KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 18 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- Seite 920 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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020 Kriege Anhänger ,verbend hervorzutreten gedenken. Die Notiz „K.J.V. und Burgfriede" soll darin ein Prunkstück bilden." Das Präsidium. Diese Abwehr erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß sie ausdrücklich von „dem Präsidium" unterzeichnet worden ist, daß sie sich also als offizielle Stellungnahme der führenden Männer der zionistischen Studentenvraanisation gegen den nichtzionistischen K.C. kennzeichnet. Sie wird noch dadurch verschärft, daß dieselbe Nummer des „Jüdischen Studenten" unter offenbarer Bezugnahme auf die vorstehende Polemik eine Arbeit „K. C.-Geist" von einem Herrn bringt, der sich vorsichtigerweise nur mit „S.W." unterzeichnet, und auf nicht weniger als acht enggedruckten Seiten durch Exzerpte aus den Kriegsheften der K. C.-Blätter die unselige Verblendung dieses nichtzionistischeck Studentenverbandes zu demonstrieren sucht. Um. auch dieser Arbeit einen offiziellen Anstrich zu geben, bemerkt die Redaktion in einer Anmerkung (in der der unverholene Aerger darüber zum Ausdruck kommt, daß die K. C.- Blätter von dem Angriff gegen den „Junq- Mauschel" Kenntnis genommen und auf ihn so kurz und kräftig pariert haben): „Wir haben uns mit der Tatsache abzufinden, daß der K. C. den I. St. mitliest. Der Inhalt des I. St. mutz eben danach eingerichtet werden. Mit diesem Arttkel werfen wir dem K.C. einen besonders fetten Bifien vor. Wir haben nichts dagegen, datz er in den K.C.-Blättern vollständig abgedruckt wird. Die Red." Man sieht, dem Präsidium des K. I. B. ist, wie es selbst erklärt, „von einem Burgfrieden zwischen uns und dem K. C. nichts bekannt" und es sagt dem K.C. in schärfster Weise die Fehde an. Daß ich auf diese Angriffe, die bereits jnt Jahrgang 1916 des Jüdischen Studenten erschienen sind, erst heute zurückkommen kann, liegt daran, daß der Jüdische Student unter beabsichtigtem Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheint, sodaß ich erst jetzt diese Nummer des zionistischen Studentenblattes erhalten habe. Eben in dieser wohlbeabsichtigten Geheimhaltung liegt es begründet,'daß der K. C. überhaupt keine oder höchstens zufällig einmal eine Möglichkeit hat, von den gegen ihn erhobenen Angriffen Kenntnis zu nehmen und diese gebührend zurückzuweisen. Eben hier liegen aber auch die Gesichtspunkte, die die Angelegenheit weit iiber einen Studentenstrett hinausheben, nnd sie zu einer allgemeinen jüdischen, mehr: zu einer allgemeinen menschlichen Sache machen. Ich habe oben die Replik des Präsidiums des K.J. B. wörtlich wiedergegeben. Weniger deshalb, weil das Präsidium erklärt, „nur zu einem vollständigen Abdruck die Genehmigung zu geben" — die Jurisprudenz des Präsidiums ist ebenso anfechtbar wie seine Ethik — als vielmehr deshalb, um dem Leser einen objektiven Einblick in die Geheimpropaganda zu verschaffen, die die Hintermänner des K.J.V. betreiben. Worum handelt es sich? Im „Jüdischen Student" war während des Krieges in einem Bericht des V. J.St. Breslau eine angeblich beabsichtigte Gründung der Breslauer K. C.er als eine Gründung „Jung-Mauschel" beschimpft worden. Die K. C.-Blätter hatten in glücklichster Weise erwidert, indem sie die Schmähung einfach niedriger hängten, und sich mit der Feststellung begnügten, daß dies der „Jargon der Staatsbürgerzeitung aus der Zeit vor dem Burgfrieden" sei. Was tut nun das Präsidium des K.J.V. und die Redaktion des „Jüdischen Studenten"? Nach meiner schlichten bürgerlichen Ehrauffaffung gibt es, wenn man auf persönliche Angriffe festgenagelt wird, nur zwei Möglichkeiten, ehrenhaft die Angelegenheit zu erledigen - entweder man begründet seine Vorwürfe, oder aber, falls man hierzu nicht in der Lage ist, so muß man den Mut haben, ungerechte Angriffe zurückzunehmen. Unter keinen Umständen darf man aber meines Erachtens, wenn man im Unrechte ist, nun noch den Anschein erwecken, daß man sich um die geforderte Erklärung in der Hauptsache herumdruckt. Es handelt sich bei dieser von mir vertretenen Ehrauffassung keineswegs etwa um jene besondere studentische Standesmoral — mit der ich mich keineswegs zu identifizieren vermag — sondern es handelt sich um sittliche Anforderungen, die sich für jeden Bürger von selbst ergeben, deren strikte Befolgung vor allem aber im Jntereffe unserer öffentlichen Diskussionen liegt. Das Präsidium des K.J.V. sucht hingegen in einer spaltenlangen Erklärung die Debatte auf Nebenpunkte zu lenken, redet um den eigentlichen Kern der Angelegenheit herum und vermeidet es absichtlich) offen zu erklären, ob es die eindeutige Beschimpfung aufrecht erhält oder nicht. Darum wird zunächst konzediert, „der vonr K. C. zitierte Paffus ist, wie zugegeben werden muß, nicht gerade geschmackvoll". Damit sucht man sich gegen diejenigen eigenen Bundesbrüder zu decken, die Anstandsgefühl genug besitzen, uni die Beschimpfung andersdenkender Stammesgenoffen — denn das bleibt der Ausdruck „Mauschel" unter allen Umständen, da auch Herzl, dem er entlehnt ist, ihn zur Bezeichnung einer für ihn verächtlichen Klaffe von Juden gebraucht — genau so peinlich zu empfinden wie wir. Aber man fügt sogleich hinzu: „insbesondere stört die Verwendung des Wortes „schick". Damit ist man nun auch gegenüber dem Gegner gedeckt, und man hat in Wirklichkeit keinen Deut zurückgenommen. Denn um das Wort „schick"