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KC-Blätter · 1917-11-01 · Heft 19 (November 1917) · p. Seite 956

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 956 (sequence 18)
Language
German
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Nücheru«td Vlsttersrtzau. Lol Nidre und seine Entstehungsgeschichte von Dr. "'Äos^ph S. Blocht Mit einem Borwort von Dr. . AlsrEStLrn, PrSsidentder Wiener ist.' Kukttrsgemeisibe Wien 1917. R.Löwits Verlag,Berlin-Wien. Zu den ältesten Ladenhütern des Antisemitismus gehört dieBeschuldigung, daßden Juden durch daS GebetKöl Nidre, das am Borabend desWersöhnungsfesteS gesprochen wird, der Meineid gestattet sei, und ar^ Brurch dieser ^Sehau^tMg jhat. umu^ou^ j^hvc^en ^M^^^eS GeLetS eln^Zw^sel nicht herrschen ^nn — eS s^Mt nur vou der Lösung von Gelübden, die mstn leichtsinniger und unüedächter Weise sich selbst auferlegt hät„utchtabervondeu Beziehungen zmn Nebenrnenschen, — so liegt doch Mer. stmer Entstehung, sowohl über der- Zeit wie dem Ansatz, ein gewisses Dunkel. Eine alteBolkSübeiftieferung null nun wissen, -atz dieses Gebet in Zeiwn schwerer Glaubensbedrückung entständen, und daß unter den Schwürt, die man im voraus löse, nur das in der Todesnot durch Bedrohung erzwungene Bekenntnis zum Ehristentum zu verstehen sei. Bloch persucht nun für djese Annahme, die ernstlich bestritten worüen ist (auch Elbogen nimmt in seiner grün-legen» den.. „Geschichte des jüdischen Gottesdienstes" von ihr keineNotiz) einen wissenschaftlichen Nachweis zu führen. A«er-i Keranziehuüg Mer Stellen des alten jüdischen Schrifttums, .die von 5lol Nidre handeln, sucht er uachzmvttsen, datz das Gebet in Spanien zur Westgotenzeit entstanden isL äl» die Ju^n massenweise — ganze Gemeinden traf das Los — zum Christentum übertreten und mit -schmseyl-Eiden versprechen mußten, nie in die alte Setzerei zuverfallen. Äuf; die wetteren Einzelheiten stz»n» h«r nicht eiugegangeu werden, jedenfalls ist. aber BlochS Theke nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern praktisch von höchster Bedeutung. Sie würde wieder — ähnlich wie bei der Wucherbeschuldigung öder dem Vorwurf, daß die Jude», sich--vor körperliche bückest:, scheuen und «ur den Handel lieben — zeigen, wir oftder Judenhaß selber gewisse Erscheinungen im Judentum hervorruft, die er dann den Juden mir sittticher Entrüstung zum Vorwurf macht. Die Emanzipation der Ostjuden und ihr Einfluß auf die Westjuden. Ein Wort zur rechten Zeit. Bon Laznrus Friedmann, Frankfurt a. M Kommissions-Berlag vonS Kaufmann, 1914. Preis 1^0 Mk. ' DäS aus warmem HeHen geschriebene Büchlein wM zunächst vine AufklärungSschrist sein und versucht demgemätz das Wesen des Oftjuden zu charakterisieren. In'seinem-praktischen Teile entfernt eS sich jedoch von den bisher so häufig beschiittenen Bahne« und sieht vonallen Propyezeihuugen über ihreZukunftab. Dafür weist er -auf dir Wichtigküt einer engeren Verbindung -wischen den beiden Teilen der europäischen Judeuheit »hin, die sich heute fremd und fast verständnislos gegemiberswhen, und er weiß in interessanter Art die -Vorteile zu -beleuchtendie durch Austausch der beiden Setteneigentümlichen Kulturgüter entstehen würden. Und wenn auch'hierbei der Wert des OstjudentumS ebenso stark überschätzt wie die Bedeutung der im Westjudentum wirkenden Kräfte und Mechoden «nrerschatzt wird, so ist fraglos manches in den AuSführungen sehr beachtlich. Bielen Einzechetten wird man skeptisch gegerttckvrst^hen, ftderjüdischen Hochschule und der VerbrüderungSorgastssatiou ,Achawo^ („Brüderlichkeit"), die an die Stelle der im Kriege zweifellos