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KC-Blätter · 1917-08-01 · Heft 18 (August 1917) · p. Seite 912

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 18 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
Seite 912 (sequence 14)
Language
German
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912 mag! Und daran glaube ich doch, daß es schon etwas schwerer ist, ihn hier aufrecht zu erhalten, als in den Bürostuben der deutschen Zeitungsschreiber, deren Leistungen uns oft den Ekel in den Hals steigen lasten. Ueber den Zweck und die Notwendigkeit des Krieges läßt sich weder eine verneinende noch eine bejahende Antwort in klare Form bringen. Ich glaube daran, daß Kriege unter den Völkern, wie sie sind,nicht zu vermelden sind, und was hälfe eS, sich Idealbildern hinzugeben, an deren Verwirklichung man selbst ,licht glauben kann. Ob wir nun Schuld am Ausbruch des .Krieges haben oder nicht, ob wir Eroberungsgelüste hatten oder nicht, darüber können wir Laien nichts Bestimmtes misten. Mir persönlich ist es eine starke Genugtuung, daß ich an der Stelle, an die ich gestellt wurde, geholfen habe, unserer Heimat das zu ersparen, was ein großer Teil Frankreichs, ganz Belgien usw. erleiden mutzte. Ich will durchaus nicht leugnen, dah es Wr mich auch Stunden gibt, in denen die großen Mühseligkeiten, grauenvolle Bilder, wie ste der Krieg täglich bringt, unendlicher Schmutz und Regen usw. den „Sölid aus der Höhe" und das freie Urteil unmöglich machen. Aber in einigermaßen menschliche Verhältniffe zurückgekehrt, wird der Geist doch wieder Herr über die Materie, und in ruhigen Stunden lächelt man wohl über die Flüche, die einem in schweren Erleichterung gebracht haben. — Du weißt vielleicht schon, daß wir seit dem 18. August die Siegfriedstellung bei ... . verlosten haben und nach Flandern gekommen sind. Unsere Division lag bisher in den Bereitfchastsstellungen und trat in ihrer Bestimmung als „Stoßdiviston" bis heute nicht in Tätigkeit. Durch einige Volltreffer der englischen Artillerie hatten wir in einem Barackenlager erhebliche Verluste. Die Wirkung der Sprengstücke war recht grauenhaft. Dabei lagen wir noch etwa 10 km hinter dem Trichterfeld. Mir persönlich gmgs immer gut. Ich freue mich, das auch von Dir zu hören. Schreib mir bitte bald mal wieder und sei aufs herzlichste gegrüßt von Deinem tr. Bbr. Fritz Mayer (Bav.) 6. 8 17. Lieber Mainzer! Gestern abend erhielt ich die K. C. Zeitung. Ich freute mich, durch diese einmal wieder von euch allen zu hören. Ich bin ja scheinbar etwas fern von der Möglichkeit, K.C.er zu treffen, bitte Dich aber doch. Dein Augenmerk darauf zu richten, eine Zusammenkunft, am besten in Laon, zu ermöglichen. Es müssen doch eine Maste K.C-er in oder bei Laon fein. Der K.J.B. hatte kürzlich in Laon auch eine Zu. sammenkunst. Ich selbst kann mich nicht darum kümmern, da ich so ziemlich in der Wildnis und ziemlch weit vorne meinen militärischen Dienst ausübe. Mir geht eS nach wie vor ausgezeichnet. Wenn die Sehnsucht nach friedlichen Berhättniflen und den Lieben in der Heimat nicht wäre, ich könnte den Krieg körperlich und seelisch noch lange aushalten. ES ist doch ganz gut, daß man seinen Körper in jungen Fahren körperlich gestählt hat. Unsere Arbeit in der Verbindung trägt jetzt'chre Früchte. — Unter Äntisemitismus habe ich nicht im geringsten zu leiden. Ich bin jetzt zur Beförderung zum Bizefeldwebel und Offiziersaspiranten eingegeben. Was machen denn Frau und Tochter? Grüß ste herzlichst von mir. Dir viele Grüße in alter bewährter Freundschaft _Dein Martin Meyer. 36. 7. 17. Lieber Atter Herr! Unser guter alter K. C.