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KC-Blätter · 1917-11-01 · Heft 19 (November 1917) · p. Seite 948

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 948 (sequence 10)
Language
German
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SujkH, •dnetf'cl Pflaumenschnaps, -er Sei Darmkatarrh WunderwiMfbettrhiaen Sie fich^ Herr Kbr , in post' Jfact SUchtung-therapeutisch 1) Ich habe selbst probiert. AnberSderStädter. Hiertst französischer Firnis über östlicher Halbkulrur. Bukarest ist eine Mischung von PM»'stnd«Balkim:' Doch ist Bukarest schön und interessant. Ich habe dieStadt nach jeder Richtung durchstreift. Die männlicheBevölkerung der besseren Kreise fetzt sich aus S befoNdereuTypenzüsammen. Erstens d« joviale weihschnurrbärtige,, vieux ^lsrcdeur'derGaiüard der Brüsseler Boulevards mit einer -leinen Glatze und respektablem kleinem Schmerbauch, nnd dann der junge Elegant, nach PariS^Lmckvner »fötnsh« Geschmackaetteidet. Auffällig ist die ige«ieherffcheR«he,mit der beide Typen durch ihre schöne Residenz flanieren. Sonst sieht man nur AÄeitS. volk. Einen -gefunden Mittelstand, -wie Sei uns, gibts fast gar -nicht. Bei den Frauen gibt ES eigentlich nur eineTHpe. Gvohe geschminkte gepuderte El^anz gleichmätzig für Dame und Dirne. Die Frauen sind fast drckchweg schön, doch sie altern früh und plötzlich. Zwischttr der Zivilbevölkerung eine Unmenge Soldaten^ Deutschst, OÄerreicher. Ungarn und sehr viele bulgarische! und MÄische Offiziere und Mannschaften. Dazwchhen hier «nd da einen frei umhergehenden Rumäne«, der irgend eine Stellung Sei den verbündeten Armeen «iuulmmt. Die Kaffees «nd -Restaurants find brechend »oll. Ueberaü LuMeS Leichtes Lebe», als ob nicht -kaum Lö0—WO Kilometer weiter Kanonen Lob und BeÄ»«lde» spien!' Die Stadt wlbst ist sehr schön, herrliche Schlösser, wundervolle -öffentliche Bauten und prächtige breite Boulevards. Mitten in Der Stadt der herrliche Park Liseuigiü. ES ist Än Genuß, zur frühen Morgenstunde in diesem Park ein Stündchen zu verträumen. . Z« Bukarest habe sch augenblicklich nur Kbr Nachmann, der auch vonBuzeu »ach hier verpflanzt morden ist. ■ — - Ich streife viel durch die Iudeuviertelr hier haust viel ostjüdischeS Elend. Ichhabe manchmal vÄ so einem armen Kerl eine Stunde verplaudert, eine Zigarette geraucht auch «ine» Ltttffee getrunken Ja, Herr Kbr , hier trauert das jüdische He^. Nnd doch lebt in all diesen geschmähten, bedrängten Kveaturrn so viel lebe». digeSIudentum, dah unfereinem als Inden das Herz «uchzehen mrch. Die Leutesind gar nicht fromm und doch'. , st» find ganze Juden. . Bald geht-die Reife uckt meinem Zügle wieder an. Diesmal nvm Schwarz«» Meer (Lonstarchä) «ach -Cali» maneSci in die tranSsylvanlfchen Alpen. Ei« schöne Reffe. Da habe sch alles, Seebad in Eonstantza nnd Aipensommersrffche in Lolrü, beim AuSglMgdesRoten LurmpaffeS. ES sst ja schon reichlich spät für eine Sv«» m erfrische, -aber eS ist Zeit, daß ich das aufge«gt.nervöfe «nd kostspielige Bukarest mit der Rtche undWotzlseUhrit der rurnänffchen Naturfchönhetten verhoffentlich hat bald der aanze 5krieg sei« Ende, und tarnt Samt ich dem schömnRmnänien Balet sagen. Etwas Üeb hübe sch dieses Land gewonnen So gübtS v^len Soldaten hier. Man muh nur -auch mm im Feindesland and pBolk Gutes sehen wollen Mein iAkör sst zu Ende und die Carbidlampe bven« schon düster. Ich mutz Schluß machen. 7 Ich hoffe bald Antwort aus diese lange Epistel zu Inzwischen grüße ich Sie -aüerherzlichst Ihr Ernst Kansmmm (RH.