KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 15 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 792 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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792 voil darüber, wie ausgezeichnet alles geklappt habe. Folgerichtig und kerzengerade geht so sein Lebensweg bis zum Ende. — „Bei der Kompagnie sind noch eine ganze Anzahl Leute, die vor mir an der Reihe sind) wegen der zehn Tage Urlaub, die man doch nur bekommt, wo das Bataillon in Ruhe liegt, böses Blut zu letzen, hat keinen Zweck. Man mutz eben sein Schicksal tragen, wie es einem gegeben ist und es gewährt mir größere Befriedigung, hier draußen an der Front zu sein, als zu Hause zu weilen", das ist eine Stelle aus einem Briefe des Gefallenen vom 1. Oktober 1916. Am 23. Oktober fiel er. Seit Juni 1915 war er draußen, ohne Urlaub zu nehmen. Laut Stammrolle machte er folgerwe Schlachten mit: SO. Juni bis 9. Juli: Verfolgungskampf an der gmizisch-polnischen Grenze. 13. bis 18. Juli: Schlacht bei Grabowizee. 18. „ 30. „ Schlacht bei Woystawiee. 1. „ 3. August: Schlacht bei Cholm. 7. „ 12. „ Schlacht bei Ucherta. 18. „22. „ Angriff auf Brest-LitowSk. 29. „ 30. „ Gefecht bei Kobryn 31. August biS 1. September: Schlacht bei Horodec. 4. bis5. September: Schlacht bei Druficznn-Chowsk. Es folgte der Abtransport nach Südungarn für Serbien. 7. bis 11. Oktober: Save* und Donauübergang, bis 31. Oktober: Feldzug in Serbien. 30. Dezember bis 13. Juli 1916: Stellungskampf in den Argonnen. 31. Juli bis 23. Oktober: Schlacht bei Verdun. Man spricht soviel vom Heldentum in dieser Zeit. Es liegt nicht im Sinne unseres toten Freundes, wenn ich ihn einen Helden nenne. Die knappen Angaben über feine Syldatenzeit bilden nur die Fortsetzung der geraden Linie seines Lebenslaufs. Voll eiserner Pflichttreue und selbstverständlicher Konsequenz war auch diese seine letzte Zeit. So auch das Ende: „ ... Ich sagte noch zu ihm: hoffentlich kommen wir recht bald wieder nach dem schönen Wiesbaden. Am 20. fing nun der Franzmann an, unseren Graben zu beschießen und zwar schoß er uns aus der Flanke direkt in den Graben. Am 22. und 23. war das Feuer so stark, daß sämtliche Posten in ihre Unterstände en. Als das Granatfeuer etwas nachließ, von dem Kompagnieführer der Befehl, daß sämtliche Posten wieder auszustellen sind und da war auch Ihr Herr Bruder dabei. Als nun das Feuer wieder stärker wurde, verließen die anderen Leute wieder ihre Posten. Jhr HerrBruder aber blieb während dem schweren Granatfeuer und trotzdem, daß ihm die Kameraden zuriefener möge in den Unterstand gehen, auf seinem Posten und verließ seinen Platz nicht. Um 12 Uhr wurde der Unterstand -er'fünsten Gruppe durch eine Granate verschüttet, welche auch wahrscheinlich Ihren Bruder sofort lötete." Sv der Brief des Unteroffiziers Dewald an den Bruder unseres Freundes. Benjamin Marxheimer wurde nicht befördert, keinen Orden hat er ^bekommen. Auch bei den Soldaten hat er sich nicht „hervorgetan." Aber jeder Mensch trägt seine eigene Ehrentafel im Herzen. Biele Buchstaben von leuchtendem Golde stehen auf derjenigen unseres gefallenen Freundes Benjamin Marxheimer. . Dr. Robert^Rosenthal (Licariae). Zritz Moosberg. (Badentae-Bavariae). Am 7. Dezember 1916 starb Fritz Moosberg den Heldentod fürs Vaterland! Ein wilder Schmerz durchfuhr bei der Trauerkunde alle, die ihm>ahegestanden; um so größer war unsere Erschütterung, als in jenen Tagen der Armeebefehl S. M. deS Kaisers, daß das Deutsche Reich dem Feind den Frieden angeboten habe, unsere Herzen mit froher Hoffnung erfüllt hatte. Ein jeder wohl dachte in innigem Gebet seiner Lieben im Felde und Hoffte, sie bald aus den Todesgefahren gesund heimkehren 511 sehen. Es sollte nicht sein. jDie.Eltern haben ihren einzigen Sohn, wir unseren treuen Freund, verloren. — Fritz Moosberg meldeteZfich sofort bei der Mobilmachung als Kriegsfreiwilliger bei der Infanterie. Am 14. August wurde er angenommen, infolge des ungeheuren Andranges von Kriegsfreiwilligen aber erst am 1. Oktober 1914 eingestellt. Am 30. Dezember rückte er ins Feld, nahm im Januar 1915 an verschiedenen Gefechten vor Reims teil. Er machte die Winterschlacht in der Champagne mit und ebenso die hefttgen Kämpfe bei Perkes in den Tagen vom 27. Februar bis 2. März 1915. Beim Sturm auf die Combres-Höhen, den 26. April, wurde er durch Granateneinschlag verschüttet und zugleich am linken Unterschenkel verwundet. Es waren drei unerhebliche Wunden, sodaß sich Moosberg nach drei Tagen Aufenthalt bei der Bagage wieder dienstfähig melden konnte. — Am 13. September 1915 wurde ihm das ^Eiserne Kreuz II. Klaffe verliehen. Seine Tapferkeit.und Tüchtigkeit war j schon vorher im Divisionsbefehl anerkmmt worden, ' in dem er „wegen seines umsichttgen und un*! erschrockenen Verhaltens auf nächttichem Pal trouillengang" belobt wurde. Mitte Oktober