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KC-Blätter · 1917-08-01 · Heft 18 (August 1917) · p. Seite 933

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 18 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
Seite 933 (sequence 35)
Language
German
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gerade hier eröffnet sich eür großes und fruchtbares Gebiet für die Arbeit derjenigen Organisationen, welche aus Akademikern bestehen und auf akademischem Boden ihre Tätigkeit entfalten. Auch der KE muß in kommenden Tagen diesen Fragen seine ernste Aufmerksamkeit zuwenden, wenn er den Anspruch erheben will, im Kampfe um die wirkliche Gleichberechtigung eine führende Rolle zu spielen. Mische Slieger im Uriege. (Nachtrag zu der» gleichnamigen Aufsatz von Felix A. Theithaber in der 17. Kriegsausgabe der K. C.-B!ätter ) Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß der in der Nachschrift zu dem Artikel von Felix Theilhaber erwähnte tödlich verunglückte Flieger Hemmerdinger nicht Leutnant war. Der von Theilhaber selbst erwähnte Flieger Rund ist, wie sich aus einem Gedicht in Nr. 9 der Kriegszeitung für das Marinekorps „An Flanderns Küste" vom 15. Juni 1916 ergibt, als Flugmeister am 3. 4. 1915 ehrenvoll in englische Gefangenschaft geraten. Bon jüdischen Fliegern sind uns inzwischen eine weitere Anzahl genannt worden, von denen hier diejenigen, bezüglich deren Personalien wir sichere Feststellungen machen konnten, erwähnt seien: Leutnant Rosin, der Bruder des am 4. Juni d. I. im Luftkampf gefallenen Leutnant Dr. Franz Rosin, dessen Vater übrigens nicht Arzt, sondern ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Freiburg i. Br. ist, Leutnant Strauß vom 1. Feldlustschiffertrupp, Gesr. Unger, früher bei der Flieger-Ers.-Abt. 7, jetzt in einem Park im Westen, Kampsflieger Warschauer, ^vohn des Archivrats Warschauer in Danzig. Dr. Max Mainzer. * Vertiefung -er U.C.-Tendenz. Bon Rechtsanwalt Hans Block (Licariae), Hannover, z. Zt. im Felde. Das Streben, unsere Tendenz zu vertiefen, ist so alt wie die K. C.-Berbindungen selbst. Als ich in der Badenia und Licaria aktiv war (1898, 1899), haben wir oft darüber gesprochen. Und mit Recht verlangt Kartellbruder Dr. Alfred Wolfs im letzten Heft unserer Blätter, daß wir „unsere Aufmerksamkeit dem Ausbau der positiven Seite unserer Tendenz widmen müssen," „daß ein positives Programm aufgestellt werden müsse unter besonderer Berücksichtigung der Werte, die die Gemeinschaft der Religion, der Abstammung und der Rasse enthalten," und er warnt davor, die „Zeichen der Zeit" zu verkennnen. Ein zweckmäßiges Mittel schienen uns wiffenschaftliche Abende zu sein, die von Zeit zu Zeit abgehalten werden. Ferner pflegen dazu befähigte Fuchsmajore einschlägige Fragen zu erörtern. Dann und wann werden von den Verbindungen Vorträge besucht. Es ist zu wünschen, daß man sich nicht auf Veranstaltungen beschränkt, in denen polemisiert oder diskutiert wird, sondern solche bevorzugt, die geeignet sind, das Wiffen zu mehren. Die jüdische Bildung ist bei dem Durchschnitt der deutschen Juden beschämend gering, zumal, wenn der hohe Kulturstand der deutschen Juden berücksichtigt wird, ihre Leistungen aus allen möglichen Gebieten, ihr Streben und ihr Eifer, sich zu bilden und fortzubilden. Es ist beschämend, daß die deutschen Juden, die soviel Jntereffe für fremde Völker und fremde Kulturen zeigen, sich um das Studium des Judentums so wenig bemühen. Wie können wir erwarten, daß Nichtjuden dem Judentum und uns Achtung entgegenbringen, wenn wir selbst das Judentum so gering schätzen und es vernachlässigen! Der Verkehr mit jüdischen Kommilitonen in den K. C.-Verbindungen wird häufig zum tieferen Eindringen in die Wissenschaft des Judentums anregen, wissenschaftliche Abende und Borträge es fördern. Das Interesse muß indes früher, in der Jugend, im Elternhause und Religionsunterricht geweckt werden. Mit dem jüdischen Religionsunterricht ist es nicht immer gut bestellt. Ungeschickte oder unfähige Lehrer, Bevorzugung ungeeigneter oder die Kinder nicht interessierender Themata können bewirken, daß die Kinder das Jntereffe verlieren oder daß sie die Religionsstunde als ein Uebel betrachten, dem sie sobald als möglich zu entrinnen suchen. Sehr erschwert wird auch tüchtigen Lehrern ihre Tätigkeit dann, wenn Eltern den Lehrern unberechtigten Widerstand entgegensetzen und den Kindern den angeblich aufgedrungenen Unterricht verekeln. Eltern, die so handeln, versündigen sich schwer an ihren Kindern. Gerade Kinder leiden unter dem Antisemitismus, reizbar und schutzlos wie sie sind. Um so nötiger ist es, ihnen als Äquivalent eine positive jüdische Anschauung zu geben, in ihnen Verständnis und Liebe zum Judentum zu wecken und sie davon zu überzeugen, daß es etwas Wertvolles ist, für das sie dulden. Kindern, die höhere Schulen besuchen, müffen die jüdischen Kenntnisse in einer Form gelehrt werden, die ihrem Bildungsgrad entspricht. Kartellbruder Fritz Meyer hat im vorletzten Heft dieser Blätter mit Recht gefordert, daß die Geschichte der Juden in der Zerstreuung bis auf

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