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KC-Blätter · 1917-11-01 · Heft 19 (November 1917) · p. Seite 946

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 946 (sequence 8)
Language
German
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946 rverdtzy rHHusep und Straßenund? 'die Strade regale ^kann sich mit mancher deutschen Königsstraße messen. .Da ist daS Hauptleben an..dem großen freien Play vor unse^rm Hotel) in und dor ^dem großen Cass des Hotels sitzen An Dutzenls Nichtstuer und erzählen sich Neuigkeiten. Die^Elektrische fährt vorbei wie in Friedenstzeltei^, Mur Pütz-auch hier die weibliche Sckaffnerta ihren Einzug gehalten hat. Ein eifriger Zeitungsjunge ruft seine Gazelta Bucurestitov in iunner - wiederholten einförmigen Tönen aus. Bulgarische Infänterlsten marschieren vorbei, und eine Patrouille geht vorüber, deren einer Mann einer 'Unserer Feldgrauen, der andere ein Türke ist. Auf dem Gehweg sitzt ein Zlgeünerjunge und hält leinen Kukuruz feil, die knusprig zubereiteten Maiskörner. Man zahlt ein paar Bani und hat dafür eine halbe Stunde etwas zum Knabbern. Bunt ist daS Bild und voll von Gegensätze«. * Am Hausior gegenüber von uns fitzt eine Zigeunerin an der Straße und gibt ihrem- Säugling die Brust, dabet raucht sie mit * Wohlbehagen ihre Zigarette, und jeder Zug schmeckt ihr wie dem Kindchen jeder Zug aus ihrer Brust. Achtlos gehen die Leute an dem gewohnten. Bild vorbei.' Drei junge Damen im gefährlichen'Älter mit kurzen Rückchen, die die schwarzen durchbrochenen Strümpfe möglichst weit leuchten lassen, kecke Hüre aus dem dunkel, behaarten Kopf wandernplaudernd vorüber) Frohsinn und Lebensfreude blitzen aus den -dunkeln Äugen, denen von der Tragik des Kriegserlebens nichts anzusehen ist. Echtes elegantes Rumänien, ebenso echt rumänisch wie die zerlumpte Zigeunerin, die mit ihrem Kindchen -noch am Hosror kauert. -Der Bolksgarten bietet einen herrlichen Fernblick-über -ad tiefer liegende Tal der Donau, über den Hasen von Braila und über die de. roaldeten jenseitigen User, hinter denen die Bergketten der Döbruoscha den Horizont abschließen. DonauabwÄrts weit in der Ferne sind noch .einige -helle- Gebäude zu unterscheiden, die zu Galatz gehören, daS noch in Feindeshand ist. Der gestrige Heeresbericht meldete: »Wir haben den Bahnhof -von Galatz mit Erfolg beschossen". Ob wir heute «och einen Gegengruß von drüben erhallen werden? Unten am Hasen der Donau entlang drängt sich Fruchtspeicher an Speicher, und aus dem Strom liegen Schisse zum Ent- und -Beladen bereit. .Eine große Fähre mit hochbeladenen -Wagen kreuzt eben die Donau, sie ist' wohl für die. Bulgaren bestimmt, die drüben in der Dodrudscha treue Wacht halten. - Unterdessen entwickelt sich im Gartensaal des BolkSgartenS ein buntes Bild: die Teilnehmer zur Jom Kippur-Feier treffen sich dort von der Front, apS der; Etappe, vom Ort selbst zum üblichen Imbiß vor dem Festtage. An unserm Tisch nimmt eine »Rote Kreuz"-Schwester, die am Seuchenlazarett in Buzau tätigt ist/ Platz. Daneben sitzen Artilleristen- Minenwerfer und Sturmtrupp -Leute in eifriger Unterhaltung mit Landstürmern und Krankenpflegern. Drei türkische Infanteristen suchen - sich mit einem bulgarischen Glaubensgenossen zu verständigen. Ich begrüße sie und unterhalte mich so gut es geht mit ihnen: die Türken sind aus Konstant!- nopel und Smyrna, des Bulgaren Heimat ist Rustschuk. Ein prächtiges Bild bieten an einem Tisch acht stramme blaue Jungens, österreichische Matrosen und Maaten von der Donauflottille, die den. Aufenthalt ihrer Monitors in Braila benutzen, um mit uns Versöhnungstag zu feiern. Mit Stolz erzählen sie mir von ihren Täten und Erlebnisien vor Belgrad und der Dobrudscha und helle Seemännsfreude leuchtet dabei aus ihren Augen. Dutzende von verschiedenen Uniformen, hundert verschiedene Heimatsorte, aber heute nur ein Gefühl gemeinsamer religiöser Erhebung und Feierlichkeit. Noch schöner und ergreifender kam das beim Gottesdienst selber zum Ausdruck, 8er im Gebäude eines Kino abgehalten wurde. Der Borbeter in hohen Feldstieseln hatte über seine feldgraue Uniform den weißen Gebetsmantel gezogen und viele der Soldaten hatten sein Beispiel befolgt. Und alle fanden sich in demselben Gebet: von deutschem und österreichischem, von ungarischem, von türkischem und bulgarischem Soldatenmund erklang es vom Morgen diS zum Abend auf rumänischem Boden: Owinu Malkenu! Eine große jüdische Einheit! In gleicher Form, im inbrünstigen Gebet, tat Klopfen der Brust und im Kasteien des Leibes rang sich aus jeder Soldatenseele der Wunsch zum Himmel empor nach glücklicher Heimkehr, die Sehnsucht «ach Weib und Kind, die Bitte um-Sieg und Frieden! Und als die Nacht herejnbrach und die Feier vollendet war, zog jeder von der Stätte der Religion hinaus auf seinen Posten, in den Graben, an seine Kanone, aus sein Kriegsschiff, an seine Krankenbetten, aber alle durch das Wort der Religion neu gestärkt für das eine und große Ziel: sein Vaterland, unser Vaterland zu schützen. Stabsarzt Dr. Iulius Strauß, lFribürgo-Ghibelliniäe.) Garnisonarzt in Buzau. tlur unserer zewpost-vriesmappe. Z-8- 26. 10. 17. Lieber alter Herr, gestern abend aus Stellung ins BereitschastSIager zurückgekehrt, finde ich hier die nötige Ruhe, Dir ausführlich aufDeine Zeilen

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