KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 13 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 718 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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718 pM Akademische und Allgemeine Nachrichten. 1MH Akademischer Hilfsbund E. B., Zentrale Berlin. Fürsorge sür kriegsbeschädigte Akademiker (Studenten und Altakademiker) jeder politischen Richtung und religösen Ueberzeugung, ohne Unterschied von Beruf, tellung, Zugehörigkeit zu akademischen oder Berufsverbänden. Berufsberatung, jeder Art Raterteilung, Stellenvermittlung, Bäder- und Anstaltsfürsorge, Unterstützung, Studienbechilfe. Anschriften find persönlich zu richten: Än die Geschäftsstelle des Akademischen HUfsbundes, Berlin SW. 61, Kaiserliches Patentamt, Gitschinerstratze 97-103. Landesverbände und Ortsausschüsse in ganz Deutschland. Auskunft über die Mitgliedschaft erteilen Zentrale und Zweigorganisationen. Bei Gesuchen ist kurz anzugeben: Art der Beschädigung, Geburtsort, zuletzt besuchte Hochschule, letzter Wohnort, etwaige Zugehörigkeit zu akademischen Verbänden. Vorstand des^Akademischen^ilfs^ndes E. V. Berlin hatte im Januar dieses Jahres eine Eingabe an den Herrn Kriegsminister gerichtet, dahin wirken zu wollen: „daß die bisherige Handhabung der Heer, und Wehrordnung, nach der eine Beförderung zum Offizier im Landsturmverhältnis ausgeschlossen ist, geändert und ersetzt werden möge durch eine neue, den Zeitoerhältniffen entsprechende Verfügung, die den Anschauungen ausgleichender Gerechtigkeit, besonders im Hinblick auf die Hinterbliebenenfürsorge, Rechnung trägt." Bisher war Landsturmpfiichtigen die Möglichkeit nicht gegeben, zum Offizier befördert zu werden. Der Herr Kriegsminister hat unter dem 2. Oktober 1916 dem Vorstände des Akademischen Hilfsbundes mitgeteilt: „daß in einer der nächsten Nummern des Armee- Verordnungsblattes ein Erlaß erscheinen wird, der die Truppen darauf hinweist, daß auch geeignete Landsturmpflichtige zu Offizieren des Beurlaubtenstandes ausgebtldet und zur Beförderung Allerhöchsten Orts in Vorschlag gebracht werden können." Es ist erfreulich, daß die Bemühungen des Akademischen HUfsbundes so bereitwilliges Entgegenkommen bei dem Ministerium gefunden haben. — Der Arbeitsausschuß des Akademischen Hilfsbundes hielt am 14. d. Mts. im Reichstag seine 7. Sitzung ab. In der Begrüßungsrede gab der 1. Vorsitzende des HilfsbundeS, Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Böttger, ein erfreuliches Bild über das Anwachsen des Bundes, der jetzt über 120 Organisationen deutscher Akademiker zu seinen Mitgliedern zählt. Der Schlußstein der Verfassung des HUfsbundes wurde gelegt durch die Regelung der Zuständigkeitsfrage von Zweigorganisationen, deren Wirkungsgebiete sich fast Wer ganz Deutschland erstrecken. Der HUfsbund hat über 40 Zweigorganisationen gegründet. Aus dem Bericht, den der Syndikus des HUfsbundes, Herr vr. Pinkerneil gab, ist besonders hervorzuheben, daß die Blindenfürsorge durch Einrichtung einer, noch in diesein Winter zu eröffnenden, Stüdienanstalt für kriegsblinde Akademiker in Marburg a. Lahn sehr gefördert werden wird, daß die Bildung von Berufsausschüssen, die aus den Vertretern der akademischen Berufsverbände gebildet rverden, bis ins einzelne durchgeführt ist, daß die Bäderfürsorge, die es unternommen hat, kriegsbeschädigten Akademikern kostenlose Kuren und Anstaltsbehandlungen zu gewähren, sehr gute Erfolge erzielt hat, und daß schließlich die Fürsorge für kranke und verwundete Akademiker, die sich »roch in Lazaretten befinden, stark in Angriff