KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 15 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 800 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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800 14.12.16. Lieber Mainzer! Habe eben in Siegfrieds Residenzstadt ein herz-«und hauterfrischendes Bad genommen. Ihr Kulturmenschen wißt so eine», Genuß gar nicht zu schätzen. Herzl. Grütze auch>n Frau und Kind Dein Caesar Hirsch. Ich bin zurzeit mehrere Male in der Woche.mit Max Cramer und Hirsch zusammen. Wie sehr ich mich darüber freue, kannst Du Dir wohl denken. Gruß Dir und Deiner Frau Dein Siegfried Rofeuthal. Biele Grütze Marti« Rofeuthal. In diesem Sinne viele Grütze Dir, Deiner lieben Frau und Nelch DeinZLazarus. Deinen Herrn Bruder habe ich leider nicht mehr getroffen. Ich war bei seinem Regiment. Wie gehrs ihm denn? Lieber A. H. Mainzer! Nach den Erfahrungen, die ich in meinem langen Kriegerdasein gesammelt habe, ist es ein glücklicher Zufall, der mich mit einem Ko. zusammenführt, und der auch gebührend gefeiert wird, ich komme Dir einen tüchtigen Schluck auf Dein Speziellstes Dein Heinz Cohn. Lieber Mainzer! Da sitz ich wieder — trotz noch nicht völlig verheilten Fußes — in meinem Feldlazarett und freue mich den lieben alten Siegfried alle paar Läge zu sehen. Auch Kraatz liegt in meiner Nähe und will mich öfters besuchen. Da kanns weiter nicht fehlen. Aber einen baldigen FriedenSschlutz würde ich dem jetzigen Zustand.doch vorziehe»:. Gruß Frau undzTochter Dein Max Cramer. Bei mir zu Hause gehts gut. 28.1.17. Mein lieber Mainzer! Mir will es scheinen, als hätte ich Dir schon.recht lange nicht mehr geschrieben und dich ungebührlich vernachlässigt. Aber es drückt mich dies garnicht einmal. Denn uns allen, die wir in vorderster Linie eben Zeiten durchleben, die schier bersten wollen von mühsam noch zurückgedämmten Orckänw, die wir in einem Abschnitt sieben, in dem wir durch das ölglatte, geräuchlose und doch merkbare Jneinandergreisen von Tausend Rädern der Rüstungsmaschine tagtäglich aufs neue empfinden, wie auf des DegeuS Spitze die Welt jetzt ruht, uns allen kommen kaum noch Gedanken darüber, wen von den früheren Getreu«» in der Heimat wir durch Teilnahmslosigkeit jetzt wohl verletzen mögen. Denn da es nun einmal so sein sollte, daß das höchste Heil, das letzte, jetzt im Schwerte liegt, so dreht all Mer Denken sich nur noch darum, wann wohl jenes Heil als gegen alle künftigen Anfeindungen stählern gefeit, endlich erstritten sein möge. Alles Tummelland für andere Gedanken liegt hinter jenem Berge. Was mich selbst angeht, so hat sich, kaum daß man meine arme Artilleristenseele als noch innerhalb der Kolonnen weilend, entdeckt hatte, ein lebhafter Streit zwischen Fuß- und Feldartillerie um sie entspannen. Am 8. Januar erhielt ich eine schöne Führerstelle im Futzart.-Batl. ... Drei Wochen später war ich bereits wieder Feldartillerist und gehöre nun dem Feldart.