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KC-Blätter · 1916-09-01 · Heft 13 (September 1916) · p. Seite 717

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 13 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 717 (sequence 11)
Language
German
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717 wird aufgestanden und bis 10 Uhr gearbeitet Um 11 Uhr gibt es ein Frühstück, entweder Suppe, Thee oder Kakao. Dann wird bis 4 Uhr nachmittags geruht, geraucht oder gelesen. Dann Arbeit bis 6 Uhr. Um 6 Uhr Wendessen oder Mittagessen, wie man's nimmtd. h. warmes Essen, Suppe mit Fleisch. Es schmeckt mir alles köstlich, obgleich oder gerade weil es sehr einfach ist. Wir haben einen glänzenden Koch. Kennst Du Flöhe? Ich habe sie kennen und Haffen gelernt. Die hiesigen sind Elefanten .gegen die europäischen. Ich befreie mich von Ihnen beim täglichen Bade und bekomme nachts wieder neue. Das stört aber nicht die Gemütlichkeit. Bleibe gesund! Nächstens mehr. Mit herzlichem ®rufec Dein Theophil Jacoby. >16. Heute abend Huhn, das Stück 4 Piaster 80 Pfg. . Eier 3 Stück 1 Piaster - 20 Pfg. El-..., den 20. 7.16. Lieber Erich! Heute ist eS eine Woche her, daß ich in dem obengenannten Orte landete. El-... ist ein Küstenort am Mittelmeer zur Sinaihalbinsel und politisch zum Feindesland gehörig. Die eine Hälfte des Lazaretts sollte weiter Vorgehen, während die andere sich hier niederlassen sollte. Trotz meines mehrfach geäußerten Wunsches, noch näher zur Front zu kommen, wurde mir der andere Kollege vorgezogen und ich für El-... bestimmt. Während die anderen in Zelten wohnen und salziges Wasser trinken, haben wir drei feste Gebäude zur Verfügung und wunderbares Trinkwasser. In einem der Gebäude habe ich mein Geschäftszimmer aufgeschlagen. Wie alle arabischen Häuser, oder viel besser nach ihrer Form Gehöfte, ist es ein riesiger Hof mit einem kolossalen Frucht, bäum in der Mitte. Um den Hof liegen in einstöckigen Lehmgebäuden mit meterdicken Mauern (gegen die Hitze) eine größere Anzahl Zimmer, meist 5—6, die alle ihren Eingang vom Hofe aus haben. Am Tage schwitzt man und kommt fast um vor Fliegen. Herrlich dagegen ist es am Abend, wenn wir nach der Arbeit von 7 Uhr ab beim Glase Rotwein (meist mir Wasser und Zucker vermischt) unterm Sternenhimmel sitzen und der angenehme Meerwind uns lau umfächelt. So oft wir können, baden wir im Meer, das man zu Pferd in 20 Minuten erreicht. Die Wassertemperatur variiert zwischen 25 und 30 Grad, das Wasser ist sehr salzig und die Brandung stark, daher das Bad trotz der Wärme erfrischend. Unser Tierpark besteht aus zwei Pferden (das eines Arztes und meines), vier Kamelen und einem Esel. Fast täglich reite ich an der Spitze unserer vier Kamele mit zwei einheimischen Arabern zum türkischen Depot, um Lebensmittel zu empfangen. Man kann sich nichts Groteskeres vorsteüen als diese Kamele, ihr Wesen lernt man erst im täglichen Umgang mit ihnen kennen, und wenn man sie bei jeder unpassenden Gelegenheit (z. B. wenn sie aufstehen oder sich hinlegen sollen) brüllen hört, kann man wohl verstehen, warum gerade „Kamel" ein so oft angewandtes Schimpfwort ist. Unser Esel „Philipp" ist eine Sorte Mr sich, ein niedliches kleines Tier und urkomisch. Meine