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KC-Blätter · 1918-01-01 · Heft 20 (Januar 1918) · p. Seite 1015

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Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 20 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 1015 (sequence 37)
Language
German
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1016 der Beste Beweis ist, daß in seiner Handhabung die beiöen großen, sonst gewiß in scharfem prinzipiellen Gegensatz stehenden jüdischen studentischen Verbände vollkommen übereinstimmen. Der AuSgang des einzelnen Zweikampfes, die Frage, wer dabei die „Abfuhr bezieht", ist für diese Wirkung notorisch absolut gleichgültig, wenn es auch gewiß als kein Unglück bezeichnet werden kann, daß, soweit ich eö überblicken kann, die Angehörigen wenigstens des K.C. im Allgemeine dabei nicht den Kürzeren zogen. Die Ablehnung des Zweikampfes auS Gewissensbedenken kann sich meinetwegen der christliche Student gestatten: beim jüdischen Studenten wird sie stets als Beweis persönlicher Feigheit und als Beweis für die Feigheit der Juden schlechtweg betrachtet werden und ganz unwirksam ist andererseits in ihrer Allgemeinwirkung die Mensurbetätigung der jüdischen Studentenverbindungen ganz gewiß' nicht gewesen. Sie hat nach innen über den Kreis der Verbindungen hinaus das Selbstbewußtsein heben und nach der Gegenseite die unerläßliche äußere Achtung, ohne die auf die Dauer bei vielen das Ehrgefühl, die Selbstachtung leiden müßte, gewaltig heben helfen. Wer das bestreitet, stand und steht studentischen Dingen fremd gegenüber. vr. Max Mainzer. Daß diese neueste Tat des „Israelitischen Familienblatts" unter den Angehörigen unseres Verbandes eine berechtigte Erregung und Mißstimmung hervmmerufen hat/ ist völlig begreiflich. Außer Kbdr. Mainzer haben auch die Kartellbrüder Kosterlitz (Thur.) und van Blydenstein (Lic. Rhen.) Erwiderungen dem Blatte übersandt, die in vortrefflicher Weise unseren Standpunkt darlegen, im übrigen aber sich mit den Ausführungen Mainzers decken. Mische Meger. Seit der letzten Mitteilung über jüdische Flieger sind mir eine weitere Anzahl jüdischer Flieger bekannt geworden. Ich behalte mir vor, ihre Namen später zu veröffentlichen. Andererseits macht mich Herr L. Warschauer, Unteroffizier und Offiziersaspirant in einer Fliegerabteilung, von dem ich aus Grund einer schriftlichen Informatton unseres so früh Heimgegangenen Kartellbruders Hauptmann Ör. Adolf Marx mitgeteilt hatte, daß er als Kampfflieger im Osten tätig sei, darauf aufmerksam, daß diese Angabe einstweilen unzutreffend sei. Vr. Max Mainzer. konfessionelle MMrstatiftik. Bon vr. Alfred Wolff (Bavariae, Thuringiae). Wir wissen heute, daß auch die Antisemiten im Kriege nichts gelernt und nichts vergessen haben. Und noch in aller Gedächtnis find die schweren Verdächtigungen, in denen den Juden Drückebergerei vorgeworfen wurde, und die indirekt zu der so verletzenden „Jüdenzählung" führten. Sie sollte zwar nach der ausdrücklichen Berstcherung deS preußischen KriegSministers einzig und allein den Zweck haben,, den Behörden das statistische Material in die Hände zu geben, damit sie den Beschuldigungen gegen die Juden entgegentreten könnte. Ihre Wirkungen auf die Juden und die Welt mußten aber natürlich andere sein, als die gewtt; wohlgemeinten Anschauungen deS Kriegsministeriums es wünschten^ Unter dem Eindruck jener Ereignisse scheint eine Schrift entstanden zu sein, die der Verlag von I. L. B. Mohr (Paul Siebeck); in Tübingen als 13. Ergänzungshest des Archivs für Sozialwiffenschast und Sozialpolitik unter dem Titel „Konfessionelle Militär statistik" (Preis geheftet 2,60 Mk , 65 Seiten) herauSgegeben, und die R. E. May zum Verfaffer hat. In äußerst eingehender Weife und an Hand eines reichen Zahlenmaterials erörtert der auch durch frühere statistische Arbeiten bekannte Verfasser die Teilnahme der Angehörigen der verschiedenen Konfessionen am Militärdienst. Vom Anteil am Friedens beer ausgehend, zieht May seine Schlüffe für die Beteiligung an den Armeen des Krieges. Dabei sei hinzugesügt, daß bei Niederschrift des Buches die ältesten Jahrgänge der Ungedienten noch nicht eingezogen waren. Dadurch ergeben sich gewisse Unstimmigkeiten, die, wie wir sehen werden, auf die Teilnahmeziffer der Juden einen ungünstigen Einfluß ausüben müssen, Aber von dieser kleinen, vom Verfaffer nicht verschuldeten Unrichtigkett können wir ruhig absehen. Auch ohne diese zeigt sich uns ein Ergebnis, mit dem wir an sich nicht gerechnet hatten. Der Verfaffer bringt nämlich ein ltmfangreiches Beweismaterial dafür, daß sowohl der Antett der Juden am Krieg ein prozentuell geringerer sein muß als der der Angehörigen der christlichen Konsesfionen, als auch die Zahl der Gefallenen. ES sei jedoch hinzugesügt, daß innerhalb der christlichen Glaubensgeweinschaften die Prozentziffer der Evangelischen der der Katholischen nachsteht. So ergibt sich folgende Reihe: Katholiken — Protestanten — Juden. Das soll im einzelnen noch ausgeführt werden. Gewisse Umstände sind von großem Einfluß auf die Militärtauglichkeit. So stellt z. B. das platte Land einen weitaus größeren Prozentsatz an Soldaten als die Bevölkerung der Städte und insbesondere der Großstädte. Damit steht in engem Zusammenhang der Antett der verschiedenen Berufe am Heere. Denn die Landwirtschaft hat unter den Soldaten prozentuell die meisten Vertreter. Dann kommen erst in weiten Abständen die verschiedenen anderen Berufe. Bon erheblicher Bedeutung? ist auch, der Altersaufbau der Religionsgemeinschaften, d. h. die Frage, welche Konsesfion eine höhere Ge-

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