KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 18 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- Seite 915 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2268830-2268902-2268908--1996-3523563- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
915 An tägliche offizielle Gelegenheiten konnte infolge der militärischen Verpflichtungen der einzelnen Bundesbrüder nicht gedacht werden. So mutzten wir uns darauf beschränken, an jedem Donnerstag Abend offiziell zusammenzukommen entweder in einem Restaurant oder aber auf unserer Kneipe, wo wir recht angeregte Stunden verbrachten und wo der alte Viadrinenqeist voll zur Geltung kam. Ost gingen wir hinaus aus „Heilig Kreuz", und auch sonst waren wir viel zusammen. Zweimal in der Woche war Fechtstunde unter Leitung des Fechtwarts, die Füchse fochten außerdem noch besonders unter Aufsicht des hiesigen Fechtlehrers Riehl. Alle 8 bis 14 Tage hielten wir einen Konvent ab. Zum 3öjährigen Regierungsjubiläum S.K.H. des Grotzherzogs von Hetzen veranstalteten wir eine wohlgelungene Festkneipe, zu der die Kb.Kb. und Bb.Bb. aus der Umgegend in größerer Zahl erschienen waren. Im Monat Juli führte uns ein netter und gemütlicher Kommers mit Damen mit unseren Heidelberger und Frankfurter Kb.Kb. sowie verschiedenen Darmstädter Gästen hier zusammen. Der Geselligkeit haben wir aus diese Weise den jetzigen Zeiten entsprechend Rechnung getragen. Auf dem Sttftungsfest der l. „Bavaria" waren wir in Heidelberg vertreten. Der Fuchs Herbert Simon hielt an einem der wissenschaftlichen Tendenzabende eineil anregenden Rezeptionsvortrag: „Die Juden und der Krieg" unter Zugrundelegung des gleichnamigen Buches von Geh- Rat Prof. Geiger. Als wichtiges Ereignis wäre noch die Aufhebung der Kriegssuspension der „Viadrina" zu erwähnen. An Personalnachrichten hätten wir llvch ergänzend folgende Mitteilungen zu machen: Beförderungen: Karl de Bries zum Leutnant der Reserve, Dr. Hahn zum Oberarzt der Reserve, Hans Cohn und Flugzeugführer Karl Fromm zu Unteroffizieren. Auszeichnungen: Hans Cohn erhielt das Eiserne Kreuz U. Klaffe. Der Bruder unseres Bb. Karl de Bries, Leutnant Alfred de Bries, wurde Ritter des Eisernen Kreuzes l. Klaffe. Den Ausgezeichneten und Beförderten gratulieren wir auf diesem Wege herzlichst. Zum guten Gelingen des abgelaufenen Semesters haben in nicht geringem Matze auch unsere in Darmstadt anwesenden Kb.Kb. beigetragen, denen wir auch hier noch einmal unseren besten Dank aussprechen. Unser l. Bb. Benni Cahn mutzte wegen seines bevorstehenden Diplom-Staatsexamens sein Amt als Mitglied im A. H. B.-Borstand und als S.W. der Verbindung leider niederlegen. Er wurde inaktiviert. Für seine aufopferungsvolle und arbeitsreiche Tätigkeit danken wir ihm vielmals und wünschen ihm Glück zu seinem Examen. DaS Sommersemester 1817 wird hoffentlich für die Zukunft des K.C.S und der „Viadrina" eine weitere gute Grundlage geben in kommenden Semestern, die, wie wrr alle wünschen, bald Friedenssemester sein mögen. Unseren Bb.Bb. im Feld rmd in der Heimat wünschen wir weiter Glück und siegreiche Heimkehr. Das Wintersemester 1917/18 beginnt am 4. Oktober, abends 81/, Uhr s.t., mit einem gemütlichen Zusammen sein im „Darmstädter Hof". Dr. Ernst Hahn. Friburgia. Wir schloffen das Sommersemester aln 14. Juli mit der »»blichen Schlutzkneipe. Auf dem Schluß konvent wurdett rezipiert die Brander