KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 12 (Juli 1916)
- Date
- 1916-07-01
- Page
- Seite 701 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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701 die am 6. März 1916 erfolgte. Darnach können nicht, approbierte Felduntermtzte, nachdem sie mindestens sechs Monate un Felde geständen haben, bei militärischer und militärärztlicher Befähigung für die Dauer ihrer Verwendung im KriegSsanrtätsdienst zum Feld- Hilfsarzt und nichtapprobierte Feldunterveterinäre zum Jeldhilfsveterinär befördert werden. Auf sie finden die Bestimmungen für die Feldwebelleutnants sinngemäße Anwendung. Den älteren Feldhilfsärzten und Jeldunterärzten wurde sodann kürzlich die erstrebte Möglichkeit eröffnet, das fehlende letzte (10.) Studien, semester an einer Universität zu erledigen und die ärztliche Hauptyrüfung abzulegen. In Betracht kommen Jeldhilfsärzte und Feldunterärzte, die vor Eintritt in den Kriegsdienst 8 volle Semester studiert und mindestens 3 klinische Semester besucht haben. Da diesen 8 Studienhalbjahren der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres hinzugerechnet wird, wenn das halbe mit der Waffe geleistete Militärjahr nicht schon bei der Vorprüfung berücksichtigt Der Jude. Eine Monatsschrift. R. Löwits Verlag. Herausgeber: Dr. Martin Bub er. Heft 1—4: April-Juli 1916. Or. Martin Buber hat eine neue Zeitschrift herauszugeben begonnen, die er in ausdrücklicher Anknüpfung an Gabriel Rietzer „Der Jude" nennt. Es soü eine Monatsschrift zur Förderung des „lebendigen Judentums" sein. Martin Buber wird aber selbst nicht im Zweifel darüber sein können, daß Gabriel Rietzer, wenn er Bubers „Fortsetzung der alten Zeitschrift von 1832" erblickte, eine derartige Weiterführung seines Werkes sich entschieden verbitten würde. Es wäre offener gewesen, die Monatsschrift für „lebendiges Judentum" — wir K.C.er müffen bei diesen Worten an die einsttge Verschleierungstaktik des B. I. St. denken — der „Nationaljude" zu nennen. Denn mtt Ausnahme eines Aussatzes von Hermann Cohen, bei dem übrigens die Redaktion in einer Schlutznote ihren abweichenden Standpunkt betont, smd alle Beiträge von National, juden oder deren Freunden — wie z. B. Alfons Paquet — geliefert. Eine Kritik des Ausgangspunktes Bubers und seiner Mitarbeiter, die auf eine Kritik des Nattonaljudentums der verschiedensten Schattierungen hinauslaufen würde, kann natürlich im Nähmen dieser kurzen Besprechung nicht gegeben werden. Hingewiesen sei nur auf die eigenartige und unseres Erachtens recht gekünstelte Erklärung, die Martin Buber in seinem Vorwort („Die Losung") dem von ihm selbst an die Spitze gestellten Satze geben mutz: „Hunderttausende von Juden kämpfen gegeneinander,' und das Entscheidende ist: sie kämpfen nicht aus Zwang, sondern aus Gefühl der übermächtigen Pflicht." Im folgenden wollen wir uns auf eine „immanente" Kritik beschränken, d. h. wir wollen den Ausgangspunkt der Mitarbeiter des „Juden" als richtig unterstellen und einige Auffätze auf ihre Folgerichtigkeit prüfen. Dabei bemerken wir übrigens, daß gelegentlich von manchen Autoren die Grundlage der Erörterungen für Augenblicke aufgegeben wird, so von Siegfried Bernfeld (Heft 4, Seite 341): „Denn gibt es diese jüdische Nation? Nicht einmal das. Selbst sie ist erst ihre Aufgabe." (!) Hermann Glenn versichert uns in seinem Auffätze „Das Volk und der Einzelne", daß „für das jüngere jüdische Geschlecht die Religion bei weitem nicht bindend genug" sei (Heft 1, S. 4), erklärt uns