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KC-Blätter · 1916-07-01 · Heft 12 (Juli 1916) · p. Seite 678

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 12 (Juli 1916)
Date
1916-07-01
Page
Seite 678 (sequence 16)
Language
German
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678 die Köpfe und macht einen Märtyrer der Entsagung aus ihm. Weit gefühlt! Man erlebt heraußen alle Wonnen göttlicher Naturschwärmerei und dünkt sich im Vollgesiihl seiner Kraft eins mit dem Frühling, dein man sich hier restlos hinaeben kann. Wenn nur der verfluchte Heldentod nicht wäre. ..! Aber vielleicht gibt er gerade -er Stimmung einen besonderen Reiz. In diesen Tagen bin ich wieder einmal ein kleiner König. Erste Hoffnung des Regimentes im Falle eines Angriffes. Ich habe nämlich ür 6 Tage mit meinem Zuge die erste Reserve- Stellung besetzt und habe mich hier, da die Kom- »agnie 1 Kilometer zurückliegt, selbständig gemacht. Ind wenn es mir Vergnügen macht, beschreibe ich eine großartige Handbewegung über meinem Kopfe zum umgebenden Europa hm: ^Dies alles ist mir untertänig!" Dies umgebende Europa besteht aus 500 Meter . Schützengraben, 1f7 Quadratkilometer reiem Gelände, 2 ehemaligen großen Bauernhöfen, »en Ruinen einer Alkoholfabrik (!) und einem Lustschlößchen nebst Parck und Gewächshaus, 500 Meter ' -anzösischer Staatsstraße, einem ebenso großen Stück Förderbahn, auf der die Materialien in die vorderste Stellung vorgefahren werden, und einem überschwemmten Bach. Ich komme mir vor wie ein Pascha mit 7 Rotz, schweifen. Nur der Harem fehlt. An seiner Stelle Heizen mir die Engländer ab und zu tüchtig ein und _>ie Ratten und Mäuse, die nachts mein sungfräuliches Lager teilen, sind ja auch etwas Lebendiges. Du " «ft also, welche horazische Anrede mir in Deinem Wen Briefe gebührt: «O fortunate adulescens!" .Empfichl mich bitte Deiner verehrten Frau Gemahlin. Ich lasse für Ihre Grüße schön danken. Aber warum war sie diesmal so knapp? — Liebt sie mich nicht mehr so sehr wie früher? — Es sollte mir leid tun. Für Dich einen herzlichen Gruß von Deinem tr. Fritz Mauer. Lb. A. H! Eben fallen mir durch Zufall die V. D. St. Blätter in die Hände, und ich lese darin zu meiner tiefsten Entrüstung dm beiliegenden Artikel .... Pfui Tmfel! Nur um ein Gegenstück dazu zu liefern, sende ich Dir einen von mir handelnden Regimentsbefehl, der Mich gerade als K. C er freute. Er ist nur für Dich bestimmt, und ich bitte Dich dringend, denselben niemandem It zu zeigm. Meine Empfehlung an Deine w. Gemahlin und viAe^krüße^rDich^imdtt^^^^^^^i^M^W. Im Felde, 18.616. Lb.A.H.! Was mich bei meiner Wahl besonders fteute, das war eben der Umstand, daß ich von allen Herrm fteudig als Kamerad begrüßt und mir von ihnen versichert wurde, ich hätte mir die Achselstücke ehrlich und redlich verdient. Was den Artikel über den B. D. St. anlangt, so schreibt mir Alexander, er würde es lieber sehen, falls ich anstatt der im wesentlichen lediglich statistischen Erwiderung einen größeren Artikel über die Stellung des deutschm Judentums zum Kriege verfassen würde. Er wünscht dies namentlich im Hinblick auf die letzten Aeußerungen Martin Bubers im Vorwort zu feiner neuen Zeitschrift. Mir ist nun egal, welchen von beiden Arttkeln ich schreibe. Melleicht äußerst Du baldmöglichst Deinen diesbezüglichen Wunsch. Am 24. cr, ist K. C.