Bernstein, Alwin Hirsch, Laser und Fürst. Die F.C. hat folgende Besetzung: Fürst x,F.C. a.H. Dr. Lazar x x, F.M. Bernstein xxx Inaktiviert wurde Oske, philistriert Wollenberg. In die Verbindung trat neu ein Herr stud. iur. Erich Lewinski aus Goldap. Ueber den Verlauf des verflossenen Semesters haben wir an die im Felde stehenden Bbr. Bbr. einen ausführlichen Bericht gesandt, aus dem sich der lebhafte Berbindungsbetrieb im Sommersemester ersehen ließ. Da die nreisten Bundesbrüder rvährend der Ferien verreist waren, war der Betrieb in dieser Zeit ein sehrbeschränkter; dennoch waren die anwesenden Bbr. Bbr. fast wöchentlich ein Mal bei einer Kneipe oder im Lokale gemütlich vereint. Wir hoffen, daß das Berbindungsleben im W.-S. ein ähnlich reges, wie das im S.-S. werden roird, obgleich mehrere Bundesbrüder in diese»» Monat zum Heere einoerufen werden. K. C.-Stam»ntisch Frankfurt a. M. Zu unserer große»» Freude war es uns möglich, nicht nur den Berbindungsbetrieb aufrecht zu halten, sondern sogar noch in der Mitte des Semesters einen Zuwachs in dem 8tud. med. Fritz Marx aus Wiesbaden begrüßen zu können. Wenn auch die fiir heutige Verhältnisse stattliche Anzahl von acht Burschen und sieben Füchsen für ein gutes Semester bürgte, so war es in unserem Falle doch nicht leicht, ein solches zu schaffen, da die meisten Bbr. Bbr. durch den Militärdienst sehr in Anspruch genornmen wurden. Die guten Beziehungen zu einer K. B. Viadrina wurden durch eine Einladung zu einem sehr schön verlaufenen Abend mit Damen in Darmstadt weiter gefördert. Daß die K. V. Bavaria ebenfalls erschienen war, machte die Zusammenkunft in dieser schweren Zeit zu einem Erlebnis. Nicht minder schön war das Stiftungsfest der K.B. Bavaria, an dem leider nur einige Bbr. Bbr. teilnehmen konnten. Kurz vorher verlebten wir einen gemütlichen Abend im Kaiserhof mit den A. H. A. H. und ihren Damen. Als das Semester dann Anfang August geschloffen war, trafen die Bbr. Bbr. sich während der Ferien öfter im „Faust". Eine größere Zusammenkunft im Kaiferhof erfreute sich wieder der Anwesenheit der A.H A.H. und ihrer Damen. Durch ein trauriges Ereignis wurde die gute Sttmmung in der Verbindung sehr herabgedrückt, nämlich durch den Heldentod unseres l. Bbr Ärchur Mayer, dessen Leiche nach Frankfurt a. M. überführt wurde und dem wir nun das letzte Geleit gaben. In das neue Semester gehen wir mit der festen Ueberzeugung. daß wir genügend Gelegenheit haben werden, weiter einen tüchtigen Stamm für eine hoffentlich bald zu gründende Verbindung heranzuziehen. Bücher- und Blätterschau Des Jizchok Leib Perez chassidische Geschichten. Aus dem Jüdischen von Alexander Eliasberg. 1917. R. Löwis Verlag, Men-Berlin. Leicht beieinander wohnen die Gedanken Und hart im Raume stoßen sich die Sachen. In das Reich der freien, schrvebenden Gedanken führt dies Buch die hinauf, die ein solches Reich, unirdisch und überweltlich, kennen lernen wollen. Wer des harten I Kampfes der Dinge müd ist, der folge ihm in ein stilles I weltenfernes Tal. — Lang lag's im Dunkel, nicht von! des Alltags Sonne erhellt. Jetzt hat des Krieges jäher i Blitzstrahl hineingeleuchtet: nun ist's vor eines jeden Auge hingebreitet: und die's betrachten, wissen nicht die Seltsamkeiten, all das Absonderliche, was sie da schauen, zu deuten: Ostjudentum. Durch ein verstecktes Seitenpfädchen führt uns das Buch hinein, um Verständnis