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KC-Blätter · 1917-08-01 · Heft 18 (August 1917) · p. Seite 923

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 18 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
Seite 923 (sequence 25)
Language
German
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923 wes Geistes Kind die Persönlichkeiten sind, die die unbestrittene Herrschaft in der zionistischen Ltndentenschaft ausüben. Das unendliche Mißverhältnis war aufzudecken zwischen bem Meister, der für eine hohe Sache groß und würdig den >lampf führte, und seinen Jüngern, die von i(jm ein paar Glaubensartikel, nicht aber seinen Geist übernahmen, die gar nicht ahnen, wie sie den Namen dessen schänden, auf den sie sich für ihre leeren und unedlen Gehässigkeiten berufen. Damit hätte ich am liebsten meine Auseinandersetzung mit dem „Jüdischen Studenten" geschlossen. Um aber Mißdeutungen zu vermeiden, möchte ich doch noch in möglicher Kürze auf den Artikel zurückkommen, den in eben jener Nummer des nationaljüdischen Blattes Herr S. W. auf nicht weniger als 8 Seiten (135—143) über den „K. C.-Geist" veröffentlicht. Nur mit Widerstreben komme ich dieser publizistischen Pflicht naches ist für den, der ernste und ehrliche Auseinandersetzungen liebt, wahrhaftig kein Vergnügen, sich mit einem solchen geistlosen Machwerk näher abzugeben- Herr S. W. ist kein Gegner, bei dessen Ueberwindung Ruhm zu ernten wäre. Aber die Redaktion des „Jüdischen Studenten" fügt, wie oben erwähnt, jenem Artikel die Anmerkung hinzu: „Mit diesem Artikel werfen wir dem K. C. einen besonders fetten Bisien vor. Wir haben nichts dagegen, daß er in den K. C.-Blättern vollständig * abgedruckt wird. D. Red." Die Redaktion des „Jüdischen Studenten" ist also offenbar der Meinung, ihren Lesern etwas ganz Hervorragendes vorgesetzt zu haben. Eine gewisse geistige Bescheidenheit läßt sich der Redaktion des „I. St." nicht absprechen. Die Arbeit des S. W. charakterisiert sich dahin, daß sie Methoden, die früher zuweilen bei innerpolitischen Fehden von demagogisch veranlagten Agitatoren in Volksversammlungen angewendet wurden, auf die Auseinandersetzungen jüdischer Akademiker überträgt. S. W. greift sich die damals letzten drei Hefte der K.C.-Blätter <Mai bis Oktober 1915) heraus und sucht aus ihnen den abscheulichen K.-C.er-Geist herauszudestillieren. Zur Grundlage nimmt er hierbei die in den K. C.-Blättern veröffentlichten Feldpostbriefe. Aus diesen stellt er sich diejenigen Sätze zusammen, in denen sich unsere Krieger stolz zu ihrem Deutschtum — zu jenen Werten > also, für die sie tagtäglich ihr Leben einsetzen — bekannten, und sucht so die These zu begründen, daß die K. C.-Blätter „den Krieg im wesentlichen als eine Gelegenheit betrachten, mehrere Stationen auf dem mühsamen Weg zum Herzen des deutschen Volkes und zu seinen Offizierskasinos zu überspringen." (S. 136). Soweit hierin die Ver- I dächtigung enthalten ist, daß die K. C.-Blätter den Krieg wesentlich von dem Gesichtspunkt der Erlangung jüdischer Offiziersstellen betrachten, wird natürlich hierfür nicht der Schimmer eines Beweises erbracht. Es handelt sich einfach um eine Beschimpfung, die das Niveau der niedrigsten antisemitischen Hetzpresse unterbietet, und wie sie eben jemand zu verbreiten wagt, der glaubt, vor keinem Mittel zurückschrecken zu sollen, wenn er nur seinen Namen verschweigt. Und selbst wenn man zu Gunsten jenes Anonymus annehmen wollte, daß er nicht die Fähigkeit besaß, die Schlvere der von ihm ausgesprochenen Beschuldigung zu erkennen, so bleibt doch sein Gewerbe das denkbar traurigste. Man überlege: in den K. C.-Blättern wird, wie S. W. selbst behauptet (S. -136), eine „wahllos aufgestapelte Fülle der Feldpostbriefe" wiedergegeben. Es handelt sich hier also nicht um die Arbeiten von Literaten, die vorher sorgsam durchgeprüste Programme auszuarbeiten und Direktiven zu geben suchen, sondern um anspruchslose, oft im Schützengraben, oft nach schwerer Tagesmühe im. armseligen Quartier hingeworfene Briefe, die den Bundesbrüdern von Stimmung und Erlebnissen Bericht erstatten sollen. Und nun setzt sich der scharfsinnige Kritiker S. W. in einen bequemen Lehnstuhl und nimmt sich sorgsam die Schreiben der kämpfenden Soldaten vor. Er untersucht jeden einzelnen Feldpostbrief nach allen Seiten, findet sich dann irgendwo ein Satz, der dem Kritiker als zu deutsch und als zu wenig jüdisch erscheint, oder der auf eine zu „muntere Auffassung der zukünftigen Lage" schließen läßt, flugs wirö er herausgeschnitten und als „Bankrotterklärung" des Judentums dem Leser vor Augen geführt. Und so ist denn Herr S. W's Mühe nicht ohne Lohn geblieben. Ganz fürchterliche Dinge weiß er dem erschreckten Leser zu berichten.. Da ist in einem Briefe von der „äußerst netten Kameradschaft mit den Kollegen und Offizieren" die Rede, ja es wird sogar der Einfluß des jüdischen Sanitätsoffiziers auf die Offiziere sehr hoch eingeschtttzt, „ein anderer Mediziner versichert sogar, er habe nie einen Unterschied im Verkehr seiner Kameraden mit andern oder sich bemerkt" sS. 136), „einem anderen muß gar Lagarde als Eideshelfer dienen, um das deutsche Gemüt ins jüdische zu übertragenein Dritter hält die Treue, die er dem verstorbenen Paul Ehrlich nachrühmt, für eine spezifisch deutsche Treue, und selbst der kriegerische Geist der Bibel läßt sich mit nichts anderem als gerade dem deutschen Heldensinn vergleichen." sS. 137.) Dies sind die Vergehen, die sich unsere Feldgrauen da draußen zuschulden kommen ließen, und wie ragt solchen Duckmäusern gegenüber in einsamer Heldengröße an seinem Schreibtische Herr S. W. hervor, dessen Stirne

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