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KC-Blätter · 1917-01-01 · Heft 15 (Januar 1917) · p. Seite 825

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 15 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 825 (sequence 39)
Language
German
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826 kleine, namentlich, wenn noch beachtet wird, dass von ihnen im Lause deS Winters noch ein beträchtlicher Teil unter die Föhnen getreten ist. Einschliesslich der Ausgezogenen, die sich ihre akademischen Rechte gewahrt hoben, der Ausländer und der Frauen, sind diesen Winter an sämtlichen Universitäten 60041 Studierende eingeschrieben gegen 5350V im ersten Krkegshalbjahr und 61000 im Sommer 1914. Bor Kriegsausbruch mögen etwa 53000 reichsangehörige Männer vorhanden gewesen sein: wie angenommen werden kann, find nur n"ch etwa 7000—8000 Reichsangehörige in den Hochschulftädten anwesend, es stehen demnach etwa 45000 oder 85 v. H. im Feld, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dast den seit der Mobilmachung hinzugekommenen Füchsen kein entivrechender Abgang gegen, übersteht, da die älteren Studierenden während der ganzen KrieaSdauer eingeskb'-leben bleiben. Hinsichtlich des augenblicklichen tatsächlichen Be. such» der einzelnen Universitäten steht Berlin an der Stütze mit 4152 Studierenden, worunter sich aber 460 Ausländer und 1240 Frauen befinden; dann folgt München mit 2188 Anwesenden. Bonn mit 1351, BreSlau mit 1101, Leipzig mit 1067, Göttingen 018, Heidelberg 769, Marburg 658, Frankfurt 618, Münster 609, Halle 610, Fenn 501, Strastvurg 586, Königsberg 501, Tübingen 471, Freiburg 437. Kiel 367, Würzburg 310, Greifswald 314, Erlangen 287, Giessen 381, Rostock 194. Die verbältnismästig starken Anwesenheitsziffern einzelner Hochschulen beruhen wesentlich auf einem stärkeren Ausländer- und Frauenbesuch, die geringeren Zahlen anderer (*. B. Mel, Strastburg und Freiburg) auf ihrer geographischen Lage. (Nähe des Kriegsgebiets.) Kriegsteilnehmer 18 akademischer Berufe. Durch Beschluss des Staatsministeriums ist bestimmt worden, dast den in den Staatsdienst tretenden Akademikern der Kriegsdienst auf ihr Dienstaller angerechnet werden soll. Sie sollen darin möglichst so gestellt werden, wie wenn es nicht zum Kriege gekommen wäre. Das Dienstalter wird also vorbatiert. Bei weiteren Anordnungen handelt es sich hierbei um Abkürzung der Ausbildungszeit und der Studienzeit. Neigten wird der Kriegsdienst auf das Borge, schriebene praktische Fahr angerechnet, soweit nicht schon eine Anrechnung aus die Studienzeit stattgefunden hat. Für solche, die Rechtsanwälte werden oder in den höheren Fnstiz- oder Verwaltungsdienst treten wollen, soll der Borbereitungsdienst bis zu einem Fahr abge, künst werden können. Ebenso steht es hinsichtlich der künftigen Oberlehrer und der höheren Raubeamten. Durch eine Aenderung der Reichsgesetzgebung soll es ermöglicht werden, den Kriegsdienst bis zu einem Fahre auf das Studium der Furisten anzurechnen, unter Zuhilfenahme von Herbstferienkursen. Für die studierenden Mediziner und die Zahnheilkundigen ist durch Bundesratsbeschlust die Anrechnung des Kriegsdienstes auf das Studium bis zu einem halben Fahre zuaelaffen worden. Gegenwärtig schweben Erwäaunaen, diese Zeit aus ein Fahr zu erhöhen. — Für die Studierenden der Pharmazie ist die Anrech, nnng des Kriegsdienstes auf die Gehilfenzelt und für die Studierenden der Nahrnngsmittelchemie die An. rechnung auf die vorgeschriebene praktische Tätigkeit in Erwägung gezogen. — Bei den Studierenden der Phi. losopbischen Fakultät und bei den Theologen kann eine Verkürzung der Studienzeit nicht wohl in Frage kommen, weil diese jetzt schon nach den gemachten Erfahrungen nicht ausreicht. Hier wird daher dafür zu sorgen sein, dast die Kriegsteilnehmer