Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1916-05-01 · Heft 11 (Mai 1916) · p. Seite 647

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 11 (Mai 1916)
Date
1916-05-01
Page
Seite 647 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2268895-2268900--1709-3523328
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

647 die hier nicht unerwähnt gelassen werden darf. Diese; Durchbrechung findet beim Delikt des ZwerkampfeS statt-! Hier find nämlich, obwohl eS sich um ein Gewalttätigkeit^ ' delikt handelt, die Juden in Deutschland dreimal stärker! beteiligt als die Christen. Dies erklärt sich einmal auö j der übermäßig starken Beteiligung der Juden an den aka- > demischen Berufen überhaupt, sodanu scheint mir eine j bestimmte Art unserer Erziehung einen Grund für diese j an sich überraschende Erscheinung zu enthalten. Ich glaube, j daß nicht zuletzt dem K. C. eS zuzuschreiben ist. daß hier! die KrimiaalitätSziffer emporschnellte. Der K. C. hatte und hat schwere Kämpfe gegen den Antisemitismus zu bestehen, und da er diesen Kampf zum großen Teile mit der blanken; Waffe ausfechtet, ließ es sich nicht vermeiden, daß zahl- 1 reiche derartige Fälle zur gerichtlichen Aburteilung kamen. Daß die Juden am Zweikampf stärker beteiligt find als die Nichtjuden, ist unS nicht etwa eia BewclS für ihre moralische Minderwertigkeit, sondern eS ist im Gegenteil ein Zeichen der Kraft. mit der sie allen Angriffen zu begegnen wissen." Dazu möchten wir bemerken, daß es jetzt doch näher liegt, einen anderen, ernsteren Maßstab, als die Beteiligung an Mensur und Duell, zur Beurteilung des Wertes eines Verbandes und der Kraft seiner Anschauungen anzuwenden, nämlich seine Leistungen im Kriege. Bom K- C. wird in der gleichen Nummer seiner Zeitschrift mitgeteilt, daß von seinen 1000 Mitgliedern 841 im Heeresdienste stehen, eingerechnet die' Gefallenen und als dienstunbrauchbar Entlassenen. Dem Feldheere gehören oder gehörten 075 an- 215 Eiserne Kreuze 2. Klaffe. 1 Eisernes Kreuz 1. Klaffe und 52 sonstige Kriegsauszeichnungen sind gemädet. Die Zahl der Beteiligten ist hiernach eine ziemlich hohe, die der Auszeichnungen eine mittlere, dagegen die der Gefallenen, die hier nicht mitaeteilt ist, aber nach früheren Angaben wohl 46 beträgt, auffallend gering. Vielleicht können die S. C.- Blätter eine Erklärung dafür angebea. Jedenfalls meinen; wir. wenn auch zweifellos, was man Zufall nennt, eine gewisse Rolle spielt, daß die im Weltkriege bewiesene Aufopferungsfähigkeit und Kampftüchtigkit. nicht die Stellung rum Duell oder dergleichen, auf lange für da» Urteil über einen Verband maßgebend sein muß. Geschmack—voll und nied—sich, fürwahr! So geschmack—voll und nted—lich, daß eS einem eine gewisse Ueberwindung kostet, darauf zu erwidern. Nachdem wir aber mit der Tatsache einer derartigen Veröffentlichung zu rechnen haben, wollen wir den „WingolfS-Blaltern" dle von ihnen gewünschte Erklärung nicht vorenthalten. Wie liegen die Dinge? Bleibt die Zahl der fürs Vaterland gefallenen St. E. er in Wahrheit proientuell hinter der durchschnittlichen Totenzahl der Kriegsteilnehmer anderer Verbände | zurück? Um diese Frage beantworten zu können, wäre , eine genaue Zusammenstellung der KriegSteil- , nehmer-Zahl und der Zahl der Gefallenen der > zu vergleichenden Verbünde für einen besttmmten Zeitpunkt erforderlich. Am besten dürfte sich dazu daS Ende eines größeren Krlea-adschnilteS eignen, FrrUlrb müßte auch hierbei da- Gesetz der großen Wahlen beachtet werden, insofern, albte großen Verbände vermöge der Tatsache, daß ihre Mitglieder mit größerer Wahrscheinlichkeit sich über das gesamte Heer einigermaßen gleichmäßig verteilen, ein geeignetere- Vergleich»- vbjekr düden, als die kleineren, deren absolut genommen kleinere Kriegstetlnehmerzahl nur auf eine entsprechend kleinere Anzahl von Heeresformationen sich verteilen kann, sodaß die Zahl ihrer Gefallenen in viel größerem Maße als bei den großen Verbänden von der zufälligen Verteilung der Kriegsteilnehmer aus die verschiedenen Formationen, die ihrerseits ebenfalls keineswegs gleichmäßig an den Kämpfen beteiligt find, abhängt. Eine allen diesen Gesichtspunkten Rechnung tragende Zusammenstellung gibt eS bislang nicht und wird es auch vor Beendigung des Krieges kaum geben können. Die letzte für Bergleiqszwecke einigermaßen verwendbare Zusammenstellung finde ich in dir. 1 der „Breslauer Hochschul-Rundfchau" vom 22. Januar 1916. Die dort wiedergegebenen Zahlen erstrecken sich im wesentlichen auf die Zeit vom Ende des Sommer-IemesterS 1915 bis zum Anfang des Winter-Semesters 1915/16. Bon den in der Zusammenstellung genannten Verbänden scheiden für die Vergleichung die „Deutsche Burschenschaft", der „Rudolstädter S. C>", der „IS. V." der katholischen deutschen Verbindungen auS, weil für sie nur die Zahl der Gefallenen und der Auszeichnungen, nicht aber die Zahl der Kriegsteilnehmer, der „Schwarzburgbund", weil von ihm einerseits die Zahl der insgesamt gefallenen Mitglieder, anderseits nur die Zahl der unter den Fahnen stehenden Studierenden, also nicht der gesamten Kriegsteilnehmer, genannt ist, mehrere andere Verbände scheiden deshalb ans, weil ihre absoluten BeteiligungSzissern so klein sind, daß sie für BergletchungSzwecke auS schon erwähnten Gründen nicht in Betracht kommen. j„Bund der Freien wissenschaftlichen Bereinigungen", „Leuchtenburg-Berdand", „Bund absttnenter Studenten".) Nach der erwähnten Zusammenstellung hatte der Koesener S. E. bis zum 15. November 1915bet ll000Kriegsteilnehmern 922Angehörtge durch den Heldentod verloren, sonach 8,36%. — Die „Deutsche Landsmannschaft" hatte bis 15. Dezember 1915 350 Mitglieder im Kampfe fürs Vaterland verloren: von ihr waren bis August 1915 3739 Angehörige „zum Heeresdienst eingezogen". Diese letztere Zahl hat sich naturgemäß bizum l5. Dezember 19l5 nicht unerheblich erhöht. Ob in der Zahl 3739 nur dle im Felde stehenden Mitglieder oder sämtliche im Heeresdienst, also auch noch im HeimatSgrbiet stehenden Verbandsangehörigen genannt sind, geht auS der Mitteilung nicht hervor. Der Prozemsan der Gefallenen der „Deutschen Landsmannschaft" beträgt, wofern lediglich dle im Felde stehenden Mitglieder in di« zuletzt genannte Zahl einbegriffen sind, weniger als 9,36%, »veil dle Zahl der Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.