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KC-Blätter · 1917-01-01 · Heft 15 (Januar 1917) · p. Seite 793

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 15 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 793 (sequence 7)
Language
German
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798 1915 erkrankte er an Typhusnach glücklicher Genesung kam er zu seinem Ersatzbataillon nach Hannover, wo er zu Kaisers Geburtstag Unteroffizier, wurde. Im Sommer wurde er zum Offiziersaspirantenkursus ins Munsterlager kommandiert, nach dessen Ablauf er die Qualifikation zum Reserveoffizier erhielt und zugleich zum Bizefeldwebel befördert wurde. Am 29. August ins Feld zurückgekehrt, nahm Fritz Moosberg an den furchtbaren Kämpfen an der Somme und vor Verdun teil, auch den großen Sturmangriff an der Somme vom 15. November machte er mit. Wie Fritz Moosberg starb, berichtet sein Kompagnieführer. . S. P. B. den 8.13.1«. Sehr geehrter Herr Moosberg! Ich mutz Ihnen die traurige Nachricht zukommen lassen, daß Ihr lieber Sohn, der Bizefeldwebel Moosberg, an einer schweren Verwundung gestern vormittag v Uhr gestorben ist. Während der Zeit unserer Sturmtage hat er seine schwierige Aufgabe als Führer des Verpflegungszuges vortrefflich gelöst. Ich habe ihn damals zum Offizierstellvertreter ein. gegeben. Dieses Mal führte er den zweiten Zug. Wie stets, zuverlässig und unermüdlich im höchsten Grade, erfüllte er auch letzt seine Pflichten. Vorgestern abend, am 6. Dezember, ging ich mit ihm und einem anderen Feldwebel zusammen vor unsere Trichter, stellung, um das Drahthindernis zu prüfen. Ein auf die Höhe vorgeschobener französischer Posten mutzte unS gesehen haben. ES fiel ein Schuh. Er ging mir durch den Rockärmel, da brach hinter mir MooSberg zusammen, unter verhaltenem Jammern. ES war ein Bauchschuh. Stumm und heldenhaft ertrug er die Schmerzen. Wie habe ich ihn da bewundert! Ihren lieben Sohn! Sofort wurde er verbunden zum Verbandsplatz und von dort ins Feldlazarett 2 geschafft. Auf meine Erkundigung habe ich nun von seinem Ableben erfahren. Herr Oberstleutnant, her erst vor kurzer« seinen Namen in einer OffizierSbefprechung lobend nannte, hatte sich gleich teilnahmsvoll nach feinem Befinden erkundigt. Heute wurde ihm vom Feldwebel und einer kleinen Abordnung der Kompagnie das letzte Geleit gegeben. Er ruht auf dem Soldatenfriedhos BillerS-Fancon. Die Kom. vagnie, die noch in Stellung ist, beklagt den harten Berlüst. Wir alle wissen, welch tapfereu, tüchtigen Soldaten, welch zuverlässigen, braven Menschen wir verloren. Ich habe ihm mein ganzes Betrauen geschenkt. — Innigstes Beileid. Gott möge Sie und Ihre werte Familie trösten. Hochachtungsvoll gez. Lauer, Leutnant und Kompagnieführer. Diese schlichten Sätze eines Kampfkameraden prechen auS, was Fritz Moosberg als Soldat einem Vaterlande war. In jedem Worte klingt >ie Trauer des Vorgesetzten um seinen tapferen Soldaten und des Menschen um feinen treuen Kameraden. Wir wollen aber auch des Bavaren und K. C.erS Fritz ^MooSberg gedenken. Obgleich feit langem mit dem Wesen und Streben unseres Verbandes vertraut, hat Moosberg nach feinem Eintreffen in Heidelberg gezögert, fich amv zu melden. Wie er überhaupt jeder Ueberellung abhold rvar, wollte er innerlich erst völlige Gewißheit haben, daß, er auch in jeder Hinficht in unseren Kreis gehöre,. um dem. K. C. dann auch feine ganze Liebe und Treue schenken zu können. Er hat es getan! Kaum ein Bündesbruder kann mit größerer Innigkeit fich an seine Verbindung anschließen, als Fritz Myosbera an dieBavaria. Voller Freude teilte er es seMen Ettern stets mit, wenn er im Felde von BundeShrüdern Nachricht erhalten hatte, oder die K. C.-B!ätter ihm Kunde vom Ergehen.der Unseren brachten. Nach außenhin seine Liebe zur Korporatton zur Schau zu tragen, war nicht seine Art, und wohl nur wenige Bundesbrüder haben erkannt, welche Fülle des Eifers. und der Begabung in dem kraffen Fuchsen steckte. Daß er schon als Schüler als primu8 ömnium weit über seine Altersgenoffen hinausgeragt hatte, wußten nur ganz wenige von uns. Uns Bundesbrüdern war es ja auch nur vergönnt, ein einziges Semester mit ihm zu verleben! Wir wollen um Fritz Moosberg nicht wehklagen. Es. wäre nicht in feinem Sinne. Aber daran wollen wir denken: Für uns ist er den Heldentod gestorben! Für unser Deutschtum nnh unser Judentum! Fritz MooSberg hat auch als Soldat unter Anfeindungen seines Glaubens wegen leiden müffen und Zurücksetzung erfahren. Es hat seine Begeisterung im Kampfe für die Heimat nicht zu dämpfen vermocht: „Mit dem Vaterlande schmollt matt ntäjt"! Treue hielt er seinem Judentums, Treue seinem deutschen Vaierlände. Und wenn in ferner Zukunft die Zeit kommen sollte, geachtet und anerkannt mir der Welt, iu der wir als deutsche Juden keine Anfeindungen unseres Bekenntniffes wegen erfahren, weil jeder im Vaterlande uns als. echte und wahre Deuttche hat erkennen und anerkennen müffen, so tpollen wir in unendlicher Dankbarkeit derer gedenken, die mit ihrem Blute die Treue der deutschen Juden zum Vaterlands besiegelten. — Helmuth Markus (Bavariae). Richard Zarecki. §vadenkae-Bavariae). Der Krieg hat uns hart gemacht. Er hat uns lernen lasten, Verluste an Gut und Blut zu verschmerzener hat uns gestählt in dem stolzen Bewußtsein unseres siegreichen Kämpfegegen eine Uebermacht von Feinden. Und dann trifft uns doch wieder die Nachricht vom Heldemode einelieben Verwandten oder Freundes bis ins innerste Mark und wühlt von neuem den Schmerz in unserer Seele auf. Man wÄ'S nicht fasten,

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