KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 19 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- Seite 949 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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glücklich darüber. Der Regtt-Kdr. begrüßt mich inEile, übertrügt mir die Führung der 3. Batterie Weiler nach vorn züm Sammelplatz, die Division formiert sich, die Batterien kommen aus IhrenFenerstellungen gezogen, Hurra!' Die 3. Batterie! Die große Mütze hernMer, desi Stahlhelm ans' den Schädels ein' Reiter vom Pferd,' ich rauf, der Bormarsch kann beginnen/ Um 130 mittags überschritten wir die breite Düna-;-danngeht.es durch die russischen Drahtverhaue und JnfanteriEnien. ' ' Kurze Rast am Bahnhof Uexküllalles niest, das Gas vergiftet noch die Luft) dann weiter, den Russen nach auf ihren gut' gebauten Fröntstratzen. Ueber den Schwanenfee, 8 Uhr Halt und Biwak bei Leije-Rudsit. Die ersten Beutestücke werden schon bewundert, was brauchbar ist zum Essen und zum'Anziehen wird behalten. Kein Feuer, ein kleines Zelt und etwas Stroh, man wickelt sich in den Mantel' und drückt sich eng zusammen. 2 Uhr nachts Alarm, raus und rauf aufs Pferd Bei Dunkelheit noch gehts in Feuerstellung bei Dirkät) die Jnstmterie hängt am kleinen Jägel vor der dritten rufssichen' Stellung. Schnell etwas eingegraben, wir waren nachher sehr froh darum, denn bei Tageslicht zeigte es sich, daß wir offen standen) denn ein paar russische Infanteristen und S Geschütze hatten uns bald gefaßt?'Dabei wurde leider Lt. von Masse!,, der die rechte Nachbarbatterie führte, durch'Bauchschuß schwer verwundet/' am gleichen und nächsten Tage auch der liebe Pepi'von Wolffund Oblt.Hemmeter der 8.Batt, letzterer und Lt. Wolfs der 6. Batt. weniger schwer. Der gleiche Aufmarsch wie am Tage zuvor: Kavallerie, Brückentrain vor, die Jnfanteriemaffen sammeln sich in den Mulden. Manchmal, wenn nicht geschossen wird, ganz manöverartig. Blendend schönes Wetter die ganze Zeit über! 'Nachmittag kurzes Trommelfeuer, für den Ruffen genügt schon die, moralische Wirkung, der große Spektakel. DieJnfanterie geht über den immerhin"'60 bis 100 Meter breiten Fluß. Aus in Marschordnung, abends 7.30 übÄc eine halb mit Pontons, halb mit Stämmen gebame, Krleßsbrücke. Der Marsch wird schwierig, teils tiefer Sand, teils grundlose Sumpflöcher, der Weg 'wird einmal verlassen und mit wahnsinniger Anstrengung auf einen Förderbahndamm raufgefähren und dort'den Gleisen 'entlang gezogen. Die ganze Nacht hindurch vorwärts auf engenschlechtesten Waldpfadendie Fahrzeuge immer wieder rausgeschoben aus den Suinpfgräoen. - Einmal halbstündige Rast um eine lichterloh brennende Fabrik. Man setzt sich hin und schläft schon. Am Vormittag - alles gepfropft auf- Waldwegen vor- Waldenrode, am Großen Jägel, wo die russische Infanterie, die recht schneidig war, in ihrer 4. Stellung standhielt. Die Artillerie muß vor, .die. Straße ist gesperrt durch Kolonnen in drei Reihen hintereinander. Im Walde liegt die Gardekavallerie, Leibhusaren und Garde du corps. Neue Wege werden §eschlagen, Brücken über Gräben schnell gebaut, die Förderbahnen zerrissen und als Straßen benütztdenn nach vorn und 500 Meter hinter der Infanterie im Acker aufgefahren. Trommelfeuer, die Geschütze rauchen, eine Batterie steht vor und: neben der anderen. Der Russe hat genug, drei RückzugStage haben ihndoch klein gemachte Kartoffeln werden schnei gesotten, dicke Honigwaben geholt, die ersten 'Schweine rc. verschwinden in den Feldküchen. " . Die Brücke i ist unzerstört, um 7 Uhr abends rücken wwnS Borhutsabteilung auf den Marsch. Ueber den Fluß, aus Waldgelände wieder, nach 2 Kilometern plötzlich Halt, ein wahnsinniges Infanterie-Feuer