Reitkunst ist bald auf der Höhe, und ich kann jetzt mit jedem anatolischen bezw. arabischen Hengste fertig werden. Natürlich ist von Schuleretten dabei keine Rede. Ich bin wohl und munter und wundere mich immer, daß ich bisher von Ruhr und Malaria verschont geblieben bin. Ich bin über die lange Reise nicht wütend gewesen, denn ich habe dadurch viel gesehen und mich leichter akklimatisiert. Nur noch R.... aus ging es schnell durch Palästina weiter, und so konnte ich Jerusalem nicht sehen, an dem wir in 3V km Entfernung vorbeikamen. Auf der Rückreise werde ich es aber sehen. Vielleicht treffen wir uns im November schon wieder in Berlin? Schreibe bald und sei heimlichst gegrüßt von Deinem ir. Freunde Theophil Jaeoby. bei der ... . Armee haben sich 2 Consemester getroffen und senden Ihnen die heimlichen Grütze Paul Kahn (Sprev.) Armeerabiner Dr. Sali Levi fügt ergebensten Gruß bei. Lieber Alter Herr. Zu meiner großen Freude habe ich zufällig Kahn hier getroffen. Wir liegen ca. 28 km von einander entfernt. Viele bundesbr. Grütze Ihr Max Kronenberg. 10. 4. 16. Lieber Mainzer! Kleemann har mich heute morgen besucht. Dann sind wir gemeinsam zu Otto Jaffa geritten. Gemeinsam senden wir Dir herzl. Grütze. Nächstens wollen wir auch einen K. C-Abend machen. Dein Kirschbamn. . Lieber Mainzer! Ich freue mich, wieder einmal mit Bundesbrüdern zusammensein zu können. Her^l. Gruß Dein Kleemann. Lieber Mainzer. Auch ich freue mich, daß Kirsch, bäum in unserer unmittelbarer Nähe Quartier gefunden hat. Dein Otto Jaffs. 24.3.16. Lieber Mainzer! Ich habe meine Tättgkeit rat Felde mit einem Besuch Pülles wieder ausgenommen, der hier einige KUometer von uns liegt. Ich werde nachher auf Dein Wohl trinken, natürlich ein Schorle. Herzl. Gruß Dein Kirschbaum Freue mich sehr über K. Besuch. Lang ist's her, daß wir im schönen Heidelberg zusammen waren. Herzlichen Gruß Dein Pülle (Paul Gutmann). . 5.6.16. Sehr geehrter Herr Kbr! Der Zufall spielt eine große Rolle im Leben, besonders aber in diesem Kriege! Als ich vor 10 Tagen zur Vervollständigung unserer Ausrüstung nach N_fuhr, traf ich auf der Straße kurz vor der Abreise nach N ... an den Feldräbiner der ..., Herrn l)r. Sänger, mit dem ich in Berlin kürz, vor Kriegsausbruch zusammengewesen. Dann gings nach N ..., schließlich nach B. ., um dort in meiner Eigenschaft als Berpflegungsoffizier für unser Casino einzukaufen. Auf der Rückfahrt fiel mir vor» gestern in S... auf der Strecke nach S... ein bayr. Gefr. F. A. K. auf, den 'ich dann auch fragte, was er hier wolle. Nach kurzem Gespräch erfuhr ich, daß er in Heidelberg studierte. Wer viel größer war mein Erstaunen, als er sich als Kbr. Samson (Bav.) entpuppte. So sind wir nun zusammengefahren und da wir an. scheinende unweit voneinander liegen, so wird auch hier des öfteren wohl der K C. Gedanke ausblühen. Her^l. Grütze Ihr getr. Kbr. Lauphermer (Lic.) Lieber Alter Herr! Auf dem Wege nach dem unwirtlichen M... treffeich zufällig einen Karteübruder, mit dem ich schon drei Tage im Zuge herumbummle. Mit bundesbrüderl. Grützen H. Samson Mav.). Wegen Raummangel mußte auch diesmal wieder ein» gtoft* Anzahl Briefe znrückgeftellt werde». Die Schristleitung.

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