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KC-Blätter · 1917-11-01 · Heft 19 (November 1917) · p. Seite 947

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 947 (sequence 9)
Language
German
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947 zu antworten; denn draußen gingS in den letzten Lagen bei unS ziemlich wild her, und in. unserem Nebenabfchnitt fetzt, wie man auS dem nicht endenwolleyhen Trommeln erkennen kann, eine heftige Arttllertefchlacht ein. Als wirk aus dem, sauberen Dörfchen B., wo wir zuletzt in Ruhe lagen, in diese Stellung: kamen, war es hier noch recht ruhig; nur ab und zu ein kleiner Feuerüberfall und geringes Mnschinengewehrfeuer. Da, verlebte man vorn iy der'Stellung sowie tm BereitschastSlager noch ruhige, aber auch langweilige Zeiten. In der letzten Zeit hat unsere Kompagnie jedoch viel Arbeit bekommen, früh müssen unsere Pioniere schanzen und nachtS Draht ziehen. Ich gehe überall? hin mit und ich , muh sagen, daß es mir immer mehr Freude macht, unsere Pioniere so wundern oll arbeiten zu sehen, manchmal auch selbst, besonders wenn eS beim Herumstehen bei Nacht zu kalt wird, kräftig mitzumachen. Die Langeweile vorn im Unterstände vertreiben wir uns mit Lesen, Schreiben, Schlafen und Essen. Als ich das letzte Mal im Bereitschastsläger war, traf ich auch Groß, mit dem ich dann fast Tag für Tag zusammen war, bis er und ich wieder in Stellung gingen. — Bor drei Tagen erhielt ich die K.C-Blätter; das gibt jedesmal, wenn man sie erhält, eine große Freude, kann man doch wiedereinmal durch sie von BerbandSbrüdern undFreunden hören, die man schon so lange nicht sprechen konnte und denen man doch so nahe steht. Ich weiß nicht, ob eS mir nur allein so geht, aber die Nächte nach dem Empfange der K C -Blätter träume ich stets von irgendwelchen BerbindungSangelegenheiten. Sehr erstaunt war ich zu erfahren, wie im Organ des K. I. B. unsere Feldpostbriefe, ja sogar das, was wirkliche Helden getan haben, (ich meine unseren Kb. Mayer! zu HauS vom Schreibtisch aus bekrittelt wird. Wer einmal draußen war und die . Stunden der Gefahr kennt, da man nicht weiß, was die nächste-Stunde bringt, der hat für solche Worte nur ein überlegenes Lächeln, für die Gesinnung aber Verachtung. Dich lieber alter Herr, wie Deine werte Gattin und deinen Sohn hoffe ich bei bester Gesundheit. Mir geht es immer noch ganz gut; für heute bin ich mit recht herzlichen Grüßen an Dich, sowie Deine w. Familie Dein tr. Kbr. Max Aber (Thur.) Im Felde, 25.10.17. Lieber Goldmann! Es ist schon einige Wochen her, daß wir uns keine Nachricht geben konnten. Du warst im Umzug begriffen und ich befand mich auf einer kleinen Wanderung zur Nach, bardivifion. Durch die heutigen EC-Blätter erfahre ich erst Deine neue Adresse. Hoffentlich geht es Dir dort recht gut; Arbeit dürstest Du ja, auch auf K.C- Gebiet, dort genügend vorfinden. Ich sitze augenblicklich-wieder einmal im vordersten Graben bei der fanterie und weiß vor Nichtstun nicht, was anzugen ist. Die Gegend ist zudem so öde und reizlos, daß man, fewst wenn Panje sich; ruhig verhält, kaum feinen' Unterstand verläßt? Sumpf und Sand, soweit das Auge zu'sehen imstande ist; ein völlig .flaches Gelände, so daß man, trotz der Entfernung der feindlichen Stellung auf 600—800 Meter, alles beobachten kann. Da-aber hier eine völlig ruhige Gegend ist so ist selbst diese Beobachtung unlohnend. Durch meinen Stellungswechsel war eS mir noch? nicht möglich, an den Festtagen in Pinskzu fein; durch meine außerordentlich schlechte Lage ist eine Zusammenkunft mit K. E ern ~ es käme nur Janow oder Pinsk in Frage — gänz. lich unmöglich; dazu kommt der Mangel an Vertretung. Wie -ich l gehört habe,t soll' in. der Nähe K. B. Laser und ein K.BSchlefinger sein, vielleicht erwische ich sie noch. Meine Tättgkeit