möglichst mit der gesetzlichen Mindestzeit von sechs Semestern auskommen. — Bei den Studierenden der Technischen Hochschulen ist Anrechnung des Kriegsdienstes? auf das Studium vis zur Dauer eines Semesters zugelaffen. Für den vaterländischen Hilfsdienst werden besondere Bestimmungen getroffen werden müssen. Auch hier aber wird das Bestreben dahin gehen, nach Möglichkeit die Nachteile auszugleichen, die junge Leute erleiden, welche dem Baterlande dienen. Der „Allgemeinen Rundschau" München, entnehmen wir die nachstehenden Ausführungen, die einen interessanten Ueberblick über die noch nicht allgemein bekannte Organisationen der deutschen Studentinnen gewähren. Der grösste Verband ist der „Verband der StudentinnenvereineDeutschlands"(B.d.St.D.), der bereits 1906 gegründet wurde. Ortsgruppen — meist „Vereine Studierender Frauen" (B St. F) oder Allgemeiner Stndentinnenverein genannt — befinden sich in 17 Universitätsstädten. Fm Wintersemester 1015/16 zahlte der B. d. St. D. 579 Mitglieder und 308 Altmitglieder. Das Organ des Verbandes ist „Die Studentin". Sein Zweck ist, das Zusammengehörigkeitsgefühl der studierenden Frauen aller deutschen Hochschulen zn stärken und ihre gemeinsamen Fntereffen zu fördern. Der Ber. band als solcher Kat keinen parteipolitischen oder konfessionellen Charakter. Daneben bestehen andere Verbände mit spezielleren Fntereffen. Die „Deutsch-christliche Bereinigung Studierender Frauen,, (D. C. B.S. F1 hat etwa 160 Mitglieder in 31 Ortsgruppen. Die Mitteilungen des Verbandes vermitteln die „Nachrichten aus der christlichen Studentinnen-Bewegung". Die D. C. B. S. F. will die Kenntnis und Vertiefung christlichen Lebens fördern Sie ist interkonfessionel und interkorvorativ, bietet Bibelstnnden, Aussprache über Weltanschauung-, Vorträge, Geselligkeit, Ausflüge, Gelegenheit zu sozialer Betätigung ufw. Der „Verband der katholischen Stubentinnen-Bereine Deutschlands" (B.k St), der 1913 gegründet wurde, umfasst 15 Vereine. Fhm gehörten im Sommersemester 1916 430 Mitglieder und 108 Alt- Mitglieder an. Sein Organ ist „Die katholische Studentin" (Geschäftsstelle Aachen, Monheimsallee 611. Der Verband will seine Grundsätze „Religion,Wissenschatt,Freund, schatt", die innerhalb der Vereine unter den Verbandsangehörigen gepflegt werden, nach aussenhin verwirklichen durch Vertretung der katholischen Sache im akademischen Leben und in der Frauenbewegung. Der jüngste Verband ist der „Deutsche Verband Akademischer Frauenvereine", der 1014 gegründet wurde. Ihm schloffen sich an der Deutsch.Akademische Frauenbund (D. A. F.) Berlin, Bonn, Greifswald, Münster und der Wartburgbund Köttingen, sodass er im Sommersemester 1016 etwa 200 Mitglieder umfasste. Er betont vor allem das nationale Prinzip. Die Zeit, schrift des Verbandes sind die „Akademischen Franenblätter" (Geschäftsstelle Charlottenburg, Kantstr. 26). Da die Gesamtzahl der im Sommersemester 1916 an deutschen UniveMäten immatrikulierten Studentinnen 5460 betrug, ergibt sich aus den oben angeführten Zahlen, dass etwa 24,5 % der Studentinnen akademischen Frauenverbänden angehören. Wenn man bedenkt, bah ausser den hier behändesten, an grosse Verbände an. geschloffenen Vereinen sich an mehreren Universitäten noch einzelne Vereine gebildet haben, darf man wohl annehmen, dass mehr als ein Viertel ber gesamten Studentinnenschast sich akademischen Frauenvereinen angeschlossen Hatz Das Rechtsstudium der Kriegsteilnehmer. Die amtliche Akademische Auskunftsstelle an der Berliner Universität teilt in folgendem Wortlaut der Beschlüsse mtt, die in der Eisenacher Konferenz von Vertretern der deutschen Furistenfakultäten über die Stellung der Fakultäten zur Frage des Rechtsstudiums der Kriegs, teilnehmer gefasst worden sind.

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