KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 18 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- Seite 913 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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913 Bukarest, 19. 8. 17. Lieber Alter Herr! Scho», . lange wirst Du nichts mehr von mir erfahren haben.! Es sind dies auch die ersten Zeilen, die ich seit 3 Wochen i geschrieben. Am 5. 8. begann unsere Offensive nördlich Focsaui. Bis 9. 8. machte ich alle Gefechte mit, am , Abend des 9. August wurde ich im Susitatale von einer Granate verschüttet, kam hierauf ins Lazarett und bin seit 10 Tagen in Bukarest. (Meine Adresse lautet: San. Gefr. Simon, Deutsches Kriegslaz. 138 D. Brancovenesti, Deutsche Feldpost 308). Es geht mir Gott sei Dank wieder erheblich besser, sodatz ich bald wieder das Bett verlassen darf. Die Behandlung ist ausgezeichnet, und man merckt hier in allen Stücken nichts von diesem, sonst alles veränderndem Kriege. Brancovenesti war früher das größte rumänische Spital, und alle Instrumente und Geräte find in deutschen Besitz übergegangen. Es liegt mitten in der Stadt, umgeben von schönen Parkanlagen. Die Stadt selbst hat wenig unter dem Krieg gelitten. Hier angesichts einer solch reichen und schönen Stadt sieht man erst, welch dummen politischen Fehler das Rumänien Bratianus beging. Uns deutschen konnte das nur recht sein; das Land bietet unS solche Reichtümer an Getreide und Bodenschätzen, daß uns England niemals auszuhungern vermag. Vielleicht wären unsere wackeren U-Boote zur Tatenlosigkeit verurteilt, wenn ihnen nicht das rumänische Erdöl zugute käme. Bon unseren lb. K. C. habe ich aus den letzten K. C.-Blättern alles Wissenswerte erfahren. Gerade einen Tag vor dem großen Angriff konnte ich sie noch mit Ruhe lesen. Sonst wüßte ich wenig Neuigkeiten. Grütze noch bitte Deine werte Gemahlin und Fräulein Tochter von mir und sei selbst noch herzlichst gegrüßt von Deinem Ir. Bbr. Max Simon. Buzau, 13. 8. 17. Lieber Mainzer! Durch einen merkwürdigen Zufall treffen sich 4 K. C.er hier in Buzau gemütlich bei einem Glas Wein. Möchtest du an Bb. Bb. und Kb. Kb. in Rumänien Mitteilen, daß sie sich beim Garnisonarzt in Buzau, Dr. Strauß, melden? Besten Gruß Dein Julius Strauß (Friburgo-Ghib.) Ein hocherfreulicheS Ereignis, solch Zusaulmentreffen. Ihnen, Herr Knrtellbruder, beste Grütze Ihr vr. Herzberg (Lic.) KriegsgertchtSrat. Lieber Mainzer! Nun hat man doch noch das Glück gehabt, sich hier mal zu treffen. Heimliche Grüße Dein Nachmann (Bad. Bav.) 28. 8.17. AuS Bukarest senden Ihnen, sehr geehrter Herr Kartellbruder, recht herzliche Grüße die Gründer der zukünftigen Bukarester K.C.-Abende: Ph. Bohssen (Lic.) Walter Marx (Rheno-Sil.> Metz, 18. 8.17. Lieber Mainzer! Vom ersten Metzer K.C.-Abend senden Dir herzlichen Gruß Hermann Guthmann (Ghib.) Theo Goldschmidt lSprev.) Kehr (Lic.) Dein Zucker (Bav.) MeyerSberg (Lic., Rh.-S.) Kaufmann (Lic.) Schiff (Lic.) Eine Reihe weiterer Mitteilungen aus dem Felde, insbesondere die Grüße von den im Anschluß an die Feiertagsgottesdienste veranstalteten Zusammenkünften, müffen aus Mangel an Raum für die nächste Nummer zürückgestellt werden. BHI MD Verbands-Nachrichten. Thuriugia. Wie ein Wanderer Halt macht, wenn er einen Teil seines Weges zurückgelegt hat, sich noch einmal umschaut nach der Schönheit des Landes, und abmißt, was er bisher vollbracht hat, so wollen auch wir von einem Ruhepunkte aus, zu dem wir mit Abschluß des Sommersemesters gelangt sind, Rückschau halten auf das, was wir erlebten und was wir erreichten. Mit guter Hoffnung konnten wir am 19. April das 7. Kriegsstarkster beginnen, denn wir hatten eine für Breslau recht zahlreiche AktivitaS. Verbot die schwere Kriegszeit, daß wir korporativ nach außen hin auftraten, so ließ unser Innenleben nichts zu wünschen übrig. Alle Bundesbrüder, die auf längere oder kürzere Zeit — denn der Krieg brachte natürlich Störungen im Verbindungsleben mit sich — das Sommer-Semester bei unS verleben konnten, werden sicherlich recht zufrieden daran zurückdenken. Die neu eingeiretenen Bundesbrüder gewöhnten sich schnell an das Berbindungsleben und fühlten sich bald bei uns heimisch. Die Offizien wurden dadurch verschönt und belebt, daß immer Bundesbrüder zu uns auf Urlaub kamen oder genesende Verwundete sich bei uns einfanden, um an der alten Stätte mit uns einige Stunden zu verleben. Die schönen Sommertage benutzten wir zu herrlichen Ausflügen in die nähere oder weitere Umgebung von Breslau. So machten wir einen Exbummel nach Sibyllenort, wo wir gleichzeitig unseren i. a. B. Zimmt besuchten. Bei schönstem Wetter und bester Verpflegung verlief der Tag für alle Teilnehmer in angeregtester Stimmung. — Das Fechten und Schwimmen wurde nicht vernachlässigt. In den Fuchsen, stunden wurde großer Wert auf Borträge und fchrift. liche Ausarbeitungen gelegt. Auch Vorträge in größerem Stile wurden im verflossenen Semester gehalten, die Stoff zu angeregtester Diskussion gaben. Sehr schön verlief auch die Abschiedsstier zu Ehren unseres A. H. vr. Goldmann. Die Breslauer K. C.er waren wohl vollzählig und auch K. C.er aus anderen Städten waren dazu erschienen. A.H. Rechtsanwalt Fritz Cohn begrüßte in launigen Worten die Erschienenen und richtete an den Scheidenden herzliche Worte. Im Namen des A.H.B. Biadrina sprach vr. Peritz, im Namen der Thuringia i.a.B. Zimmt. Auch sonst wurden noch — so von A.H. Ernst Rosenthal — der Reden viele ge. schwungen, auf die A.H. vr. Goldmann antwortete. Allen Teilnehmern wird diese Feier gewiß lange Zeit in der Erinnerung bleiben. Die sonst übliche Seuzesterschlußkneipe mußte in Anbetracht der Kriegsverhältnisse einem Frühschoppen iw Münchener Auguftinerbräu weichen. Wenn man nach dem Rückblick auch einen kurzen Ausblick tun darf, so müffen wir leider feststellen, daß wir, obwohl wir mit großem Opttmismus das ver. floffene Semester begonnen und geschloffen haben, doch wegen der kommenden Tage in Sorge sind. Die Zahl der für die Keilarbeit und den inneren Berbindungs.