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KC-Blätter · 1916-11-01 · Heft 14 (November 1916) · p. Seite 765

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 14 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 765 (sequence 15)
Language
German
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765 Der bayrischen Ehrentafel entnehmen wir nachstehende Schilderung, deren Held unser lieber, nunmehr gefallener Fritz Mayer (Bav.) ist: „In der Nacht zum 37. Mai 1918 hatte sich eine gegen die feindliche Sappe vorgeschickte Patrouille der 3. Kompagnie Res .Jnf .Reg. Nr. 17 durch das wuchtige Handgranatenfeuer der Engländer zum Rückzug nach dem eigenen Graben gezwungen gefäen. Da man erst jetzt feststellen konnte, daß ein beteiligter Unteroffizier fehlte, die sofort auf Suche auSgegangene größere Streifabteimng aber des starken Nebels wegen ohne Ergebnis heimkehrte, machte sich Bizefeldwebel und Offiziers- Aspirant Fritz M aner, Studierender aus Schwäbisch. Gemünd, mit zwei Mann freiwillig auf, um sich über das Schicksal des Vermißten zu vergewissern und wenn möglich, Hilfe zu bringen. Hierzu mutzte er, da die Entfernung zwischen beiden Stellungen etwa 380 Meter betrug, im hellen Tageslicht auf eine längere Strecke über eine nur spärlichen Wuchs tragende Wiesenniederung wegkriechen, und, durch einige Weidenbäume unzureichend gedeckt, einen von Sumpfboden begleiteten Wassergraben überschreiten. An einem im Gras ausgetretenen Pfad ließ Mayer feine zivei Begleiter zurück, während er allein von dem Graben in einer Mulde nach dem englischen Sappenkopf wetter kroch. Auch in der Sappe selbst fand fich keine Spur des Vermißten, doch konnte Mayer wertvolle Beobachtungen anstellen, wonach er S gleichem Wege zu seinen Gefährten zurückkehrt, um sodann einem anderen Wassergraben zuzuwenden, dem er die zwei Mann abermals als Deckung stehen ließ. Unmittelbar vor dem feindlichen Drahtverhau stieß er endlich auf die Leiche des Unteroffiziers, zog fie allein bis zum Wassergraben zurück und schaffte fie, indem er zur Deckung vor feindlicher Sicht bis zum Halse im Wasser watete, mit Hilfe seiner Gefährten bis vor das eigene Hindernis, von wo man sie beim Eintritt der Dunkelheit völlig in Sicherheit brachte. Blieb die Unternehmung auch vom Feinde unbeachtet, so hatte Mayer doch die Bergung seines Kameraden mtt größter Todesverachtung ausgeführt und die Silberne Medaille wohl verdientdas Eiserne Kreuz und Militärverdienstkreuz besaß er schon längere Zeit." Akademlsche und Allgememr Nachrichten. JfcK Außerordentlicher Delegiertentag der Zionistische» Verenügung für Deutschland. Am 25. und 2ü. Dezember ISIS hielt die Zionistische Vereinigung für Deutschland in Berlin einen außerordentlichen Delegiettentag — den ersten während der Kriegszeit — ab. Wenn wir daS Ergebnis der Verhandlungen überschauen, so glauben wir, feststellen zu können, daß die Mehrzahl der Delegierte«, und damit wohl auch die Mehrzahl der deutschen Zionisten überhaupt, mit der bisherigen Leitung nicht recht zufrieden gewesen ist. ES find zu wenig positive Erfolge gezeNigt worden. Zwei Strömungen traten in der Debatte scharf einander gegenüber: die eine, die einen geistigen Nationalismus vertrat, die andere, die eine praktische Erziehung der Massen zur Idee des Rational. judenMmS verlangte. Die erste Anschauung kam am schärfsten zum Ausdruck in dem Referat Kutt Blumenfelds, dessen Palästina-Schwärmerei, da chr jeglicher praktischer Untergrund fehlte, wenig Gegenliebe fand. Umsomehr Anklang fand das Referat von S. Schocken »Organisation und Inhalt der zionistischen Arbeit in Deutschland". Praktische