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KC-Blätter · 1917-11-01 · Heft 19 (November 1917) · p. Seite 969

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 969 (sequence 31)
Language
German
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in»*liebevoller Treue zu seinem angestammten Glauben stand, so-war er' auch als Vater und als-: Gatte. Für' ihn'war die Treue nichts Teilbares- und so 'hat er Treue um Treue! genossen: Wer Gelegenheit hatte, mit ihm zusammenzukommenmußte ihn um dieser Eigenschaft! willen lieben und Verehren/ und niemand ist von ihm geschiedenden nicht die Macht seiner Persönlichkeit gerade hierin so'wundervoll berührt hätte. -'"Undso wollenauch wir K. C.er aus dem Lebenn-^Mdrimilian- Horwitz' das eine? lernen: Des Lebens' Wert besteht nicht darin, mach äußeren-^ Ehrennach äußerem Wohlergehen, nach Orden und Titeln zu'streben. Das Leben ist nur: dann inhaltsreich? und menschenwürdig, wenn man es so aüffaßt wie Horwitz: Wenn man für das Recht-kämpft/wenn man sich für die als gut« erkannte Sache i mit Baller Kraft' einsetzt,' wenn' man: Treue um Treue bewahrt. Sein' -Beispielmag /uns lehren, daß - wir in diesem^ Streite "sür die jüdische Sache /nicht - erlahmen 'dürfen. Wir hüben keinen Grund? zu verzweifeln und' dürfen hoffen/' daß unser der Sieg? sein wird. Die Gerechtigkeit unserer Ansprüche wird und muß sich Bahn brechen. 7 Und solange wir Führer haben von s der Lauterkeit deri'GesinUüng,! von der nie erlahmenden-Arbeitskraft und von der Ueberzeugungstreue eines Horwitz,wird -es nicht schlecht stehen um unsere Sache: •*.' ' "r- ' - In schwerer Zeit ist er uns entriffen worden. Aufrecht stehenddie Geschicke: des deutschen Judentums ''fest und? zielbewußt 'lenkend, sank er dahin. Mögen sich andere'finden, die die-Fahne ergreifen und sie gleich/ ihm im siegreichen Kampfe gegen Haß und Mißgunst, gegen Neid und Niedertracht vörantragen. Er aber soll sortleben als einer der Verkünder der Wahrheit und Gerechtigkeit, als leuchtendes Beispiel sür unsere Jugend, die wir in seinem Sinne zu erziehen geloben. Erich Boehm ' (Spreviae.) Gedanken eines K. L.ers über den : jüdischen Unterricht. Bon Asseffor Dr. Harry Wolfs (Thuringiae). In einerder letzten Nummern der K. C - Blätter: hat 'sich. Kb. Fritz Meyer zur Reform des jüdischen Religionsunterrichts geäußert. Er hält ihn in seiner jetzigen Form für unzureichend. Für preußische Verhältnisse/nur solche sind mir bekanntdürfte er mit diesem Urteil recht haben. Die Folgen dieser Tatsache sind für unfern Verbündvpn- -allergrößter.Bedeutung. ..Mer - je Tdrldenz-Fuchsmajvr gewesen ist und selbstüber etwas jüdische Bildung verfügt, kann sie beurteilen. Mit ganz geringen Ausnahmen-sind die neu Aufgenommenen jeglicher Kenntnis der jüdischen Dinge bar: Spricht man mit ihnen über jüdische Sendergebiete, sei es rein religiöser/ geschichtlicher oder kulturgeschichtlicher Art, so begegnet man einer Unwiffentzeit, die! einen staunen läßt. Eine geringe Ausnahme macht sich bemerkbar/ es-ist eine oberflächliche.Kenntnis--? der modernsten, innerjüdischen Bewegungen, die natürliche Folge der bereits aüf der Schule einfetzenden Bearbeitung - der-Jungen durch die; zionistischen Organisationen. Daß; diese einseitige Belehrung auf einem umstrittenen Gebiet der jungen Schar keine ^Kenntnis von dem Inhaltdes Judentums bietet/ braucht' nicht hervorgehobenzu werden: Eine völkische Gemeinschaft ist das? Judentum in der biblischen Vergangenheit nicht gewesen, für ein völkisches Ideal haben, unsere: Väternicht zu Tausenden die-Scheiterhaufen bestiegen, auch * unser Kampf wird nicht für ein solches Ideal geführt. Es ergibt sich also, daß. die einseitig jüdisch-national, vorgebildeten Füchse, wenn sie von uns hören/ daß wir: ihre Auffassung ab? lehnenüberhaupt nicht mehr wissen, wofür mir uns einsetzen. Sie stehen dann auf-der gleichen Stufe mitder größeren Zahl derjenigen/ die von jüdischen Dmgen überhaupt nichts * wissen. Ihrer aller Begeisterung für unsere?Sache steht naturgemäß auf schwachen Füßen. Reingesühlsmäßig mögen! 'sie empfindendaß wir die Taufe und dasi Affimitantentum aus achtenswerten Gründen ablehnep. Soll'unser Kampf aber aussichtsvoll sein, so brauchen wir Leute, die nicht nur aus der Empfindung heraus zu uns stehen, weil sie es als entwürdigend ansetzenin-der Zeit der Not die eigenen Reihen zu verlassen. Ganzanders wird die Front gefestigt, wenn jeder weißdaß er einen Besitz verteidigtder des schweren Kampfes auch wert ist. Die Unkenntnis der idealen Werte des Judentums nimmt unfern Mitkämpfetn ihre Hauptstärke. Sie müssen wissen, daß .mit von'unfern Vätern ein Erbe an sittlichen und kulturellen Werten überkommen haben, das des höchsten? Einsatzes an Willen und Kraft zu seiner Verteidigung würdig ist. Ich glaube nicht zu viel zusagen, wenn ich behaupte, daß ein K. C.er, in dem diese Ueberzeugung lebt, an Kampswert einer Vielzahl anderer gleichkommt. - Unser Kampf leidet also unter den mangelnden Kenntniffen der Verbandsbrüder.. Auch ich führe die UnkennMis auf die mangelhafte Schulbildung zurück. Daß dieser Mangel nicht überall gleich groß ist, muß bei den fehlenden Vorschriften für einen einheitlichen jüdischen Religionsunterricht nur natürlich sein. Pieserwird naturgemätzandem einen

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