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KC-Blätter · 1918-04-01 · Heft 21 (April 1918) · p. Seite 1039

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 21 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 1039 (sequence 21)
Language
German
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vermitteln zu können zwischen Person und Person, Person und Sache. . Diese Fähigkeiten, durch jahrhundertelangen Druck verstärkt)« hüben das erzeugen müssen, was eine neiderfüllte, stumpfe Masse injtt; Mnschmieren- Händlerjüm^^ bezeichnen will. AebrigenSdasi die Juden von Natur aus Händler seien, ist natürlich-ÄnfiE Im Anfang waren sie alle — wie in allen kleinen Staatswesen Landleute,Acherhauer. Das beweisen die alten Ermittlungen und Ueherlieserungen aus biblischer Zeit ebenso wie so mancher religiöse Brauch. Nach her gewaltsamen Zerstreuung gezwungen, sich ln fremden, längst vollendeten Staatsmesen anzusiedeln, gingen sie naturgemäß dorthin, wo sich für eine größere Anzahl von Familien die besten Lebensmöglich, ketten fanden, d. h. in die Großstädte, die verschiedene Bedürfnisse und stets, neue Erwerbslagen schaffen. Die.ertragfähige Scholle in diesen schon fertigen Staaten war bereits verteilt; dort gab es für Neuankömmlinge keinen Raum. Somit: von Außen kommend, fremd in Erscheinung, zum Handelsverkehr gezwungen, in Großstädten aneinander gepreßt, mit alter Kultur ausgerüstet —' wie konnten sich die Juden andeA entwickeln? Würde, man heute einen kleinen Stäat mit Kultur, z. B. Luxemburg oder Holland, zerstören und die Einwohner über Europa verteilen, kein anderes Bild könnte diese künstliche Züchtung ergaben. Dieser Merkantilismus ist nichts Besonderes — reich werden und ün belästigt von Sorgen durchs Leben gehen wollen alle, Christen mehr noch als Juden. Natürlich hat der Jude stark das Verlangen, reich zu sein. Dem Einflußlosen eröffnet lediglich Geld und Geldeswert einen Weg, auch im Staat seinen Willen und einige Wünsche durchzudrücken. Sonst wäre er ja überhaupt nichts mehr. Geld, das leichteste Tauschmtttel, vermag oft zu bewirken, was dem mühenden Geist versagt bleibt — eine Erfahrung, die auch dem christlichsten StaätSwefen nicht mehr fremd ist. Den deutschen Juden aber — ich wiederhole es tausendmal — drückt zuerst seine seelische Not und macht das Fremdartige in seiner Erscheinung: Der Hungernde im Kreise saturierter Existenzen. In der Entwicklungslinie der gedanklichen Tiefe liegt noch anderes. Die Wärme, die Leidenschaftlichkeit, mit der der „jüdische Doktor", der jüdische Anwalt sich der Schutzbefohlenen annimmt. (H. St. Chamberlain macht in seinen „Grundlagen des XIX. Jahrhunderts" daraus die Neigung zur „Uebertreibung" von allen Völkern, bei denen Juden Einfluß gewannen) Wer aber weiß nicht, wiebeliebt der jüdische Arzt und Anwatt sind, insbesondere auf dem Lande, bei der bäuerlichen Bevölkerung?! Das psychologische Verständnis' für die Nöte anderer bringt diese Herzenswärme mit sich. Wer gewohnt ist, zu zergliedern, wer von Erkenntnis und Erfahrung erregt, feine Gedanken aussprichtmag wohl wärmer werden als einer, dessen Wollen anders eingestellt ist Der Jude hat Wärme, volles Entgegenkommen, sogar biS zur Aushebung der Distanz. Man beachte dies für sstäter.) Bsele empfinden diese Wärme gern und — wenn auch mit spöttischem Unterton — das „jüdische Herz^' -ist fast sprichwörtlich geworden. Das Dienstpersonal z. B. geht oft deshalb gern in jüdische Häaser. — So mußte auch die politische Neigung der fähigen, aber unterdrückten Juden nach links gehen: nicht etwa, um sich selbst unter dem Deckmantel der „Gleichheit" emporzuschrauben, als vielmehr um gebundene Kräfte anderer mtt seelischem Verständnis zu lösen. (Vgl. Leop. v. Wiese, Liberalismus der Zukunft, Neue Rundschau, 7. Heft, Juli 1917, S. 868.) Nebenbei: im Juden, insbesondere in denen der besitzenden Klasse, steckt absolut nicht- Revolutionäres oder gar. Staatsfeindliches. Im Gegenteil: wer besitzt, hat ja das meiste Interesse daran, daß alles so friedlich bleibt. Aber seine Gabe^ daS Wesentliche aller Dinge zu ersoffen und nicht am Kleinen, an Aeutzerlichketten zu haften, macht ihn ungeduldig. macht ihn zum Vorkämpfer für eine neue Idee und damit Kämpfer gegen erlogenen Ruhm, ererbte Stellung, hohlen Titel und faule Bürokraten. Wer scharf sieht, kritisiert scharf. Aber eben, wer sein Vaterland liebt, will es nicht verdorren lassen. : Die übrigen Vorwürfe gegen den modernen deutschen Juden sind nebensächlicher Art. Ich will sie nicht ansühren. Denn für sie ist typisch, daß sie ausnahmslos auf rein persönlicher Verbitterung oder Neid beruhen. Oder — aus Aeußerlichkeiten. Oder — und das am meisten — aus Dummheit, auf Nicht-Wollen und Nicht- Können der übersättigten Menschen, der Seelen ohne Schwung und Ziel und Sehnsucht. Denn — ich wiederhole —- den Juden als solchen zeichnet die Tiefe des Denkens. Wie nun stellt sich das Leben der Nichtjuden im heutigen deutschen Reiche dar) welches sind die ihn beeinflussenden Tatsachen? Aus ihm, dem Normalchristen, lastet nicht die ganze Schwere einer eben angedeuteten täglichen Tragik. , Im Netzwerk der vielen eigenen und verwandtschaftlichen Beziehungen ausgewachsen, bleiben ihm von Kindheit an tausend Dinge erspart, die an des Juden Seele stündlich nagen. Er, häufiger mit Hellen Farben ausgestattet, empfindet die schon anders aussehende Minderheit. bereits als etwas Besonderes. Weil sie

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