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KC-Blätter · 1916-07-01 · Heft 12 (Juli 1916) · p. Seite 694

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 12 (Juli 1916)
Date
1916-07-01
Page
Seite 694 (sequence 32)
Language
German
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694 well den Juden volle Gleichberechtigung*' zuge? standen wird und auch die jüdischen Studenten anstandslos in den anderen studentischen Verbindungen Aufnahme finden, dann um so befier. Dann mögen die K.C.er im ständigen Verkehr mit den änderen Kommilitonen das Judentum zu Ehren bringen. Bleibts beim alten oder wird eS gar noch schlimmer, dann ist der K.C. erst recht notwendig. Die bestehenden paritätischen Verbindungen erfüllen den Zweck nicht, daß fie zwischen Juden und Andersgläubigen auSgleichen. Denn die jüdischen Verbindungen können zumeist nur wenige nichtjüdische „Renommier"-Mitglieder aufweisen, geradeso wie nichtjüdische sogenannte paritätische Verbindungen sich zuweilen einige jüdische „Renommier"-Mitglieder leisten. Was aber diesen paritätischen Verbindungen säst immer fehlt, das ist die Pflege des Judentums. Darum find fie auch für uns ohne Wert und ohne Bedeutung. Denn wer es mit dem Judentum gut meint, wer wünscht, daß daS Judentum in. der Welt die Achtung und die Stellung findet, die ihm gebührt, der muß es für eine Notwendigkeit erachten, daß unsere jüdische akademische JUgerch in der Kenntnis des Judentums heranwächst, damit fie imstande sei, auS Ueberzeugung für ihr Judentum einzutreten. Auf unserer akademischen Jügend beruht nicht zum wenigsten die Zukunst des Judentums. So möge denn der K. C. weiter sich auszeichNen in diesem furchtbaren Kampfe zur Rettung und Erhaltung unseres deutschen Vaterlandes. Möge' es ihm vergönnt sein, durch seinen Heldenmut auch dem Judentum zu dienen, möge er aber auch gerüstet und bereit bleiben, auch im Frieden seinen edlen Bestrebungen treu zu sein. Dazu soll das Vorbild aller Bundesbrüder aneifern, die für das Vaterland und das Judentum in den Tod gegangen find. Dann find fie nicht umsonst gestorben. Or. Berthold Einstein, Bezirksrabbiner in Landau, Pfalz. Nochmals „Duell und Judentum". In Nr. 21 der „Wingolfs-Blätter" findet sich in der Rubrik „Akademische Rundschau" unter dem Titel „Zur Kriegsstatistik" eine Erwiderung auf meinen Aufsatz „Duell und Judentum" im 11. Heft ddr Kriegsausgabe der K.C.-Blätter. Sie ist allerdings arg lendenlahm. Der Artikelschreiber der WingolfS-Blätter sucht sich wegen der ungewöhnlichen Gehässigkett seines ersten Angriffes wie folgt herauszureden: „ES ist nicht als böser Wille anzusehen, wenn ^ns dies (der sangeblich niedrige ^Prozentsatz der.gefallenen K.C.er) auffällt,und wir eine AuMrung für angebracht hielten. Wir hätten das aber auch gar nicht erwähnt, wenn nicht die K. C.-Blätter die Beteiligung an Zwei, kämpfen als ein Zeichen der Kraft hingestellt hätten, sodäß dann also doch die Ablehnung deS Duells von Schwäche zeugen würde. Demgegenüber verwiesen wir von der Duellstattstik auf die KriegSstatisttk." Wenn man damit vergleicht, was tatsächlich in dem Aufsatz „Die Kriminalität der Juden" gesagt war, weiß man nicht, worüber man fich mehr wuydern soll, über den Mangel an Fähigkeit, klare Worte zu verstehen, oder über die Fähigkeit, sie zu politischen Agitationszwecken umzudeuten. In dem Götz'schen Aufsatz war nämlich die stärkere Beteiligung der Juden am Zweikampf nicht etwa schlechtweg, wie der Herr vom Wingolf zu zitieren beliebt, als „ein Zeichen der Kraft hingestellt" und damit gar, wie er mit „bewährter^ Logik hinzufügt, gesagt oder auch nur angedeutet, daß „die Ablehnung des Duells von Schwäche zeugen würde"/ vielmehr ist dort lediglich ausgeführt, daß die stärkere Beteiligung der Juden am Zweikampf „ein Zeichen der Kraft ist, mit der sie allen Angriffen zu begegnen wissen." Irgend ein allgemeines Werturteil über das Duell ist damit nicht gefällt. Dazu lag und liegt für uns keine Veranlassung vor, wie auch dem Wingolf bekannt sein könnte, daß der K. C. das Duell nur als drasttsches und wirksames Mittel zur Bekämpfung des törichten Borwurfs dem Wingolf sonst in der Gesinnung sehr nahestehender Kreise von der „Feigheit der Juden" benutzt. Aber immerhin, wir wollen die Tatsache, daß Herr „Bl." sich herauszureden sucht, als ein erfreuliches Zeichen dafür ansehen, daß er sich nachträglich seines Angriffes doch ein wenig schämt.*) Dieses relattv günstige Urteil wird uns freilich sehr erschwert durch einen anderen Teil der Erwiderung. Herr „351." unternimmt es nämlich, die Berechnungsart der K. C.-Blätter als falsch zu bezeichnen, indem er ausführt: „Der Irrtum der K. C-Blätter liegt nun aber darin, daß er für seinen Verband 7,13% Verluste angibt, während es 5,5°/o heißen muß. Dieser Irrtum beruht darauf, daß als Kriegsteilnehmer nur die angesehen werden, die zum Feldheere gehören, während dazu alle die, die im Heeresdienst stehen, zu zählen sind. Offenbar bedient sich die Breslauer Hochschül-Mundschau, nach deren Angaben die Aufstellung gemacht ist, dieses gewöhnlichen Sprachgebrauches. Das wird uns zur Gewißheit aus der Mitteilung über die D. C. S. B., in deren 2500 „KriegSteilnchmern" auch die in der Garnison befindlichen Mitglieder mitgerechnet sind . . . ' r *) Daß, übrigens der Angriff der WingolfS-Blätter auch von anderer Seite scharf verurteilt wird, entnehmen wtt cinem nach Drucklegung dieser Zeilen uns zugegangenen Artikel von Prost vr. Baders im Heft 11 der „Akademischen Turnzeitung", Zeitschrift des V. C. Darin wird nebenbei auch mitgeteilt, daß, sich die Zahl der gefallenen Mitglieder des /V. C. am i. Dezember 10.15 nur auf 434 und nicht. Wie wir auf Grund der Zusammenstellung in der Breslauer Hochschul-Rundschau angegeben hatten, auf 460 belief,

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