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KC-Blätter · 1916-07-01 · Heft 12 (Juli 1916) · p. Seite 679

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 12 (Juli 1916)
Date
1916-07-01
Page
Seite 679 (sequence 17)
Language
German
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679 möglichst viel mitzumachen, da man so am meisten kennen lernt. In B. sprach ich vor kurzem 2 K. C. er. (die ersten seit meinem Feldzug) nämlich Kb. vr. Beissinger und den Freiburger Zivi; wrr waren gemütlich beisammen- Die kolloffalen Verluste der GH. tun mir sehr leid, hoffend lich hört eS damit endlich mal auf. Ich fühle mich sehr wohl und sehne mich nicht nach Hause, höchstens nach einigen sehr lieben Menschen. Daß Erna Böhm und Kate Moskje einen Jungen haben, wirst Du wissen, ebenso vom 2. Mädel meiner Schwester- Ich fürchte, nach dem Kriege wird man aus Vaterlandsliebe auch bald dran denken müssen. Wir gehören zur 3. Armee; kannst Du mich nicht mal besuchen, allerdings geht's nächster Tage nach vorn. Schreib bald, aber deutlicher. Deinem Dich vielmals grüßenden Fritz Rahmer. Verbands-Wachrichten. Berlin. Der Historiker Prof. vr. Martin Philippson, der erst vor wenigen Wochen seinen 70. Geburts. tag beging, ist heute hier nach längerem Leiden gestorben. Ein Sohn des Begründers der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", vr. Ludwig Philippson, widmete er sich in Bonn und Berlin als Schüler von Sybel und Ranke dem Studium der Geschichtswissenschaft. Nachdem er eine größere Arbeit über die Geschichte Heinrichs des Löwen veröffentlicht hatte, wirkte er einige Jahre als Lehrer an der jüdischen Normalschule in Berlin, nahm 1870 als Freiwilliger am Kriege gegen Frankreich teil und habilitierte sich bald darauf in Bonn, wo er 1875 eine außerordentliche Professur erhielt. 1878 folgte er einern Rufe an die freie Universität Brüssel, wo ihm mannigfache Ehrungen, u. a. die Uebertragung des Rektorats und die Wahl zum Mitgliede der belgischen Akademie zuteil wurden. Im Jahre 1890 legte er jedoch infolge eines Konflikts mit den damals schon sehr einflußreichen deutschfeindlichen und radikal-sozialistischen Elementen der Brüsseler Studentenschaft sein Lehramt nieder und lebte seitdem als Privatgelehrter in Berlin. Seine reiche wissenschaftlich literarische Tätigkeit, die hier nicht im einzelnen gewürdigt werden kann, ist besonders der Geschichte der neueren Zeit seit der Reformation und innerhalb dieses Zeitraumes wieder vorwiegend der Geschichte der Gegenreformation im 17. und 18. Jahrhundert zugute gekommen. Aber auch das Gebiet der brandenburgisch.preußischen Geschichte von der Zeit des Großen Kurfürsten bis auf die Freiheitskriege hat er in mehreren, zum Teil umfangreichen Werken behandelt. Viel Anerkennung hat auch seine auf gründlichen Quellenstudien beruhende und von warmer Verehrung für seinen Helden eingegebene Biographie Kaiser Friedrichs gefunden. Den sozialen und geistigen Interessen seiner Glaubensge. nossenschast, an der er mit charaktervoller Bekenntnistreue hing, hat Philippson auf mannigfachste Weise zu dienen gewußt. Er war Mitbegründer und Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Vorsitzender des Berliner Vereins für jüdische Geschichte und Literatur und Ehrenvorsitzender der jüdischen Literaturvereine in Deutschland. In seiner „Geschichte des jüdischen Volkes in der neuesten Zeit", die nicht ganz zum Abschluß gelangt ist, hat er die mannigfachen Strömungen innerhalb des Judentums im letzten Jahrhundert sachkundig und lichtvoll dargelegt. Auch für die Bestrebungen des K.C. hat er stets reges Interesse gezeigt, das er insbesondere durch tätige Mitarbeit an den K.C.