KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 21 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 1025 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitung wartet, die Euch Nachrichten dringt, die uns erst im Februar, wenn wir Hochsommerzeit haben, erreichen wird. Vielleicht auch habt Ihr gerade Nachricht von mir selbst, daß ich endlich im Philisterland sei, das für mich selbst wie eine Ewigkeit schon hinter mir liegt: Daß ich vorgestern im Jordan gebadet an dev Stellewohin die alten Israeliten an ihrem Wochenfeste von Jericho aus pilgerten, wo sie ihre Bundeslade hatten und wo ich heute als Begnadeter mit dem Personenauto war, das morgen Exzellenz F ... an die Front bringt, das alles wird Euch wie Märchen aus dem Morgenlande klingen. (Schluß folgt.) Aus unserer zeldpoft-vriesmappe. 3-8- Besonderer Umstände halber konnten diesmal nur die an die Redaktion gerichteten Briefe abgedruckt werden. B. B., den 20.3.18. Lieber Goldmann! Wann, wo und wie es los geht, wißt Ihr natürlich in der Heimat viel besser als wir hier draußendaß aber etwas kommen wird, glauben auch wir bemerkt zu haben. Gegenwärtig hause ich mit etlichen Telefonisten in der vorgeschobenen Beobachtung, um auf den Feind aufzupaffen, von dem allerdings infolge dichten Nebels nichts zu sehen ist. Das ist mir auch ganz lieb so, denn ich habe so eine Wut auf den Tommy, daß ich ihn gar nicht sehen will: Meine Ausrüstung besteht in Telefonapparat, Leuchtpistole, Ga». maSke und Nagelscherean Waffen führe ich sodann noch ein Messer mit mir, das sich allerdings nur mit körperlicher Anstrengung aufklappen läßt. Karl May war besser ausstaffiert. Wenn'S geht, will ich die Feiertage über nach Le Cateau fahren, wo sich, laut K. C.-Blättern, mein alter Bierfreund Bier aufhülten soll. Für heute nur noch herzliche Grüße Dein Dir aufrichtig ergebener Bbr. Franz Engel (Thur.) denfallS hoffe ich, daß auch Vertreter des von mir eingenommenen Standpunktes zu Worte kommen. Schreibe wieder einmal Deinem Dich herzlich grüßenden Bbr. Franz Engel (Thur.) . . . ., den 23. 3.1918. „Drei", wer sagt, die Deutung an? „Drei" ich Dir erklären kann. 1 „Drei" K. C er bringen hier Dir 8.1. „Drei" ganze Mer. Näheres später. Dein treuer Walter Förster (Thur.) Die Dichtung ist großartig. Trotzdem bitte ich denlieben Kbr. Förster, bei nächster Gelegenheit etliche.Ganze melden zu lassen, da er nicht einen Tropfen Stoff vor sich hat, sondern Kaffee trinkt — und diesen m. 1. mit. „Löffel"ung. Mit kbdrl. Grüßen Siegfried Salomon (Bav.) Kbdrl. Gruß JulmS Weinberg (Ghib.) Lieber Goldmann! Habe heute in Gand Bbr. Lind-' ner getroffen und nehme die Gelegenheit war, Dir und Deiner Frau Gemahlin die besten Grüße zu senden Dein Bbr. G. Frost (Thur.) Lieber A.H.! Auch ich sende Dir herzliche Grüße! Dein Bbr. Lindner (Thur.) ...., den 11.2.18. Lieber Goldmannl Bon unserem zweiten Saarbrückener K.E.-Abend die besten- Grüße. Deine Karte dankend erhalten. Mit Trauer habe ich von Freudenthals Tod gehört. Nächstens erhälst Du mal einen netten, aber keinen Feldpostbrief, denn den kann ich Dir ja als Etappist nicht schreiben. Immer Dein J-mar Frost (Thur.) Thea Weil (Lic.) vr. MMer. . Bundesbrdrl. Gruß Grünthal (Thur.). Vom zweiten Saarbrückener K.C.-Abend kartellbrdl. Grüße vr. Köster (Lie.) ...., den 28.3.1918. Lieber Goldmann! Nur zwei K.C.er haben sich zusammengefunden. Während sonst alles an Mainzer schreibt, gedenken wir Deiner Dein Engel (Thur.) BundeSbrdl. Grüße I. Weinberg (Ghib.) ...., den 11. 4.1918. Lieber Goldmannl Eine unfreiwillige Muße im Bett gibt' mir wieder mal die Gelegenheit, Dir zu schreiben. Nicht als ob ich krank wäre, nur meine Hose ist beim Schneider und da ich keine zweite besitze, muß ich solange im Zimmer bleiben. Daß meine Batterie vom 21. bis 36.3.1918 als Sturmbatterie den Vormarsch mitaemacht hat, habe ich Dir ja bereits mitgeteilt. Ich selbst war am 22. und 23. als Verbindungsoffizier bei der Infanterie. Da gab'S Zunder! Nichtsdestoweniger erfreulicherweise minimale Verluste, dagegen große Beute. Noch heute —nach über 14 Tagen — zöhren wir tüchtig von den erbeuteten englischen Konserven, und unsere deutschen Truppen laufen derartig mtt englischen Ausrüstungsstücken behängen herumdaß man erst nicht weiß, ob man einen Gefangenentrupp oder die eigene Truppe vor sich hat. Zur Zeit liegen wir noch in Ruhe, doch sollen wir bereits wieder in den nächsten Tagen vorgekarrt und eingesetzt werden. Dann geht halt der GaSmaskenball wieder los. Schließlich ist alles immer nur halb so wild, als es zunächst den Anschein hat. Was machen die Vorbereitungen zum K. C..Tage? An eine Teilnahme meinerseits wird kaum zu denken sein, falls nicht etwa (was kaum anzunehmen ist) bis dahin die Ententegenoffen auSgerast haben: Je¬ Lieber Goldmann! Die besten Grüße von unserem hier in Saarbrücken tagenden K.C.-Abend Dir, Weib und Kind Dein tr. Bbr. Jsmar Frost (Thur.) Frdl. Grüße vr. Müller (Lic.) teymann (Ghib. Lic.) r. Köster (Lir) B.HÄch Thea Weil (Lic.) Levy (Lic.) Heinrich Ganz Ostwald tGhio.) Teiber (Lic.-RH.-Sil.) . ..5. 4.18. Mein lieber Goldmann! Seit dem 21. ist mal wieder etwas Krieg. Da wir seit etwa Mitte Februar zur Armee Hutter gehören und nicht mehr im Frieden des altehrwürdigen Waldes find, nehmen wir auch daran teil. Er waren schöne Vormarschtage, imposant wirkte es, wie schnell die schwere Artillerie nach Ueberrennen der englischen Stellungen folgte. Jetzt liegen wir im Walde in Ruhestets Einsatzbereit, denn wir find in dem vor einem Jahr von uns geräumten Gebiet. Ich kann jetzt wohl den Unterschied zwischen JnfanterieaiHt und Pionier würdigen und 1914 war gegen heute oft ein Kinderspiel. Nicht gerade schön ist das kräftige nächtliche Störungsfeuer der französischen Artillerie und nach hinten großer Fliegerbetrieb: Jetzt haben sie uns schon einige Zeit, unberufen, in: Ruhe gelassen.