Arbeit lautete das Leitmotiv dieser Rede. Zwei größere Arbeitsgebiete glaubte Schocken voneinander scheiden zu müsse»: Jüdische Kulturarbeit und zionistische Patteiarbeit. Erstem ist die wissenschaftliche Durchdringung der einzelnen mit dm Idem der Bewegung. So wird Schaffung einer neuen jüdischen Wissenschaft, Ausbau der Parteiorgane, Anstellung pou Lehruud Borttagsttäjtm und ähnliches gefordert. Der Gedanke 'nationalen DimstjahreS der jüdischen Studenten, der S mehrfach in der zionistischen Presse erörtert worden wird auch hier gestreift. Ziomstische Patteiarbeit ist Ugandatätigkeit im eigentlichen Sinne. Bon dm wetteren lndlungen verdienen hier noch besondere Erwähnung die wrungen Mattin BubecS, der fich insbesondere mit der i der nationalen Erziehung der jüdischen Jugend be- Bemerkenswett ist, daß Buber den Gedanken einer igung mit dm anderen Organisattonen nicht von der Hand weist. Wenn er allerdings dabei meint, daß die Stimmm aus dem anderm Lager, die ebenfalls für eine Verständigung einttetm, deshalb laut werden, weil der Tell deS Judentums, der dem Zionismus innerlich nahe gekommen fei, ungemein gewachsen sei, so dürfte er sich doch in einem Irrtum befinde». Daß auf dem Wege zur Erreichung unfereS größtm Zieles, der Erzichung der Jugend zum Judentum, Parteiunterschiede außeracht gelaffm werden müffm, ist etwa», was selbst dm größten Zionisten immer, noch, unverständlich ist. k Aber auch wir fehm eS im Interesse des Zndmtum» als ein erfreuliches Zeichen an, daß fettenS 8eS Zionismus — nicht nur von Martin Buber — die Möglichkeit einer gemeinfamen Arbeit mit AnderSdenkendm ins Auge gef^ ^M. Erleichterung der Borprüftmg für im Heeresdienst stehende Medizinstudierende. Für die im Heeresdienst beMdlichen Studierenden der Medizin ist die fotzende, in diesen Tagen vom Kultusminister erlassene Verfügung von besonderer Wichtigkeit. Danach ist vom Chef des FeldsanitätSwesenS veranlaßt worden, dass die als SanitätSmannfchaften im Heere stehenden Medizin- Studierenden, denen zur Ablegung der ärztlichen Vorprüfung noch ein Semester fehlt, vom 2. Januar 1917 ab auf etwa zwei Monate an die Universitäten beurlaubt werden, um das fehlende Semester verkürzt erledigen und sich der Vorprüfung unte^iehen zu können. Im Einverständnis mit dem Reichskanzler bat der Kultus, minister jetzt genehmigt, daß diese Studierenden, sofern die erforderlichen Bedingungen erfüllt find, in der zweiten Hälfte des Monats Februar zur ärztlichen Vorprüfung zugelaffen und daß insbesondere die von ihnen während des Urlaubs erworbenen Praktikantenfcheine als ausreichende Nachweise im Sinne des § 8 der Prüfungs. ordnung für Aerzte angesehen werden. Die Zeit der Beurlaubung gilt ausnahmsweise als Stüdiensemester. Diejenigen Studierenden, der Medizin, für die die obige Verfügung zutrifft und die ihr 5. Semester verkürzt erledigen wollen, müßten daher fich baldigst zur Teilnahme an 8m Vorlesungen und Hebungen, die bereits wieder begönnen haben, anmelden. Kriegsbeteiligung lckademischer Verbände. Der O.V. jKattellverüand der katholischen deutschen Studentenverbindungen, farbentragend) zählte am 1. November l. I. 6811Kriegsteilnehmer, darunter 587 Tote, 975 Bertyuu-ete, 205 Vermißte und Gefangene, 1833 mtt dem Eisernen Kreuz und 1171 mit anderen KriegsauSzeichnungen Dekorrerte. 88 Mttglieder besitzen das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. , »Mobile C. V.-PHUssterzirköl" und Kriegszusammenkünste bestehen an 97 Orten der Front,, der Etappe oder Heimat. Der- Beüaud der Sindenlen vereine UuiiaS (U. B.jzahtte £

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