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KC-Blätter · 1916-09-01 · Heft 13 (September 1916) · p. Seite 716

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 13 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 716 (sequence 10)
Language
German
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716 ,ba gleich eine gehörige Schießerei, sodaß ich von dem- Kriegsttben den richtigen Begriff bekam- Im allgemeinen benimmt sich der Franzmann recht anständig, sodaß' man oft glauben kann, man befindet sich nicht im Krieg, ländern in der Sommerfrische. Von irgendeiner Tätige keit der Infanterie kann in diesem Abschnitt überhaupt nicht gesprochen werden, und kann man daher hier nach allen Regeln der Kunst ein ruhiges, beschauliches Dasein führen. Wie geht e8 Dir und Deiner lieben Frau?- Habt Ihr gute Nachrichten von Deinem Bruder? Schreibe mir mal recht bald wieder und sei für heute bestens gegrüßt von T onern Dir stets getreuen E. Scharfstein. 19.7.1916- Mein lieber Rosenthal! Mit Deinen ^lieben Zeilen hast Du mich he^lich erfreut, meinen besten Dank dafür. Von Dir nur Gutes zu hören, war mir gleichzeitig erfreulich. Mir geht es nach wie vor tadellos, bloß, daß ich insofern eine große Enttäuschung erlebe, alL man hier mtt den- Händen im Schoß ruschen muß, wie die Artillerien sich gegenseittg befunken. Ich glaube, ich schrieb es Dir schon mal, daß von irgend einer Tätigkeit der Infanterie in diesem Abschnitt keine Rede sein kann, und wenn das noch lange an- -dauert, melde ich mich zur Armee. — Hoffentlich höre ich. mal rechtbald wieder von. Dir. Für heute bin ich mtt den besten Grüßen für Dich und Deine liebe Frau Dein. Dir stets getteuer_E. Scharfstei«. Am Feinde, den 9. 8.16. Mein lieber Rosenthall Seitdem wir das letzte Mal von einander gehört haben, ist schon eine ziemliche Spanne Zett ins Land gegangen. Und damtt unsere gegensettige Korrespondenz nicht einschläft, sollst Du mal wieder ein Lebenszeichen von mir haben. Zunächst hoffe ich, daß diese Zeilen Dich und Deine liebe Frau beim besten Wohlbefinden arttreffen, ein gleiches kann ich Dir 'auch von mir berichten. Ich. muß offen gestehen, daß ich mich noch nie so wohl und innerlich so befriedigt gefühlt habe, seitdem ich im Felde bin. Von Tag zu Tag kommt mir dieses Gefühl immer mehr zum Bewußtsein. MerdingS kann ich nun gerade nicht behaupten, daß sich die Tage, die ich hier draußen verlebe, besonders interessant gestatten. Gewiffe Ereigniffe erlebt man hier draußen ja genug, aber von sogenannten kriegerischen Ereigniffe» zu sprechen, davon ist's noch iwett entfernt. Ich glaubeich schrieb Dir schonmal, daß von irgend einer Gefechtstättgkett der Infanterie -in diesem Abschnitt überhaupt keine Rede sein kann, und so möchte ich diese Tage, die ich hier draußen in den Dünen bei Ostendeverlebe, beinahe als eine Erholung bezeichnen, wenn das zarte Gemüt nicht ab und zu mal durch eine niederplatzende Mine oder ein krachendes Projettll aufgeschreckt würde. Im großen und -ganzen ist die „Lage" hier also erträglich. Am letzten Sonntag traf ich seit Freiburg zum erüen. Mal einen Cfx. Es war in Roulers. Auch in Ostende treffe ich wiederhott mtt einem Kb. zusammen, der. dort an einem Feldlazarettals Zahnarzt, tätig ist. Für heute herzlichst Dein Dir. stets getteuer E. Scharfstein. 25.9.16. Mein lieber Rosenthal! Es lag in meiner Absicht, Dir heute, um Dich wieder zu entschädigen, ganz ausführlich zu schreiben,^ mußjedoch davon Abstand nehmen, da wir seit gestern in höchster Alarmbereitschaft liegen. Heute abend bis zum 10. 