vernichteten „Alliance" treten soll; aus ihnen spricht der gewitz herzlich aut empfindende aber unpraktische Idealist, der mit der Wirklichkeit und ihren Tatsachen nicht zu rechnen versteht. Datz aber der ganze - Komplex mw Fragen nicht-nur vom Standpunkte deutscher Politik, sondern auch von dem jüdischer Zukunft aus betrachtet und behandelt werden mutz, ist eine Wahrheitan der man in Deutschland nicht > achllos v orübergehen sollte. Und im nachdrüMcherr'^Hervötheben dieses ^Gedankens besteht der Broschüre Wert. vr. B. Kellermann: Der ethische Mönokheismüs der Propheten und seine soziologische Würdir Berlin ^.90. Verlag von C. A. Schwetschke L» <f Preis-2,40 Mk. Diepe Schrift ist eine Auseinandersetzung mildem hervorragendsten Berliner Theologen Ernst Troeltsch, veranlaßt durch dessen' Ausführungen im „LogoS", die sich dagegen wenden, ,-datz Ethik und Gottes-Jdee im hebräischen Prophetismus eine - anerkannt ideale Höhe erreicht haben". - Der Verfasser begnügt - sich nicht mit einer blotzen Widerlegung der - Tröettschschen Argumente- „nur erkenntnis-theoretisch verfehlte Geschichtstheorien- - Hütten jene Resultate erzeugt"'... „datz die Sittlichkeit der Propheten nur die einer primitiven Bauernfippe mit all ihren sozialen Gebundenheiten sei" usw., sondern-er erweitert seine Arbeit - zu einer dem er ken S w erten Studie über! den'Prophetismuswelche infolge ihrer Gründlichkeit und Tiefe berechtigtem- Interesse aller Theologen und Religionsphilosophen begegnen wird. Gedanken zur Mission des Judentums im Lichte kultrst? historischer und wirtschastsgeschtchüicher Tatsachen. Von Otto Klein. Verlag der Lese- und Redeyalle jüd. Hochschüler. Prag, 1917. Preis 40 Heller. -10 S. „Wie eine Me Nation von sich glaubt, daß sie eine Mission zu erfüllen habe, so hatauch daSJudentum ekne solche zu erfüllen." Wir alle, denen das Judentum nicht nur als ein Gegenstand der Verteidigung, sondern als eine mit hohen sittlichen, geistigen und kulturellen Vorzügen ausgestattete Gemeinschaft erscheint, müssen dem Verfasser barm beipflichten. Schon mancherlei ist über die Mission des Judentums geschrieben worden, aber es führte zu wett,' an dieser Stelle auf die vielen Schriften über dieses unerschöpfliche Thema, die meist die religiöse oder, philosöphische Seite beisihren, einzugehen. Urü ft seltener ist der Standpunkt des Verfassers der. vorliegenden Broschüre vertreten worden. And es ist recht, interessant und lehrreich, seinen, wenn auch nicht.nebenft doch originellen Ausführungen nachzugehen. ' Die Idee des Verfassers lätzt sich mit wenigen Worten schildern. Im Mittelpunkt unseres heutigen politischen «ick wirtschaftlichen Interesses steht die soziale Frage. Ihr erster wissenschaftlicher Vertreter, Karl Marx, hat wohl die wirtschaftlichen Folgeerscheinungen richtig erkannt, die Ursachen aber verkannt. Nicht die Industrie, sagt daher Franz Oppenheimer, sondern daS Grotzgrundeigentum fabriziert die Reservearmeen - des Kapitalismus. In erster . Linie; kommt es also bei der Lösung der sozialen Frage auf; die Regulierung der Grundbesitzverhättniffe «m. ES empfiehlt sich demnach die Einrichtung einer neuen Wirtphaftsform, der- SiedlungSgenossenschaft, die. iy sich -ie.Vorteile de»,Grotz- und des Kleingrundeigentums, schließt, ohne deren Nachteile auszuweisen. Nun sind: bereits von jüdischer^ Seite derartige Genossenschaften, >nrtt-großem .Trftlae gegründet wordenwie z. B. daS. Rationaiftudgut Machaojab in Palästina Der geftWen HSM mft^der Durchführung -dieser neuest. MrtfchäWpün.-poranzugchf-u.ünd somit

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