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KC-Blätter · 1917-11-01 · Heft 19 (November 1917) · p. Seite 968

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 968 (sequence 30)
Language
German
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968 er bis! zu seinemHinscheiden über zwanzigJahre inne hatte. AuS kleinen Anfängen hat er diesen Verein -zu .seiner angesehenen Stellung unter den anderen jüdischen Vereinen geführt und in ihmmehr als - 200-000 deutsche Juden .vereint. Sein Lebenswerk: war der Ceniralverein, in ihm lebte und webte er. Für ihn war ihm keine Arbeit zu. groß und bis in die letzten Tage hinein waren die Sorgen deS Vereins die seinen. Hörwitz war -einer der.iersten, der den alten Viadrmen-Gedanken .folgerichtig erkannt und durchgeführt hat, den Gedanken des Zusammenschlusses zu Abwehr/ den Gedanken des Kampfes geschlossener.-jüdischer Masten. Nicht durch Nota belnkreise sollte der Kampf für die jüdische Sache Geführt werden/ svndenr er wußte, daß der-Kampf nur. geführt werden könne auf breiter Basis/ unter 'Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte ohne Unterschied der Parteirichtung, ohne Unlerschitzdrder religiösen Ueberzeugung. Hierzu war ihm der Centraloerein das Werkzeug,' stets hat' ihn der K. C. hierin unterstützt und ihm dafür gedankt, daß er den K. C.-Gedanken auf das deutsche < Judentum in seiner Gesamtheit übertrug.?- -;! > Als . dann der Verband der deutschen Juden gegründet wurde, war es "natürlich, daß man sich!seiner Mitwirkung versicherte, und bald war er auch hier bis zu seinem Lebensende der Vorsitzende. Was er namentlich in der Krtegszeit in feiner Stellung geleistet hat, wird erst die Zukunft<richtig: zu schätzen vermögen. Und wie in-, diesen beiden Verbünden, so war Horwitz überall der geborene Berater, der Mann, der überall chinzugezogen wurde, um bei entscheidenden-Fragen mtt seiner Stimme den Ausschlag zu geben. -Er hat. zu einer Zeit studiert, da der K. C. nach »nicht bestand. In seinen'Anschauungen aber und-in seinem Wesen war er das Vorbild eines K. C.ers. Schneidig, kampsbereit und kampfentschlossen, niemals nach oben und nach unten blickend, ging er seinen Weg. Mit ganzem Herzen gehörte seine Sympathie dem K. C. und oft n genug hat er in begeisterten Worten und in vertraulichen Gesprächen sich über den Geist deS * K. C., über seine Nützlichkeit und darüber, daß er nach' Kräftengefördert werden"müsse/ ausgesprochen. Horwitz war seinem ganzen trotzigen Kampfesgeiste nach ein K. C.er, er hat nicht nach äußeren Ehren gegeizt, kein Geheimer Justizrattitel, kein Roter Adler-Orden, die Brosamen,-die sonst dem Anwalt zufallen, haben ihn geziert. Dergleichen Dinge reizten ihn nicht. Er war der'Anwalt der- Unterdrückten, er war Anwalt der von ihm als gerecht erkannten deutsch, jüdischen Sache. Ihm war eS Herzensbedürfnis, sürdasLos seiner nach- Gleichberechtigung ringenden deutschen^Glaubensgenossen zu kämpfen: Sein Begehren war es, aus-dem.'Leben zu scheiden in dem -Bewußtsein, .es .der .gerechten Sache, der deutschen Juden; geopfert zuhabest. Mit wem er in Berührung kam,-der-nahm; die Ueberzeugung mit sich, daß Horwitz, ein Mann lautersten Wesens war, unbestechlich in.- feistem Urteil, unbestechlich in seinem Wirken, ^einzig und allein bestrebt, dem Recht zu diesten. Zu Hilfe kam ihm, daß.schon sein Aeußeres, -seine Stimme, sein liebenswürdiges, konzoliantes Wesen, das aber, wenn es seinmußte, bis zum bitteren Sarkasmus" gehen konnte, ihn zum Führer schufen. Hierzu kam sein -Geschick,, zu vermittelst/ aus dem Wust von Anträgen myd-r Vorschlägen und Meinungen den Kern, cherauszuschälen und mit vorbildlicher Klarheit hirs. Wesentlzche vom Unwesentlichen zu trennen.:- Er war ein Wensch, der mit beiden Füßen in der Gegenwart stand, der nicht danach geizte, neue Ideen in die Tat umzusetzen, prophetische Worte zu sprechen und Bahnbrecher gewaltiger Neuerungen zu. seist,;',er war der Mann, den das Jüdentum in Deutsch? iand dringend gebrauchte/ der Mann, der die Not seiner Zeit tzrkaMt Hatte/ Hnd '.der'.bestimmt' sch ien, in diesem Rahmen Großes zu. sto.llbringem Niemals war er halsstarrig,- niemals; .hat rr sich in einmal von ihm für - richtig - erkannte; Ideen verbissen, wenn er sah/ daß die Mehrheit anders dachte. Bereitwillig ging er auf ihren Wunsch ein, wenn er. seine Rlchttgkeit erkannte, und-,oft hat er ä in schwierigen Situationen durch diese vermittelnde Kraft seiner Persönlichkeit begütigend und einigend gewirkt. Horwitz war ein echter Deutscher. Die Begeisterung für sein Vaterland war nichts Aeußer^ liches. Sie war ihm nicht anerzogen/sondern angeboren, sie war ihMi.Lebensstestqnöleil,, .Ue begeisternden Worte, die er bei Beginn des Krieges für Deutschlands Sache gesprochen hat, waren nichts Erlerntes/ sie charest der innerste Ausdruck dessen, was er fühlte. In ihm . waren Deutscher und Jude in glänzendster Weise gepaart. Deutsches und jüdisches GeMütsleben verbanden sich ist'ihm,zu Kinem-kHgrnsonischen Ganzen. Für ibn^war das Judentum keine Phrase, kein bloßes G^öankengebilde, es war ihm erfüllt von dem Reichtum des alten Testaments, von den Ideen?» der/ Propheten und treu -; hing: er auch . den althergebrächten Gebräuchen? des Judentums am Nichi aus negativen Gesichtspunkten heraus - führte , er den Kämpf, - sondern er stritt um des - Judentums willen, weil er -überzeugt war, daß.os ewigen Wert in sich habe, und daß^ es fortdauern: werde in Ewigkeit kraft seines -Reichtums an inneren Schätzen,aberauch krystder Ueberzeugungstreue seiner- Anhänger- -Me/:.er

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