-Blättern bewiesen hat. Ein schweres Herzleiden, das den verdienstvollen Gelehrten seit Jahren quälte, aber seine geistige Regsamkeit nur wenig beeinträchtigte, hat jetzt seinem arbeitsreichen Leben ein Ziel gesetzt. Die Trauerfeier fand in der Halle des jüdischen Friedhofes in Weißensee unter großer Beteiligung von wissenschaftlichen und Wohlfahrtsvereinigungen statt, um die sich der Entschlafene besonders verdient gemacht hat. Neben den Vertretern der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums und des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur bemerkte man als Vertreter des HilfS. Vereins der deutschen Juden die Herren vr. James Simon und vr. Paul Nathan. Ferner Vertreter des Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, des Vereins für Volksbildung usw. Alle hatten kostbare Kränze gewidmet. Rabbiner vr. Hochfeld hielt die Gedächtnisrede; am Sarge sprachen Prof. vr.Sobernheim für den Deutsch-israelitischen Gemeindebund, Prof, vr. Stein für den Verein für jüdische Geschichte und Literatur, Justizrat vr. Levlnsohn für den Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, und noch ein Vertreter des akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, welche alle des verdienstvollen Wirkens des Entschlafenen und seiner Wohlfahrtsbestrebungen gedachten. Chorgesang schloß , die Feier. Die Beisetzung erfolgte in der Ehrenreihe der um das Judentum und die jüdische Gemeinde hochverdienten Männer. Thuringia. Die letzten Wochen des verflossenen Semesters nahmen den durch den Krieg bedingten, aber doch recht gemütlichen Verlauf, wie es auch im ersten Teil des Semesters der Fall war. Besondere Erwähnung verdient der K.C.-Abend mit Damen, der sich eines äußerst regen Besuchs erfreute. Am 39. Juli fand die Semesterschluß-Kneipe statt, am daraussolgendenMontag, dem 31. Juli, der Schlutzkonoent, auf dem die Ferien, chargen folgendermaßen festgesetzt wurden: F. Groß F. C. x A. Herzberg F. C. xX I. Ruß F. C. x X X Da die Aktivitas, die sich zum größten Teil aus Soldaten der hiesigen Garnison zusammensetzt, auch während der Ferien anwesend ist, wurde beschlossen, auch in dieser Zeit einen allerdings gekürzten Berbindungsbetrieb aufrecht zu erhallen. Demgemäß finden öfters offizielle Bierabende und Frühschoppen statt. Außerdem wird der Fecht- und Fuchsenunterrlcht regelmäßig fortgeführt; letzteren hat Kb. Scheqer in dankenswerter Weife übernommen. Leider hat uns auch in der letzten Zell der Krieg schmerzliche Verluste gebracht. Wir verloren unfern l. Kb. Ernst Löser, der erst kurze Zeit vorher von einem schweren Typhus, den er fich im Felde zugezogen hatte, genesen war. Unser l. junger Kb. Otto Herfchan, der dem österreichischen Heere angehört, wird fett einigen Wochen vermißt; wie wir in letzter Stunde erfahren, soll er in italienische Gefangenschaft geraten sein. Im übrigen aber haben wir von unfern l.Kb.Kb. im Felde, vom denen wir in letzter Zett zu unserer Freude einige auf Urlaub begrüßen konnten, gute Nachrichten. .Bavaria. Mit Schluß des 4. Kriegssemesters wurde unsere Verbindung durch den Verlust zweier lieber Bundesbrüder schwer getroffen: Unser lieber Fritz Mayer und unser lieber Siegbert Kadden starben den Heldentod fürs Vaterland. Jeder weiß, was wir in ihnen verloren haben, und wir alle werden ihnen stets

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