aber nicht, inwiefern der jüdische NattonaliSmus ein stärkeres Bindemittel des einzelnen an das jüdische „ätott" fei; und es ist, haben fie 9 Semester Studium vollendet. DaS demnach noch fehlende 10. Semester wird ihnen verkürzt und ihnen gestattet, im Anschluß an das 10. Semester die StaatSprüftmg abzulegen; fie erhallen hierfür 3 Monate Urlaub. Ein Tell der Kandidaten ift bereits auf 15. Juni d. I. beurlaubt worden. Die nächste Beurlaubung erfolgt auf 1. November 1916. Damit smd frellich auch jetzt noch nicht alle Wünsche der Mediziner erfüllt. Namentlich die Anrechnung des Kriegsdienstes bei denjenigen Kandidaten, die in den vorklinischen Semestern ihr halbes Jahr abgedient haben, wird noch angestrebt, da diese bei Absolvierung von 3 klinischen Semestern die gleiche Vorbildung haben, wie die jetzt zum Examen Beurlaubte». Ferner möchten auch die an JnlandSlazaretten tätigen Unterärzte zu Jeldhilfsärzten befördert werden, und die nach viersemestrigem Studium unter die Fahne getretenen Mediziner wünschen die Beurlaubung zur Ablegung der Vorprüfung, um die Anwartschaft auf Unterarztstellen zu erhalten. spricht nicht gerade für ihn, wenn sein Gesinnungsgenosse Albrecht Heümann (im 3. Heft, S. 133 ff.) an Herrn Theodor Tagger eine „Mahnung" richten mutz, der „aus nattonalem Idealismus der jüdischen Konfession den Rücken gekehrt" hat. Lesenswert ist ein Auffatz Hugo Bergmanns „Der jüdische Nationalismus nach dem Krieg", in dem wir die Meinung ausgesprochen finden, daß der Zionismus — wir möchten hinzufügen: der radikale und konsequente Zionismus — „eine Studentenbewegnng war und zum großen Teile geblieben ist" (Heft 1, S. 9.). „Wir hören immer wieder den Ruf „Mehr Judentum!", aber niemand — auch Bergmann selbst nicht! — vermag uns zu sagen, was denn das eigentlich sei, dessen mehr verlangt wird." (Seite 11). Wenn Bergmann zu der Erkenntnis gekommen ist, daß das ostjüdische Leben nicht unser Leben sei, so steht er damit im Kreise der Mitarbeiter des ,Juden" noch ziemlich allein. Fritz Mordechai Kauftnann z. B., der — unseres Erachtens mit Recht—sich gegen jede „Grenzsperre" wendet, gehört zu den „Juden, die ihr Schicksal wieder an das alle östliche Volk banden", und Max Brod (Heft 1, S. 33 ff; Heft 3, S. 134 ff.) hält uns gar die Ostjuden als Ideal vor Augen. AlfonS Paquet gesteht, daß ihm unter den Juden die Orthodoxen und die Zionisten die liebsten seien, wofür er — im Heft 3, S. 139 — ein besonderes „Dankeswort" erhält. Moritz Blleski dagegen empfindet, wie er in seinem vielfach zum Widerspruch herausfordernden, aber interessanten Auffatz „Die deutschen Juden in der deutschen Politik" ausführt, die Komplimente für die Nationaljuden mitunter doch peinlich. - Ein Auffatz von Max Mayer-Berlin zeigt uns, wie erbittert innerhalb der nationaljüdischen Gruppe der Streit zwischen den Hebraisten und den Anhängern des Jiddisch tobt. — R. Salman berichtet über die Selbstverwaltung der Juden im polnischen Staate und vergleicht zum Schluß den polnischen und Wischen Nationalismus. Lazar Abramson schreibt über die Verhältnisse der-ostjüdischen Gemeinden. Oskar Epstein stellt einen „formalen" und einen „wesenhaften" Nationalismus einander gegenüber (Heft 3, S. Ivv ff.), gibt aber für beide Arten des NattonaliSmus recht formaleDefinitionen. Das Wesen seines „wesenhaften" jüdischen NationalismuS scheint ihm selbst noch nicht recht klar geworden zu sein. Schaffung und Förderung nationaler Kolonien im „Golus" erstrebt Salomon Lehnert. Wenn aber Leute □ Vücher- und Vlätterfchau