- Regt. . . an, in dem ich vom nächsten Monat an wohl eine Batterie werde übernehmen müffen. So liegt be»m «rrzett vor mir eine.neblichte, milchige, oder frostklare Ferne, hinter mir die wichtige Bahn Kowel-Wladimjr- WolhynSk. Wen danach gelüstet, mag durch das Scherenfernrohr sibirische Lammfellrnützen sehen, die sich, eilig Mar, aber ohne übertriebene Aengstlichkeit, in einiger Entfernurm bin und her bewegen. Die Grüße, die Du durch meine Braut mir übermittelt hast, erwidere ich für Dich und Deine Frau mrfS herzlichste und füge noch die besten Wünsche hinzu Dein Ludwig IM 20.12.16. Lieber Maintzer! Jetzt habe ich ihn: nämlich den ersten K. C.er, Heinz Cohn ist hier in B. Ich habe das durch seinen Bruder zufällig erfahren. Der Erfolg ist ein rvunderbares Chanuka-Scklemmerabendbrot, das mir vorgesetzt wurde. Dazu em prächtiges Bierchen. Das ganze gibt eine äußerst behagliche Sache. 16.2.17. Lieber alter Herr! Ich erfuhr nämlich, daß noch nicht 2 Minuten von mir entfernt unser l. zukünftiger Bb. Hirsch wohnt. Wie sehr ich mich damit gefreut habe, kannst Du Dir denken. Die letzten 14 Tage meines Hierseins an der SanitätSsch»»le wollen wir noch kräftig zusammen genießen. Montag ist hier jüdffcher Feldgottesdienst, und eine frohe Ahnung sagt mir, daß ihn vielleicht Kb. Lazarirs, der ja in Stryg ist, abhalten wird. Das wäre fein. Dir sorvie Deiner w. Frau Gemahlin und Fräuleu» Tochter heizl. Grütze Deines Ir. Bbr. Kurt Oppercheimer. Lieber Herr Mainzer! Meiner schon angekündeten Grüße, die ich Ihnen gemeinsam mit Kb. in spe. Oppenheimer, mit dem ich eben gemütlich bei einer Flasche Limonade »md einem Butterbrot zusammensttze, will ich mich entledigen und sende Ihnen heute wieder die besten kartellbrüderlichen Grütze _ Ihr Hirsch. 23.12.16. Lieber Mainzer! Beste Grütze von der Chan»»kaseier in L., wo sich drei K. C.er getroffen haben. Hans Reruak. Lieber Mainzer! Immer noch liegt Dein Brief unbeantwortet bei mir! Traurig, traurig! Heute zum Chanuka habe ich endlich Mal zwei K.C.er getroffen! Wir trinken auf Dein Wohl und auf das des K. C.! Biele herzliche Grütze für Dich und Deine Frau Dein treuer Heinrich Rofenberg. Herzliche Grütze Fritz Kernm. 15. 1. 17. Lieber Alter Herr! Seitdem Du das letzte Mal von mir gehört hast, ist eine ziemliche Spanne Zeit ir»s Land gegangen. Ich mutz gestehen, daß das Bedürfnis, Dir zu schreiben, häufig bei mrr rege wird; vor einigen Wochen besonders, als mir unser Armee- Rabbiner Levi (Breslau) anläßlich einer hier vorne abgehaltenen Chanukafeier von dem Wirken der allen Badenia in Heidelberg erzählte, das er aus eigener Anschauung kennen gelernt hatte. . Er stammt arrs dem Badischen »md nahm als Heidelberger Pennäler an Euren Veranstaltungen teil. Da er auch die Heidelbemer Familien vortrefflich kannte, gab es ein eifriges Erzählen und Schwelgen in alten schönen Erinnerungen. Den äußeren Grund zu meinem heutigen Schreiben gibt meine Ernennung zum Feldbllfsarzt. Hiermit habe ich die höchste Sprosse militärischen Rangliste für diesen Krieg erreicht. 21/4 Jahr habe ich glücklich die Schulterklappen deS Feldunterarztes getragen/ hoffentlich kann ich die Achselstücke schneller ablegen. Ich fürchte sonst um die jugendliche Frische und Begeisterung, die ich doch gerne noch in meine letzten Studien-Semester hinüberretten möchte. Meine Grütze begleiten7die besten Wünsche für Dein »md DeinerverehrtenFamilienangehörigen Wohlergehen! Inhalier bundesbrüderlicher Treue Dein Ludwig Schoenholz.