-Pfiff hat wiedermal zufällig zwei Kartellbrüder zusammengeführt! Da kein Bier zur Stelle ist, begießen wir die Begegnung durch Kakao in Milch! Schlemmerhast, nicht war? Schade, daß man immer nur für kurze Zeit mit einem K.C.er zusammen sein kann. Wir beide müssen nächstens in verschiedene Stellungen. Vorläufig gehts noch immer sehr gut. — Freundlichste Grüße von Ihrem Leopold Moses (Sprev.) Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Es ist doch ein wundersam schönes Gefühl, hier im Feindesland unvermutet einen Kartellbruder zu treffen. Draußen don. nern die Kanonen, doch wir unterhalten uns friedlich über unseren lieben K.C. Ergebenste Grüße Ihr Max Aber (Thur.) Frankreich, den 4. .v. 1917. Lieber Atter Herr! „Eisenhaltige" Luft in starker Konzentration ist tatsächlich ein großes Hindernis fürs Briefschreiben, und deshalb mußte ich Dich leider diesmal länger als sonst auf ein Lebenszeichen von mir warten lasten. Ich «ruß Dir ganz offen gestehen, ich habe es oft stark bezweifelt, ob ich überhaupt noch einmal dazu kommen würde) denn was ich in der Artillerieschlacht in Flandern, dieser furchtbarsten des ganzen bisherigen Krieges, mitgemacht habe, war entsetzlich. Ich kam erade in die Bescherung nach meinem Examensurlaub inein. Unsere Batterie hatte koloflaleS Glück. Sie lieb völlig unerkannt und nur die Sprengstücke der benachbarte Batterien blasenden Granaten, besonders der so gefürchteten „Ratscher" schwersten Kalibers, machten uns das Leben schwer) denn Unterstände gabs nicht, damit man wenigstens svlittersicher gewesen wäre) wir lebten in Zelten, die nicht mal regendicht, geschweige denn kugelsicher waren. Auf Befehl meines sehr liebenswürdigen Abteilungsarztes durste ich drei Tage in Gent verleben und mich dort mal wieder austoben. Aber gerade in diesen Tagen hatte Tommy in sehr verstärktem Maße mit dem Arttllerilefeuer begonnen und uns leider auch Verluste zugefügt. Für einen gefallenen Sanltäts- Ntffz. mußte ich nun zu einer Nachbarbatterie, die offensichtlich erkannt war und die Tag und Nacht mit den ganz dicken „Marken" beschossen wurde. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Wir pendelten immerfort zwischen unserem Zelt und dem Deckungsgraben hin und her, in dem wirwenigstenS gegen die tollsten Sprengstücke sicherwaren. Allerdings gegen Volltreffer ist ja noch kein Kraut gewachsen und kein sicherer Unterstand gebaut worden) denn die Trichter, die solche dicken Dinger verursachen, sind so groß und tief, daß man bequem ein großes Karussell drin einbauen könnte. Das ich als „Sanitäter" leider viel Arbeit bekam, kannst Du Dir denken und wie groß die allgemeine Freude war, als wir plötzlich abgelöst wurden, ist nicht auszumalen. Endlich konnte man wieder schlafen und sich waschen. Leider wurde aus unserer angesagten vierwöchigen Ruhe eine viertägige. Nun liegen wir in der ganz ruhigen Siegfriedstellung und ruhen unsere müden Knochen aus. Nötig haben sie'S. Unser Quartier ist eine große verlassen „ferme", in der es recht behaglich ist trotz schlechten Wetters. Ich bedaure die armen Kerls, die jetzt die schweren Kämpfe „da oben" noch auSzuhatten haben! So, nun bin ich mit meiner Weisheit für heute wieder mal am Ende. Grütze bitte Deine werte Frau Gemahlin und dein Töchterchen. Mit herzl. bundeöbr. Gruß verbleibe ich Dein tr. Bbr. Kurt Oppenheimer (Bav.) 14. 8. 17. Lieber Mainzer! Mit Strauch habe ich mich in Metz verabredet. Wir gedenken alter schöner Zeiten. Herzlichste Grüße Deine- Schleitzner (Sprev.) Viele herzl. Gruße Strauch (Sprev.)

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