KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 11 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 650 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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650 Anzahl der Techniker, die in der Mitgliedschaft von zwei Hochschul-Korporationen, Viadrina- Darmstadt, und Stammtisch Badenia-KarlSruhe, unter insgesamt 10 Korporationen zum Aus» druck kommt, eine nicht unerhebliche Bedeutung. Schließlich sei auf einen Umstand hingewiesen, der vielleicht auch den auffallenden Abstand zwischen den Zahlen des „Wingolf" und aller anderen Verbände zu erklären vermag. — Bekanntlich wird die Wahl der Truppengattung und des Truppenteiles bei den Akademikern wie bei allen Einjahrig-Freiwilligen im Frieden wohl fast ausnahmslos durch gewiffe äußere Bei halt» niffe bestimmt. So ist die Tatsache fast sprichwörtlich, daß die Mitglieder deS Koesener S. E. größtenteils bei der Kavallerie, zum Teil auch bei der Artillerie ihrer Dienstpflicht nachzukommen pflegen. Es läßt sich nun aus unserer Liste leicht Nachweisen, daß diejenigen K. C.er, die bereits vor dem Kriege dem Heer angehörten, zu drei Vierteln den berittenen Truppen und zwar hauptsächlich der Feldartillerie, weniger der Kavallerie und Fußartillerie, anaehörten. Vielleicht wird die große Verlustziffer deS „Wingolf" umgekehrt dadurch verständlich, daß feine Mitglieder schon im Frieden in größerem Umfange als die anderer Korporationen bei der Infanterie ihrer Dienstpflicht zu genügen pflegten. Daraus aber erwächst der Leitunader „Wingolfs- Blätter" noch lange nicht daS Recht zu einem häßlichen Angriff, dessen sachliche Unhaltbarkeit sie leicht hätte feststellen können. — Daß man sich im Kriege gegen einen solchen Angriff wenden muß, ist unsagbar traurig. Aber selbst wenn die Zahl der gefallenen K.E.er prozentualiter hinter der Durchschnittszahl der Gefallenen anderer Verbände zurückgeblieben wäre, hätte eine andere Tatsache dafür eine vollauf genügende Erklärung geboten, auf alle Fälle aber Halbwegobjektive Kritiker zur Zurückhaltung veranlaßt: Daß bei KriegSbegmn nur ein verschwindend kleiner Teil unserer Kriegsteilnehmer, nämllch8, Offiziere und zwar ausschließlich debayerischen Heerewaren, und daß auch nur ein verhältnismäßig sehr kleiner Teil unserer Kriegsteilnehmer, im ganzen bis heute 48, zu Offizieren de» fördert wurden, dürste den Berfaffern und Verbreitern jener Notiz auch nicht unbekannt fein. ES steht aber fest und wird auch von jener Gelte nicht bestritten werden, daß gerade da- Offizier- KorpS die verhältnismäßig stärksten Verluste aufweist und erst recht im Anfang de- Kriege-, wo wir säst keine Offiziere pellten, auswteS. Berücksichtigt man den winzigen Prozentfan Offiziere, den wir im Vergleich zu andern Verbänden stellten und noch stellen, so gewinnt auch die Zahl unserer Auszeichnungen eine ganz besondere Bedeutung und kann wohl kaum noch als eine „mittlere" bezeichnet werden. Daß unser Verband den höchsten Prozentsatz an Kriegsteilnehmern unter allen akademischen Verbanden stellt, haben die „Winaolss-Blatler" offenbar übersehen, wenn sie „die Zahl der Beteiligten" nur „eine ziemlich hohe" nennen. Zwischen der Teilnahme der Juden am Delikt deS Zweikampfes und zwilchen der Zahl unserer Gefallenen besteht allerdings ein Zusammenhang, aber ein Zusammenhang sehr ernster und trauriger Natur und ganz anderer Art, als ihn die MlngolsS-Blätter" unterstellt haben. Anstatt sich grundlos und ohne gewissenhafte Prüfung über den Prozentsatz unserer Toten zu entrüsten, würde eS dem Ernst der Zeit viel mehr entsprochen haben, wenn die Verfasser jener Notiz und ihre Verbreiter sich bemüht hätten, für eine Beseitigung jener Gründe einzutreten, die eS notwendig machen, einen ganz besonderen Maßstab bei der Beurteilung unserer KriegSstatistik zugrunde zu legen. Vielleicht würde dann der „Wingolf-Bund" in Zukunft auch die Freude haben, andererseits eine geringe Beteiligung der Juden am Delikt deS Zweikampfes festzustellen. Dr. Max Mainzer (Badentae, Sprevtae). Iudeukomö-len. Non Dr. Eduard Straub Wen eS befremdet, daß von etwas jo Nebensächlichem gesprochen wird, der mag sich klar machen, daß eS — trotz aller losgebrochenen Urkräfte, trotz alleübertönenden, übertäubenden Donnerder Ereigniffe — keine Nebensachen gibt, wenigstens in dem Ginne nicht, daß etwas Unbeachtetes nicht zu seiner Zeit stark in unser Bewußtsein fallen könnte und unS dann, für die Nichtachtung strafend, recht unliebsam überraschte. Wir Juden find hellhörig genug, um nichts an unS und ln unS entgehen zu lassen: oft und viel, malim Lause unserer Geschichte hat auch daklelnste Geschehen im Urteil — aber dawäre an sich belanglos — oder in der Wirkung auf unsere eigene Seele — und daist entscheidend — viel Gewicht erhalten. Unb ist haften geblieben, wie der unabwaschdare Fleck aus dem Tuch im Märchen. .... Ich will den Finger aus eine Kleinigkeit legen und eine kurze aber nötige Anmerkung machen: eliegt mir ftrne, Harmlose und Dumme oder schlau-dreiste Beuteritter de- Gchreibgewerbemit großer Waffe zu ehren. Leider, leider gibt eheute soviel de- Zornerrveckrnden,