beginnt wor uns. Wir liegen aufi der dunklen Straße imuschönsten Feuer drin. Die Pferde können wir nicht versteckensonst deckt sich alles Hüües<-WWaM,;«ttm liegt im Straßengraben und vertraut auf seinen guten Stahlhelm, der prächtig schützt. Schießen können'-Mir im engen Waldtal leider nicht. DaS waren die" unangenehmsten Stundendiese Nacht, - geregnet hat' es dann auch noch, wo alle 20 Minuten die - JnfmtteriekugÄn herüberprasselten. Ich glaube, ich habe'trotzdem manchmal eine Bietelstunde dabei geschlafen/ Jedenfalls ist esden Russen gelungen, «ns die ganze Nacht hier aufzühalten. Am anderen Moiren waren sie verschwunden und hier begann ihre regellose Flucht. Bon hier an war die Straße umsäumt von Munitionswagen und Feldküchen, von Kleidung stücken und Beutegerat jeder Art. Also Weitermarsch am frühen Morgen über Balkn nach Kr. Kussim, - Bahnhof Rodenpois, wo viele Gefangene gemacht würden. DaS Ziel, das für die ersten drei Tage gesetzt war, war damit erreichtdie große Eisenbahn und - die große Straße nach Petersburg abgeschnitten- Leider sind die Russen schon viel zu früh von Riga abgezogen. Krug-Krussan der reinste Jahrmarkt, aber sehr traurig, die Straße angefüllt mit Flüchtlingen, aus Riga ) Wagen hinter Wagen, bedeckt mit elendem, schnell zusammengepncktem Hausgerät, Vieh dahinter, -die Pferde brechen zusammen, die Menschen beladen -mir Säcken und Wertlosigkeiten jeder AM. Man sieht Vogelbauer und - einen großen Hasen ans Karton und dergleichen. Dazwischen laufen Pferde und Schweine spazieren, eine Jagd für unsere Leute und dftFeUcküche; Russen gehen spazieren, die Waffen weggeschmissen, sie sind teilweise änßerst erfreut, daß sie in Gefangenschaft kommen.; , Unsere zwei Vorhutbataillone find voraus, schnell Platz gemacht auf der großen Straße und nachgefahren. Unter der Eisenbahnbrücke durch, Kisten voll Aepfeln, in diesem obstarmen Lande ein selttner Genuß für unsere Mägen, verschwinden in den Taschen. Plötzlich rasendes Maschinengewehrfener dicht vor uns, zwÄ Kanonenschießen über unsere Köpft weg. Die Infanterie verschwindet im Graben, wir stehen offen ans der Straße und vorn erscheinen zwei ruffischePanzerautos, jedes mit einem Geschütz und 3 Maschinengewehren. Wahnsinniges Geschrei der Weiber ringsum, die vorderste Batterie protzt auf -der Straße ab mrd eröffnet das Feuer. Ich sauft zurück, im Galopp mit meinen Geschützen in einen Seitenweg, die Kerls fahr«» ausnahmsweise blendend, „Batterie halt", ,-nach rechts protzt ab" und schon sausen unftre Geschosse hinüber. Gottlob haben die Kerls in den Autos gemein geschossen, sonst wären -wir keinen Schritt non dev Stelle gekommen. So hat unsere Infanterie die Artillerie noch nie gelobt, wie an dem Tage. In zehn Minuten war die Affäre erledigt) sie wird eine meiner schönsten Kriegserknnerungen fein. Das war unser letztes Gefecht. Dann sind die Muffen so geflohen, daß wir nicht mehr folgten. Die gewünschte Linie war erreicht und erst 6—7 Tage später kamen unsere weitvorgeschobenen Borposten wieder in Berührung mit heranziehenden Russenkompagnien. Nachmittags schwenkten wir von der Straße ab und biogen Stellung auf dem Südufer der Aa Dort zwei Nächte im- Zelt in vollster Marschbereitschaft. Schade, daß Du, liebe Mutsch, dort nicht dabei sein konntest, wir requirierten nämlich in einem russischen Proviantamt Speck und Sinsen und Zucker 4itungeheuren Massen. Jeder Batterie folgt ein Troß vom Kühen und Schafen. Am 5. war in Kuffan Parade vor SeinerMHestSt, an der nur einige Mannschaften der Batterie teiknahmen. Unser Divl'fionskommündeur erhielt den pcwr ie nwrtte, die Division vom Kaiser' undvom--König div -größten AnerkennungsielegÄrmme/ - Prinz Leopo^ fth ich > auf