekannt und wird „ihr" Sprecher. Einfluß auf die Leitung des Staatswesens kann er gewinnen, Freunde und Familie stehen vielleicht auch hierzu in Beziehungen— wer fühlt sich da nicht ein wenig, sei es nur ein klein wenig gern als Herrscher, als Enzieher, als Mensch von höherer Art mit angeborener Autorität. Auf innere Werte braucht man nicht besonders bedacht zu sein — die stumpfe Masse errät diese ohnehin gar nicht. Dagegen auf Ansehen, Aussehen und Macht, weil man damit — und auch leichter — Menschen in seinen Willenskreis zwingen -kann. Die Menge -soll etwüs sehen, das vblenkt und einnimmt: panem? et circenses. Glätte, Prunk und leichtfaßliche Worte. - Das rein Aeußerliche wird wesentlich und verleiht Gewalt. Gewalt, Autorität aber liebt kein Zögern, kein langes Nachdenken oder gar eine ausführliche Darlegung, die vielleicht angreifbar wäre. „Begründung ist unaristokratisch", sagt Oscar Wilde in seinen Sprüchen — Wilde, der Sohn des Landes der hochmütigen Kälte und des gesellschaftlichen Abschlusses, — des Landes, das sich heute Autorität über alle anderen anmaßt, , :T- Eine kurze Formel genügt, ohne jede Begründung, mag sie auch dem einzelnen Gewalt antun, mag auch die notwendige gegenständliche unmittelbare Anschauung der Dinge fehlen. (Vom „grünen Tisch" gM urteilen). Rasch und knapp -entscheidet der -Gebieter, der als Autorität erscheint und diese durch Würde und beständige Entfernung von der Miser«. eontribuens plebs vergrößert. Man zeigt Laune, denndiese ^-auch -künstlich rangeeignetmacht den-anderen unsicher, wenn nicht gär ängstlich. Man klammert sich-eng an Buchstabendenndies erweckt den Anschein .des Könnens und der wissenschaftlichen Genauigkeit.' - Selbstbeherrschung ist wohl notwendig,, aber nur, um den anderen zu beherrschen, um den Willen des anderen mit allen Mitteln zu brechen. Das Ergebnis auch solcher Faktoren ist bestimmbar. ' -; ' Ruhig und sicher verläuft, die Entwicklung eines solchen Menschen) Unauffällig lebt er Tm großen und doch vertrauten Kreise, durch keine Äeußerlichkeit geschieden. Auf Leistungen des. Intellekts wird nicht übermäßig Wert, gelegt. Das 0ov nohxix6v sich dagegen entwickeln; und mit schauspielerischen, leichteren' Mitteln Erfolge erzielen, ohne, den Denkapparät noch in Bewegung zu sehen. Das Wesen ist freilich auch hier nicht entscheidend, wohl aber die Richtung des inneren Molleris. Und diese geht, auf dem raschesten Wege der Macht zustrebend, nach Distanz, nach Üeberhebung durch Ansehen bei anderen, nach dem Glorienschimmer des. geborenen Herrschers,, aus vertrauter Volkes Mitte emporsteigend 'Würde der Person, das kennzeichnet' den augenblicklichen deutschen Nichtjuden, so wie ich ihn sah. ' Obige Darstellung, aus langen Einzelerfahrun gen gewonnen, hat keine bestimmte Person im Auge, aber sie trifft-im Grundzug alle: den Postboten wie den '-Reglerungörai,'^ den Kaufmann (— und Handelsrichter) wie den Arzt (—- der in einer Vermaltungstähigkeit zu tun hat). - In der Entwicklungslinie einer solchen Richtung liegt baS Aeußerliche. Die Neigung, nUr für das Auge zu arbeiten und das Leichtsaßliche überall in den- Vordergrund zu stellen. Daher die Hochschätzung der Form, die unter Umständen am Inhalt vorbeigeht und jedem, dem Klugen wie dem Dummen eine Maske vorbindet. Zweifellos ein richtiges Prinzip zur Massenzüchtung von Durchschnittsmenschen und ein Halt für schwache Naturen. Doch eine Feffel für alle .groß angelegten selbständigen Charaktere. Die besonderen Borwürfe, die man im Auslände gegen die christlichen Deutschen erhebt/ sinh mir-bekannt: laxe Auffassung der Geschlechtsmoral, Neigung zum Genuß von Alkohol, allzu große Schneidigkeitich mag diese Dinge nicht anführen, denn sie sind — philosophisch und menschlich gesprochen ganz unwesentlich, und auch veränderlich. Außerdem aber — ich will jede Verbitterung vermeiden, mir kommt es . auf gMere Dinge an, aus Verständigung.;

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