beschränkt, sich auf den Revierdienst, der meine Zeit für a^5 ,Sön. in Anspruch nimmt. Ich hobe nur den einen Wunsch, nachfastljährigerReviertätigkeit endlich. mal Lazarettarbeit zu finden, um mich regen und betätigen zu können. Wie/ geht es Dir denn in L? . Für heute herzl Grüße an Dich/ auch an Deine Frau Gemahlin- und Deinen Sohn. Dein _ Reichmaun.iGhib>> Pantälimon bei Bukarest, 14.10.17. Geehrter Herr Kbr! Die Offensive ist beendet, die hier sehr' stark grassierenden Seuchen (spezinfektuöse Darmerkrankungen) erfolgreich zurückgedämmt, und so hat ein geplagter Feldunterai^t wieder etwas Ruhe. Seinerzeit teilte ich Ihnen meine Anfangs August erfolgte Ernen. nuna zum Feldunterarzt mit. Vom 10. August bis 33. September hatte ich einen anstrengenden Posten in Buzeu als wachhabender Arzt in einer improvisierten Berwundetensammelstelle und Lekchtkrankenäbteilüng großen Stiles. Grade tobte die Sereth-Offensiveund grade standen die Darmerkrankungen in üppigster Blüte. Sie können sich lebhaft denken, welch Menge Arbeit die recht nahe Front uns brachte. Ich erkrankte selbst an einem „nicht endenwollenden Darmknacks", . doch Zigarren und gute Laune hielten mich soweit aufrecht, daß ich keine Stunde Dienst zu versäumen brauchte. Eines Abends erwischte ich auf der ErfrischungSstelle des Heidelberger »Roten Kreuzes am Bahnhof Buzeu" den ersten K E. er, den ich seit meiner nunmehr 1jährigen Anwesenheit auf hiesigem Kriegsschauplatz überhaupt traf, Frl. Grete Marx-Bavariae! Die Freude war groß. Noch größer war sie, als mir Ksckw. Marx mitteilte, in Buzeu seien noch drei K C erc Ich suchte sie sofort auf und wer beschreibt mein Erstaunen, als ich in einem vr. Strauß-Badeniae auS Mannheim meinen früheren gestrengen Chef, erkannte. Er ist Garnisonarzt in Buzeu und ich Hatto drei oder vier? Tage Afistent bei ihm gemimt, ohne von seiner Zugehörigkeit zum K. C. die leiseste Ahnung zu haben. Die beiden anderen Herren waren Kbr. vr. Nachmann lBavariae) und Dr. Herzberg (Licariae) Wir sind in der Folge manches Mal zu frohem Trunk und frohem Sang bei Strauß zusammengekommen. Plötzlich eröffnete mir der hiesige Etappenort/ ich solle einen beurlaubten Kollegen für fünf Wochen auf einem Leichtkrankenzug vertreten. Ich war schon neun Monateals Gefreiter auf einem solchen Zuge gefahren und nun freute ich mich sehr, wieder als leitender Arzt so einen Zug zu fahren. - Denn das Lebe» auf diesen sogenannten L K. Z.'S ist sehr nett. Heute in Bukarest, morgen in Foesani, übermorgen in den tranSsylvanischen Alpen, dann an der Donau, das? ist alles wunder, hübsch. Ich kenne allerdings Rumänien 'seit nun Jahren sehr, genau, doch hat man immer noch Gelegenheit, daS ganze Volk bester zu erkennen. So kann ich z. B. in dem in der Kriegsausgabe 17. Hest (Mai- Juni 17) Seite 876 abgedruckten Feldpostbriefdes l. Kbr. Max Simon-nicht gaitz-unterschreiben/ was er bezüglich des Bolkscharakters des rumänischen Bauern sagt. Er-macht den Fehler, den viele! deutsche Beobach, ter machen. Er wirft die rumänischen Kleinbauern und landwirtschaftlich abhängigen ,Mojaren-Hörigen" mit den Zigeunern in einen Topft Für letztere treffen die Charakterisierungen allerdings zu, doch, nicht Kr den Bauern: Die Zigeuner sind . hier/: wie auch in Ungarn, ein übles Pack, - doch der Bauer - hatganz sympathische' Züge. - Er ist -freundlich, ziemlich offen, auch, soweit ihm das Klima nicht zu sehr lähmt, arbeitsam, sehr bescheiden'und auch ziemllch reinlich: Sonntags habe ich den-hübschen Tänzen des jungen Bauernvolks mit künstlerischem Behagen zugeschaut. Und die schwermütigen, herrlichen Volkslieder verstehen siemit schönen Stimmen wundervoll zu Gehör zu .bringen: - Ihre Leidenschaften find Zigaretten lunb ein Glas. Zumr (sprich

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