-GU.) Riga, am lS. -S.17. nachm. Meine Lieben zuHause. In Riga also sitzeich, der Grotzftädt, die vor IS Lagen deutsch «urbeund in der wir ^zArElohnnng zetzt uns unserem Wanderleben 2—S Tage-einqmrrttertsind. Doch jetzt will Wj von Anfang an erzählen. -' ' > - Also Rembertowl Am 30. Augüst 'mittagvom Scharsschietzen eingerückt, Will ich in Höchster Gffe mich umziehen, um «ach Warschau' zu fahrenda werdesch aus das Geschäftszimmer gerufen 'und' mir mitgleteAy daß ich gemäh Telegramm 'mich sofort in Mttau - auf der BayNhofSkommandantur zumeldenhabe. 'Jetzt kann ich Dir ruhig gestehen, tafci eS ans meinen Antrag beim Regt, hin geschah. " Ich muhte, dah die Division zu einem Bewegungskrieg rauflam und ' trotz - aller KriegSmÜdigkett rst LaS etwaS, was inan unbedingt besonders in Rußland mitmachen will. Also grpam) Gepäck aufgegebe« und zu Fuh nach Warschau marL schiert, dort fiir Dich noch emaekauft Noch gemeinsames Abendessen mit Kameraden, LS.4S Abfahrt -mit V-Zug nach Thorn, Ankunft dort -um SSV, Frühstück, zu dem ich ntthtS als Margeritentee zu trinken-«nd nichts zu essen bekam. Dann im vollgestopften Zug durch me schönen ostpreuhifchen Fluren, wo die neuen Häuser und Kirchen ragen, inS öde russische Land. Erft Insterburg, dieschön g^auteStadt, lO Mnuten dahinter Steppe und schmutzige Bauernhütten. Ankunft Mttau 7.30 abends, Sitz des A.O. K.'S der 8. Armee, kein stärkerer Betrieb als sonst? 'wunderschöne Lage an der Aa, deuffche schöne Häuser, alles nur im Abendbämmern zu sehen? gute EtnquaÄeruntz im OfWerShauS? schlechtes und wenig Essen im Lkastno? kurzer Schlaf und Abfahrt 2.37 morgens nach Neugüt, von dort nach Skarpe. Langsamstes Tempo/unterbrachen durch endlose Transportzüge, enges Sitzenin dichtbesetzten Zügen. In Neugut schenkt mir eine mitleidige Schwester eine Tasse Kaffee und ein BMterbrot vom eignen Hab und Gut. ",:r In Skarpe, Waldkriegebahnhof, gröhter Betrieb von Verpflegungsfahrzeugen gemischter Fo«nattönen. Bon unserer Division nichtzu sehen, soll weiter vorn im Waldlager liegen. Mantel und Kleingepäck lkberm Arm, zu Fuh marschiert nach Meiendorf. Es ist'9.30 vorm., man hört wenig Schchse, ein schwerster Geschütz fchieht nachRiga, alles macht den Eindruck -eines etwas lebhafteren Stellungskrieges. Wann die Offensive beginnen soll, weiß niemand. Da erführe ich auf der Fernsprechzentrale in Merzendorf, dah um S Uhr der Uebergang über die Düna begormen -hat, dahdie 14. bayr. Jnf.-Div. als erste (an drei Stellen wurde insgesamt übergesetztt das feindliche Ufer erricht hat und deveitdie 4. russische Linie «on ihr überschritten fft.Jch habe -nie so etwas MerkwiirdigeS erlebt. In der Etappe vollste Ruhe, > hier: fast lern Schuh zu hören und in Wirklichkeit zieht ralleL über de« großen Düna-Fluh. Allerdings mar -von 4 -« Uhr vormittags von vielen Geschützen «nd Miuenmerfern Gasfchiehen schlimmster Art-«ewefen-2v0« tzi-8 Uhr Trommelfeuer acht «ormaler -Munition und 'das verträgt-der stärffte Russe uicht. Punkt O Uhr, ruvsere bayerische, die sich nicht hatte« Reh, schon srühersetzte« die erste« Kompagnie» in Pontons über nach Uexküü, die BrückentrainS fausten vo^ bis 11 Uhr -stand die Pontonbrücke, das Ufer wimmelte vou .Kavallerke, von Regimentern und Batterien. Ei« russische Batterie versuchte «och zu schieben, daun erstickte, sie -auch. Artilleristisch -ist das Ganze -das Werk.Eines Oberst BruchmMer (mit Spitznamen Durchbruchmüller),?-der auch -bei Taruopol die Sache geschmissen! hat.'; DieTage vorher war vollste Skuhe> eS durste sast ckein Schnh fallen, kein Fesselballon, kein Mieger war doch. Jetzt waren die Flieger in 100 bis 200 Meter HM die glänzendste Machrlchtenveroindung von -vorn nachhinteul Ich Mn von Merzeudars'Mm LaufichrittÄfckst «ff dem Weg nach -vorn znm Moüenborfer-Lage^ endlich der erfte Offizier vom ReAment. - Ich >st>ar!iwirwch

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