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KC-Blätter · 1916-09-01 · Heft 13 (September 1916) · p. Seite 739

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 13 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 739 (sequence 33)
Language
German
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739 erschwert, den hatte die Korporation bereitals Fuchs von uns als Selbstverständlichkeit gefordert. Ein guter K. Cer, ein guter Soldat, der immer und überall fein Bestehergibt, getreu den Lehren feines Verbundes, der von ihm fordert, als Jude doppelt feine Pflicht zu tun. Dies demjüdifchen Selbstbewußtsein entspringende Verantwortlichkeitsgefühl der Allgemeinheit gegenüber hat sich mit dem wohltätigen Emstusse echt deutscher Korporationserziehung zu innigem Zusammenklang vereint und in uns die innere Festigkeit erzeugt, mit der wir allen Anforderungen des Kampfeentsprechen konnten. Der Verbindung verdanken wir zum großen Teil, daß dem so ist. Das schwere Ringen für das fernere Blühen unseres Vaterlandes ist noch nicht zu Ende. Was uns der Frieden bringen wird, liegt unerschlofsen in der Zukunft. Mit unerschütterlichem Vertrauen glauben wir, für ein größeres, besseres Deutschland ist das kostbare Blut geflossen. Zum endgültigen inneren Ausbau dieses neuen Vaterlandes werden schwere Kämpfe auch dem K. C. nicht erspart bleiben. Die allzu optimistische Auffassung, die so mancher bei Kriegsbeginn vertreten zu können glaubte, hat leider getrogen. Vielleicht erwarten unfern Verband Kämpfe, die mehr von ihm fordern, als er bisher Gelegenheit hatte. Mit Ruhe und Zuversicht sehen wir auch ihnen entgegen. Sie werden den K.C. gerüstet finden und in ihm auch unsere liebe Verbindung Thuringia. Politik und Moral im Lichte des israelitischen Prophetismus. Bon M. Wiener, Stettin. Ist die Welt durch Gott geschaffen, so gilt die sich auf ihr abspielende Menschengeschichte von Anfang an als eine Offenbarung der Gottheit. Denn der Sinn der Weltist der Mensch oder vielmehr die Menschheit, und nur als Schauplatz ihres Wirkens und Wollens wurde die Erde gegründet. Von diesem Grundgedanken ist die biblische Geschichtsauffassung umrahmt, oder genauer: dieser Grundgedanke von der planvollen Wallung eines einzigen Gottes in zusammenhängenden, sich gegenseitig bedingenden Völkerschicksalen läßt zum ersten Male im rückschauenden Geiste die Idee einer einheitlichen Weltgeschichte aufleuchten. Diese ist also von Haus aus religiöser Art, entstanden als die konkrete Verwirklichung und praktische Erfüllung des Begriffs von dem einen Gott. Wir finden diese Ansicht vornehmlich in den ersten Büchern des Pentateuchs sowie in gewiffen Prophetenschristen begründet und illustriert. Wenn dort ein Urelternpaar als der Ursprung des gesamten Menschengeschlechtes auftritt, eine nähere oder fernere Verwandtschaft aller Stämme und Nattonen von der Blutsgemeinschaft ihrer Stammväter hergeleitet wird, wenn nach der Erzählung vom Turmbau zu Babel erst die von Gott selbst künstlich bewirkte Sprachverwirrung zur Völkertrennung geführt hat, so hat der Erzähler sicherlich die Einheit des Menschengeschlechtes im Auge. Aber nicht weniger klar scheint ihm, daß der Gott, der den Abraham zum Ahn eines besonderen, vor den andern ausgezeichneten, mit eigenen Aufgaben bedachten Volkes erkürt, der über das Geschick seiner Nachkommen so wachsam ist, sie zu seiner auserwählten Nation macht und zu Erben der um ihrer Sünden dem Tod geweihten Kanaaniter einsetzt, seinen bestimmten Plan mit der Menschheit verfolgt. Das aber heißt eben, aus der Sprache und Begriffswelt der Religion ins Profane übertragen, daß im Bölkerleben Ideen sich auswirken, daß die Nationen sinnvolle Geschicke haben, daß sie kein zufälliges Zusammen von Erlebniffen sind, sondern Geschichte ausmachen. Zwei Momente freilich verdunkeln die Einsicht in diesen unbestreitbaren Tatbestand, zumal dem modernen Bettachter. Dieser ist einmal dazu geneigt, sich durch den mannigfach sagenhaften, ja oft mythologischen Charakter der pentateuchischen Berichte verwirren zu lassen; übersieht wohl über den nicht selten wunderlichen buntglitzernden Inhalt die einfachen geraden Linien der Geschichtsführung, die tatsächlich den eben skizzierten Begriff echter Weltgeschichte erfüllen. Und zum zweiten wirkt trübend, daß ein Volk in den Vordergrund des Interesses rückt, dieses gänzlich in Beschlag nimmt, daß neben dem einen Subjekt des Weltgeschehens, Israel, alle übrigen Nattonen lediglich die Rolle von Objekten spielen. Beide unser Verständnis hemmende Erscheinungen schwinden, sobald sich uns der Bereich prophetischer Weltbettachtung öffnet. Spiegelt die Schilderung der Bücher Moses den Eindruck wieder, den graue Vergangenheit auf einen in die Altertümer seines Stammes sich versenkenden Geist macht, so haben wir es bei den Reden der Propheten mit dem Reflex der unmittelbar erlebten und gar lebensvollen Gegenwart zu tun. Ihre Bücher reden zu uns, wie die Wirklichkeit der Dinge zu ihnen selbst gesprochen und sich den geraden Weg in ihre Seele gebahnt hat. Und — was für ihre Wirkung auf den modernen Leser von höchstem Belang ist — sie führen uns auf einen Boden, auf dem Menschen

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