genommen wurde. Eine eingehende Aussprache über die Form der Lazarettfürförge zeitigte bemerkenswerte Ergebnisse. Eine erneute und umfassende Werbetätigkeit wurde als notwendig erkannt. Bei allen Teilnehmern entstand durchaus der Eindruck, daß der Hilfsbund in der Lage ist, den gesteigerten Anforderungen, die an ihn herantreten, gerecht werden zu können. Vom Univerfitätsstudium der Frauen in Deutschland zur Kriegszeit. Die Bedeutung des weiblichen Bildungsstrebens tritt in Deutschland erst zu jetziger Kriegszeit, zu der die männliche Studentenschaft im Felde steht, voll in Erscheinung. Im verflossenen Sommerhalbjahr war die Zahl der studierenden Frauen auf 5480 gestiegen, was gegenüber dem Stand von 1911 eine Ber- Koppelung bedeutet. Der verhältnismäßige Anteil der Frau am deutschen Univerfitätsstudium beläuft sich derzeit auf 10,5 v. H. gegen erst 4,8 v. H. vor 5 Jahren. Berücksichtigt man nur die wiMich anwesende Stu. dentenschaft, so ergibt sich, daß z. Zt. der dritte Teil der Frauenwelt zuzurechnen ist. In der Verteilung der Studentinnen auf die einzelnen Zweige des akademischen Studiums find im letzten Jahrfünft insofern beachtenswerte Veränderungen eingetreten, als die Steigerung der Gesamtzahl am stärksten der Mathematik und den Naturwissenschaften, sowie der Medizin zugefloffen istauf letztere entfallen jetzt 25,3 v. H. der Studentinnen, gegen 20 v. H. vor 5 Jahren, und es widmen sich ihr 1394 Frauen gegen 582. Mathematik und Naturwissenschaften haben sich 1011 Frauen zum Lebensberuf erwählt gegen 504. Philologie und Geschichte erhöhten ihre Ziffer von 1563 auf 2654, Staatswiffenschasten und Landwirtschaft von 67 auf 213. Rechtswissenschaft studieren 93 Frauen gegen 39, evangelische Theologie 14 gegen 5, Pharmazie 33 gegen 8 und Zahnheilkunde 58 gegen 37. Die vor drei Jahren erfolgte Erweiterung der Studienberechtigung der preußischen Oberlyceen hat demnach einen zahlreicheren Uebergang der Frauen zur Medizin und zu naturwissenschaftlichen Studien bewirkt, wenn auch nicht in dem erhofften größeren Maße. Die Wahl des StudienortS der Frau zeigt, daß während des Krieges das Mehr an Studentinnen überwiegend einzelnen preußischen Universitäten, insbesondere Frankfurt, Berlin, Marburg, Halle und der bayerischen Reichshauptstadt zugefloffen ist, während die süd. und mitteldeutschen, ausgenommen München, Heidelberg und Tübingen, nur geringen Zufluß erhietten, und Straßburg und Freiburg zurückgingen. Die jüngsten Besuchsziffern find: Berlin 1133, München 694, Bonn 532, Heidelberg 358, Marburg 353, Göttingen 386, Münster 272, Leipzig 268, Breslau 247, Frankfurt 314, Kiel 176, Jena 163, Königsberg 157, Freiburg 144, Halle 139, Tübingen 93, Greifswald 77, Straßburg 57, Würz, bürg 56, Rostock 43, Erlangen 39 und Gießen 38. Die deutschen Studenten im Feld. Ueber die Beteiligung der Studentenschaft der deutschen Hochschulen am Kriege liegt jetzt eine lehrreiche Mitteilung von amtlicher Seite vor. ES sind etwa 84 v. H. ihrer Friedenszahl beteiligt. Sie beträgt etwa 56000 Mann. Im letzten Winter wurden sämtliche Hochschulen des Reiches besucht von nur 18000 Studierenden. Vor Ausbruch des Krieges waren es gegen 79000 Studierende. Der Anteil der Ausländer hatte damals 8500, der der Frauen 4800 betragen. Er beträgt jetzt 2400 Ausländer und etwa 5200 Frauen. Man darf mit Sicherheit annehmen, daß die fehlenden männlichen reichsangehörigen Studierenden im Felde oder in anderer militärischer Berrvendung stehen. Dazu kommen etwa 400 Stu. dentinnen, die im Sanitätsdienst tätig sind. Bon den Universitätsstudenten sind etwa 43000 oder 83 v. H.