Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1916-11-01 · Heft 14 (November 1916) · p. Seite 780

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 14 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 780 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2268902-2268904--1846-3523467
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

780 -er Norm. Me «verlangt ein Feststehen -e- Körpers, ohne mit Kopf und Schulter zu zucken. Es 1p m. E. verkehrt, in der BeweglicheitheS Körpers einen Vorteil für die Fechtweise, zu suchen und daher den Schultern BewegungSfreihett -einzurSumen. Denn dadurch wirdfdie Möglichkeit, den Hieben deS Gegners auSzurpeichen, Vorschub geleistet. DaS würde um so mehr der Fall «fein, würde man erlauben, mit dem Kopf zu zucken oder stch auf noch anddre Art der gegnerischen Klinge zu entziehen. Würde man hierbei Nachsicht üben, so würde es dazu führen, -aß mancher Fechter eher fein Heil in der oben erwähnten Freiheit der Bewegungen suchen würde als in der Klinge.' Es mag nicht für jeden leicht fein, sich den -strengen Bestimmungen des akademischen Komments zu unterwerfen. ES wird sicherlich auch als Hääe empfunden werden, wenn eine Korporation ein ün Kriege erprobtes Mitglied wegen ungenügender Mensuren entlassen mutzte. Hier könnten jedoch die Korporationen leicht Abhilfe schassen, indem sie ihre Angehörigen nicht dher zur Mensur zulaffen, alS sie auf dem Paukboden die Gewißheit erlangt haben, daß der Paukant „stehen" wird. Für unsere K. E.-Korpvrationen ist diese- Verfahren um so leichter, da hier nicht wie bei anderen Verbänden eine bestimmte Anzahl von Partien Voraussetzung der Burschung und Inaktivierung ist. UnS steht mithin reich, lich Zeit zur Ausbildung zur Verfügung. Wer bisher einer schlagenden Verbindung angehört hat, wird Umwälzungen aus dem Gebiet der Mensurbeurteilung und der Erziehung zur Mensur sicherlich nicht für nötig erachtenaber auch diejenigen, die einer Korporation neu beitreten, werden bald überzeugt sein, daß die bisherige Methode die richtigen Grundlagen schafft für körperlich kräftige und elastische Männer, die keine Gefahr scheuen und auS eigener Zkraft zu handeln wiffen. Und wenn vorhin betont wurde, daß die studentische Leibeserziehung und der soldatische Bildungsgang völlig verschieden sind, so ist ihnen letzten Grundes eines doch gemeinsam: eine mannhafte Erziehung für König und Vaterland! Bücher- und BlSltrrfchau. Die Organisation der Mische« Jugend in Deutschland. Ein Beitrag zur Systematik der Jugendpflege und Jugendbewegung von Di*. Cora Berliner. — Kerlag des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Berlin C 2, Burgstraße 26. 1916: Es ist freudig zu begrüßen, daß der Verband-der jüdischen Jugendoereine Deutschlands die treffliche Doktorarbeit seiner langjährigen Geschäftsführerin als Broschüre herausgegeben hat. Wie die Verfasserin in der Einleitung mit Recht ausführt, sind die christlichen Jugendorganisationen häufig geschildertwrden,während die jüdische Jugendbewegung über den Kreis der Be. teiligten — und dieser ist leider auch unter unfern Glaubensgenossen nicht eng genug zu fassen — kaum bekannt geworden ist. Diese Lücke sollte die vorliegende Veröffentlichung ausfüllen. Die Arbeit Ist nicht als eine Propagandaschrift im eigentlichen Sinne anzusehen. Sie ist vielmehr ihr ursprünglicher Charakter als Dissertation rechtfertigt es — eine wissenschaftliche Begründung von Ursache, Weg und Ziel der jüdischen Jugendbewegung. In einer längeren Einleitung werden die allgemeinen ArbeitSmöglichkeiten der Jugendoereine als freie soziale EtziehüngSgemeinschasten einer Untersuchung unterzogen. Zwei Gruppen, die allerdings nicht streng geschieden sind, sondern miteinander in Wechselbeziehungen stehen, glaubt die Verfassern auf Grund ihrer Untersuchungen feststellen zu können: Vereine mit sozialwirtschaftlicher und solche mit sozial-pädagogischer Tendenz. Die dem Verband der jüdischen Jugendoereine »landS angeschlossenen Vereine — es sind heute t etwa 20906 Mitglieder -rtragen einen, allerdüWS auch nicht überall rein ausgeprägten, sozialpädagogischen Charakter. Die eigenartige soziale Schichtung der Juden, die besonderen Verhältnisse, unter denen: sie leben, bedingen auch die Tendenz der Jutzendvereine. „Sie sind Selbsterziehungsvereine der jüdischen Jugend. Ihr Ziel ist die Entwicklung der Mitglieder zur Peinlichkeit, der Weg, die harmonische Ausbildung der körperlichen, geistigen und sittlichen Kräfte." Das ist aber nur das eine Ziel, das unsere O^müsationen als Jugend vereine zu verfolgen haben. Dazu haben sie als die Sammelstätten der jüdischen Jugeno auch die Pflicht, ihre Mitglieder zu selbstbewußten Juden heranzuziehen. Es kann nicht geleugnet werden und wird auch in der vorliegenden Arbeit angedeutet, daß dies letztere Ziel, ohne daß dadurch allerdings die anderen Aufgaben beeknträchttgt werden, dank des stark emporflammenden Interesses für jüdische Probleme, immer mehr in den Vordergrund tritt. Die Jugendvereine nehmen zu den verschiedenen Richtungen innerhalb deS Judentums keine Stellungdie Mitglieder solle« aber nicht mtt geschloffenen Augen an den Problemen Vorbeigehen, sondern ohne jede Agitation, unter Wahrung völliger Objektivität, werden sie mtt den einzelnen Streitfragen vertraut gemacht. Erst soll die Jugend einmal lernen, was Judentum ist, ehe sie sich auf eine bestimmte Richtung festlegt. Wir erwähnten eingangs, daß auch innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft der Kreis derer, die den Bestrebungen der Jugendbewegung Beachtung schenken, nicht eng genug gesetzt werden könne. ES wäre sehr zu wünschen, daß diese Veröffentlichung in weite Schichten Aufklärung über das Wesen der jüdischen Jugendbewegung bringen wird. Geeignet zu einer solchen AufilärungSarbeit ist jedenfalls die Arbeit, auf deren wertvolle und interessante stattstische Angaben wir noch besonders Hinweisen, in hohem Matze. Wenn die noch AbsettSstehenden lesen werden, welch' ideale sozialen und pädagogischen Aufgaben unsere Jugendoereine be. reitS erfüllt haben und noch erfüllen weiden, dann werden sie ihre Aufmerksamkeit und ihre in Mitarbeit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.