KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 13 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 732 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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782 Absplitterung die- Auseinandersetzung mit der nMonal-jüdischen Idee-zu vermeiden bemüht war, dte-iÄbsagean sie .mußte kommen, sobald die neue Bewegung.,in sylgerichtiger Entwicklung ihrer einseitigjen, zunächstunentwickelten Grundgedanken die Grundlagen des K. C.-Gedankens zu erschüttern suchte, «indem sie den Willen zum Deutschtum in uns-zu ertöten und -uns unsrer deutschen Gemeinschaft innerlich zu entfremden trachtete. Folgen wir. dem national-jüdischen Gedanken, wie : er. in Deutschland eingeführt wurde und sich hier« allmählich — den eigenen Anhängern - nicht immer bewußt — zu seinem jetzigen Inhalt entwickelte. Wir wollen dabei nicht'von denjenigen Anfängen; sprechen, die — übrigens im wesentlichen auch nur in literarischer Vorarbeit außerhalb-des-deutschen Vaterlandes liegen. Für die deutsche Judenheit sind die unserügen Anfänge der. neuen Bewegung in , dem Erscheinen des Herzlichen Buches: „Der. Judenstaat" (1896) gekennzeichnet. DerZlusgangspunkt war die äußere „Judennot", insbesondere. das große Elend der Millionen Glaubens- und Stammesbrüder im Osten. Dauernd wirksam zu helfen, war der edle Wunsch,. ein Wille, oer natürlich auch vorher bestanden und. in verschiedener Weise mehr oder minder vollkommene Betätigung gefunden hatte. Me bisherige Kolonisierungsarbeit aalt freilich der neuen Bewegung als. nussichtslose Kleinarbeit, ihr: erschien das Endeder gesamten Judennot nur möglich e durch ein großzügiges- Werk, durch „die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte', in - Palästina für das - jüdische Volk." Das Neue an der jungen, zionistischen Idee war einmal,, daß man, derelementaren, das Leben und die-dringendsten leiblichen Bedürfnisse in Fragestellenden, Judennot der östlichen Glaubensbrüder die Kränkungen, diein den andern-Ländern, Juden , zu erleiden; haben, als gleichartig ran die- Seite stelltedaß man — zunächst, äußerlich.-die Stellung; der westlichen Juden zu - ihrem Vaterland; durchaus:■ ebenso - bewertete wie . die Lage, der Ostjuden gegenüber Rußland. -und'-Rumäniens Man wollte uicht mehr Judennot,undlJirdengegnerschaft mach den grundverschiedenen örtlichen, Verhältnissen > unterschiedlich! behandelnsondern schrieb dem gewaltigen Judenelend.-des. Ostens das heilsam - erscheinende Rezept, und. betrachtete, die danach gefertigte Medizinals den Heiltrank fürr die gesamte Judenheit schlechthin. Man warf damit die Frage,, wieden östlichen, Brüdern zu Helsen seizure großen, allgemeinen Judenfrage auf, so zum ersten Male reine, „Judenfrage" formend. Im «Zusammenhang: mit; diesem Allheilmittelcharakter, steht dann weiter diep.essimist i sche Grundnote, mitder. man,'eben in Gleichstellung mit den: Ostjuden,, die. Lag^« der« Westjuden/ ihre Aussichten im Kampf für Recht und Ehre: beurteilte. Wollte man auch die Westjuden auf den neuen Einheitsweg führen, galt essie auf der alten Bahn zur Umkehr zu bringen. Deshalb rief man ihnen zu: Hofft nicht; weiterdaß ihr, soweit ihr es auch in der Sicherung der äußeren Lebensverhältnisse gebracht habt, die auch um so schwerer drückende „moralische Not" beseitigen könnt- Haß und Verachtung wird euch immer verfolgen, laßt also ab von eurem eitlen Streben und folget uns in das Land, das allein das Ende unsrer Not gewährleistet! An den besonders gelagerten Verhältnissen des Ostens gemessen, war die Verzweiflung, daß an Ort unä Stelle die Not zu beseitigen sei, verständlich. Wo es um des Lebens bitterste Notdurft ging, um Sein oder Nichtsein, da konnte man nicht warten und aus den endlichen Sieg der Menschlichkeit und Gerechtigkeit hoffendort galt es, die Ueberlebenden der Pogroms von gestern den drohenden Pogroms von morgen sofort zu entziehen. In einer Zeit, die noch nichts ahnen ließ; von der Befreiung all dieser ins Elendzusammengepferchten Ai affen durch; deutschen Sieg und deutsche Menschlichkeitgab. es nur die Lösung, die um - ihr nacktes - Leben Bangenden in ein anderes Land » zu führen, in dem Sicherheit und: Rühe sie wieder zu;freiem Menschentum ausatmen ließ. Diese — schon vor dem Zionismus in umfangreicher Kolonisationsarbeit gutgeheißene — Fortführung: aus: dem Land, aussichtslosen r Elends war für . die, Ostjuden , um so? unbedenklicher und leichterals.' keinerlei Wurzeln innerer Lebensgemeinschaft sie mit ihrer Umgebung verbanden. Die; in; die Ansiedlungsrayons zusammengedrängten Massen fühlten sich ihrer Umwelt gegenüber ebenso; fremd- und außenstehend, wie-sie im 13. und 14. Jahrhundert, als wirtschaftliche Helfer herbeigerufen, ins Land gekommen waren.' Wie anders lagen und liegen > aber; doch; in allen diesen - Beziehungen die Dinge ht! unserm Vaterland 1 Froher Optimismus, der. seit - jeherdas Judentum in - seinem unentwegten.Festhalten an dem Ideal der Gerechtigkeit beseelt, hat, erfüllt die deutsche Judenheit in ihrem Hoffen und! Kämpfen für die vorurteilsfreie; Anerkennung des deutschen Juden als; eines, vollwertigen Gliedes-- der deutschen Gemeinschaft. Und vor allem (wir zeigten es - schon oben): Selbst dort, wo man - gegenüber der. scheinbar unversiegbaren Flut-von Schmähungen und Anfechtungen - verzagen will, fühlt man doch; immer wiederdaß; wir, was auch die Zukunft. uns - bringen; magder deutschen Heimat nicht entsagen können, daß wir mit unserm innersten Sein dem deutschen Vaterland« angehörem- Aber, alles dies-sahuoder wollte, die. der östlichen Judenheit'- angepaßte