-Kneipe in Lille. Ich hoffe, diesmal auch daran teilnehmen zu können, nachdem es mir die beiden letzten Male vorbei gelungen ist. Meine Empfehlung an Deine Frau Gemahlin und hetliche Grüße an Dich Fritz Mayer. O., 1.6.16. Lieber Mainzer! Meine Karte vom 17. oder 18. v. M. ist wohl inzwischen in Deinen Besitz gelangt, viel, leicht auch von Dir schon beantwortet; die Antwort irrt noch irgendwo in der Weltgeschichte umher. Inzwischen habe ich 12 Tage lang in M. im Vereinslazarett H. gelegen. Jetzt bin ich einige Tage hier zurück, morgen leht's aber wieder in einen Nachbarort meines Lazarettstädtels. — 3.6.16. R. Gestern sind wir von früh 5 Uhr bis nachmittags /»2 Uhr mit allem Gepäck feldmarschmäßig hierher spazieren gegangen und sehr wund an den Füßen angekommen. Ich habe an Stelle des mir ursprünglich von der Kompagnie zugewiesenen Quartiers nach langem Suchen ein sehr hübsches Einzelquartier in einem Villen. Häuschen bei netten Leuten erhalten. Denn da ich durch Regimentsbefehl zum Rechtsberater des ganzen Bataillons, das hier liegt, ernannt bin, mnß ich ja ein ruhiges Zimmer für mich allein haben. Herzlichen Gruß Dein Rahmer. 20.6.16. Lieber Mainzer! Besten Dank für Deine Karte vom 7., die ich gestern erhielt. Inzwischen sind mir auch alle Sachen zugegangen, die Du erwähntest. Herzlichen Dank für alles. Die Verzögerung ist durch die unausgesetzte Verlegung unseres Regtszu erklären: von V. nach O-, von dort nach R.. von dort in 50 Stunden Bahnfahrt durch E-B-L-B-N. in die Ch., wo wir bessere Zeiten und Stellungen erhofften als vor V- Unser Regt, ist noch in Ruhe, derweilen schickte mich unser Stabsarzt wegen einer rätselhaften heftigen Fußknöchelgeschwulst hierher ins Feldlazarett, er nahm „Knochenhautentzündung" an, aber wohl zu unrecht. Ich bekam einige Tage nasse Kompressen um Fuß und Unterschenkel, und schon ist's bedeutend besser, sodaß ich außer Bett bin und rumlaufe. Ich bin froh, daß auch mein 2. Lazarettbesuch in eine Zeit fällt, wo das Rgt. in Ruhe liegt, sodaß ich draußen nichts versäume. Für heute ist mir der Besuch von Kbr. vr. Beisstnger angekündigt, der in einem Feldlazarett in der Nähe Assistenzarzt ist. Er ist der erste K. C. er, den ich draußen tteffe. Ist denn der Tod des Kbr. vr. Weißkopf schon sicher, keine Rettung mehr möglich? Ehre ihm! Dir danke ich nochmals herzlich für Deine Bemühungen! Beste Grüße Dein Fritz Rahmer. 20.6.16. Lieber Mainzer! Nach langem Suchen habe ich endlich einen K. C. er getroffen. Wir fteuen uns, etwas aus der Heimat plaudern zu können und grüßen Dich herzlich D. Beissinger. Lieber Mainzer! Daß mich Kbr. B. trotz 16 km. Entfernung hier in meiner Klause aufgesucht hat, ist ein schöner Beweis des K. C.-Geistes und kameradschaftlichen Gefühls. Ich habe mich außerordentlich gefteut Dein Rahmer. 22.7.16. Lieber Heini! Besten Dank für Deine lieben Zeilen vom 16.6., derenBeantwortung sich infolge aller möglichen Unruhen bis heute verzögerte. Wir haben vom Elsaß aus eine 3 Tagereise gemacht, Freiburg, Aachen, Belgien, Nordftankreich passiert, bis wir in der Champc^zne landeten. Auch hier wars zunächst ein Hin und bis es in Stellung ging, die gegen V. Gold ist. , gibts doch richttge Gräben und tiefe große Unterstände, wahrend bei V. nur noch Erd- und Granatlöcher vorhanden waren. Meine Stellung innerhalb der Komp, ist bei Vorgesetzten wie Kameraden gleich glänzend, ttotz, vielleicht auch infolge der Noch-immer-Nichtbeförderung. Mir macht es großer Vergnügen, gerade als Gemeiner

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