10. zur Somme abrücken. Also endlich die langersehnte Be« wegung und Kampfestätigkeit. Mtt meinem ausführlichen Briefe, in dem ich Dir dann auch über die Sommv-Schlacht berichten werde, mußt Du Dich also so länge gedulden, bis wir wieder hier sind, denn von da wird es' wohl kaum' eine Gelegenheit zum Schreiben geben: f Der Hauptzweck meinesheutigen Schreibens? ist, Dich und Deine liebe Frau zu unserem neuen Jahre herzlichst zu beglückwünschen;, von ganzem Herzen wünsche ich Dir und Deiner Neben Frau in dem neuen Jahre nur das Beste, auf'daß Euchnur Glück und Zufriedenheit beschert sein möge- Hoffen wir aber vor allem, daß uns das neue Jahr das bringen möge, was wir alle, so herzlichst herbeiwünschen, den ehrenvollen, siegreichen Frieden fiir unser geliebtes deutsches Vaterland. Wie: geht eS Dtt denn gesundheitlich?: Bist Du mtt Deiner PraMzuttieden? Ich lebe seit gestern in einer freudigen-. Erregung und hoffe, daß ich. alles gut überstehen werde. Also nächstens bestimmt mehr. Indem ich Dich und Deine liebe Frau nochmals herzlichst beglückwünsche, bin' ichmit den bestm- Grüßen Dein Dir stets getteuer Erich Schärfstem. , 30.9.16. Sehr geehrter Herr Kartellbruder!. Im Begriff in Stellung, abzurücken, bringt mir die Feldpost dtt. neuesten K. C.-Blätter. Ich kann Ihnen kaum beschreiben, welche Freude stets Nachrichten aus K.C - Kreisen in mtt auSlösen. Leider finden wir ja dieses Mal in den Blättern weniger Erfreuliches; besonders nahe ging mtt der Tod von unserem lieben. Kb. Gottscho. Len ich während meines Aufenthaltes in Wiesbaden näher kennen und schätzen lernte. Interessant wird eS Ihnen fein, daß das .. .korps auch augenblicklich, d. h. seit dem 25. 9.1916, an der Somme kämpft. Bisher lagen wir allerdings nur in Reserve, doch gleich geht es auch in den Kampf. Heil und Sieg! Ihr ergebener E. Scharfstei«. 15. 5.18. Lieber Erich! Deine lieben Zellen vom 16. 4. empfing ich gestern. Ich fühle mich schuldig, denn ich habe Dir bisher nur zwei Karten geschrieben. Wo ich jetzt bin, willst Du wissen? Suche Dir auf der Karte den Golf von Alexandretta oder Jskendarum und die Aleppo. Dort: in der Gegend bewohne ich in einer kleinen Gebirgsstadt mit unseren Leuten ein großes Zelt und beaufsichtige das Umladen unserer Kisten. Mittags 36 Grad im Schatten. Ich bleibe noch 14 Tage hier, dann geht eS weiter in das gelobte Land; den weiteren Weg kannst Du Dir denken. Ich bin braun wie ein Mulatte, die Hitze kann mir aber nichts antun. Ich bin bis jetzt von allen Tropenkrankheiten verschont geblieben und hoffe, es auch weiter zu bleiben. Zweimal die Woche gibt es 1 Gramm Chinin, schmeckt abscheulich, schützt aber vor Malaria. Ich reite alle paar Tage im Tropenhelm und Kaki in die umliegenden Dörfer und kaufe für das Lazarett frisches Fleisch und Gemüse, da wir die Konserven schon über haben. Türkisch kann ich noch nicht viel, nur envet tja), yok (nein), cabuk (schnell), jawasch (langsam), im Übrigen habe ich einen türkischen Dolmetsch zur Verfügung, mit dem ich französisch spreche. Unser Lager liegt ideal an einem Abhang. Unter uns eine fruchtbare Ebene mit wild blühendem Oleander und mehreren reißenden Bächen, in denen ich täglich bade; weiter entfernt, unS gegenüber, eine hohe wild zerklüftete Gebirgskette. Schllmm. ist die Fliegenplage; während ich schreibe, piesacken mich die Biester, indem sie mir über Kopf und Arme laufen. Unsere Moskitonetze leisten.unS gute Dienste, indem sie verhindern, daß die Biester uns im Schlaf stören. Um 4 Uhr früh

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