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KC-Blätter · 1916-03-01 · Heft 10 (März 1916) · p. Seite 596

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 10 (März 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 596 (sequence 14)
Language
German
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596 Mittwoch Abend uns in Mellins Hotel (Bergplatz) zu treffen. Diese Abende, die den Vorzug Hatten, daß wir im geschloffenen Raum und nicht im offenen Lokal zusammen waren, waren stets von etwa einem Dutzend hiesiger K. C.er besucht; auch konnten wir zu unserer Freude wiederum oft durchreisende Kb. Kb., Bbr. Bbr. und Gäste in unserer Mitte begrüßen. Lazar undWechfelmann wurden philistriert. Das Sommersemefter 1916 wird am 3. Mai um 8 h. c. t. in Mellins Hotel (Bergplatz) mit einen: B. C. eröffnet. Briefe sind bis auf weiteres zu richten an San.- Unteroffizier stuä. med. Herbert Oske, Königsberg Pr., Nachttgallensteig 24. Kaffenwesen: Kurt Laser, Prinzessinstraße 3a. Saxo-Bavaria. Leider mußte auch im vergangenen Semester, da die Verbindung weiter verwaist war, die Suspendierung aufrecht erhalten bleiben. Aus dem Kreise unserer Bbr. Bbr. ist wenig zu berichten. Soweit uns bekannt ist, erfreuen sich alle der besten Gesundheit. Beförderungen und Auszeichnungen sind an an. derer Stelle in diesen Blättern vermerkt. K. C.-Stammtisch Frankfurt a. M. Leider konnten regelmäßige Zusammenkünfte in den Ferien nicht stattfinden, da die Zahl der ortsanwesendeu Aktiven auf zwei zusammengeschmolzen ist. Nichtsdestoweniger'haben wir die Keilarbeit mit Erfolg durchführen können. Am 8. April abends fand im „Faust" eine Ferienkneipe statt, an der erfreulicherweise eine große Anzahl Kb. Kb. und A. H. A. H. sowie einige Keilfüxe teilnahmen. Wir können, da unsere Bbr. Bbr. nunmehr fast alle unter den Waffen sichen, das Semester mit nur drei Aktiven eröffnen. Doch hoffen wir, da mehrere Aktiv-Meldungen zu erwarten sind, den Betriev aufrecht zu erhalten. Der Eröffnungskonoent findet Samstag, 29. April, abends 9 h. c. t. im „Faust" statt. Wilna. Dem Beispiele anderer Verbände folgend, hatte Kb. Bizeseldwebel Hugo Herrmanns (Lic.) ftir den 31. März den ersten K. C -Abend in Wilna einberufen. Die sämtlichen K.C.er der . . . Armee waren durch ihn benachrichtigt worden) auch war die Ankündigung wiederholt in der Wilnaer Zeitung und in der Leitung der . . . Armee erschienen. Der Abend nahm einen recht schönen Verlauf) acht K.C.er nahmen an ihm teil. Besonderer Dank gebührt den Kartellbrüdern Aff.-Arzt Dr. Max Jarecki und Zahnarzt Dobrin, die beide mehrstündige Reisen zurückgelegt hatten, um der Veranstaltung beuvohnen zu können. Eine Sammlung für die Kriegsbeihilfe der K. C.-Blätter und für ein Preisrätsel der Zeitung der . . . Armee wurde veranstattet. Der Vorschlag, in Wilna regelmäßig K.C.-Abende stattfinden zu laffen, wurde freudig begrüßt. ES wurde vereinbart, jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat, abends 81/, Uhr, im Jägerrestaurant in der Georgstraße 9 zusammenzukommen. Wir hoffen, daß die Abende stets zahlreich besucht werden. Beuchen. Die diesmal so langen Osterferien schienen geeignet, den Zusammenhang der in Mittel- und Oberschlesien weilerwen K. C.er durch eine größere Veranstaltung von neuem zu festigen. Zwar war es zweifelhaft, ob die Zeit einen einigermaßen würdigen Besuch gestatten würde. Doch einerseits die rege Beteiligung der K. C er an der Beisetzung unseres Kartellbruders Dr. Lindner in Rattbor und anderseits eine für diese Zeit in Aussicht genommene Landesverbandstagung des Zentralvereins, eine Veranstaltung, an der natürlich immer K.C.er beteiligt sind, ließen unsere Bedenken schwinden. So wurde der K.C.-Abend im Anschluß an die Sitzung des Zentralvereins für den 26.3. in Beuchen angesetzt. In den Klubzimmern des Hotels „Kaiserhof" war ein trefflicher und würdiger Raum gewählt worden. Abgesehen davon, daß an alle Kartellbrüder Einladungen versandt waren, ließen es sich einige jüngere Berbandsbrüder nicht nehmen, schon lange Zeit vorher jeden einzelnen erreichbaren K. C.er für die Veranstaltung zu intereffieren. Der Erfolg war auch ein äußerst erfreu, licher. Die ältesten Semester — darunter einige Biadrinen — erschienen. Ehrenpflicht war es natürlich, daß nahezu die ganze Aktivitas der Thuringia, obwohl sie fast ausschließlich aus Soldaten besteht, anwesend war. Als Ehrengäste nahmen teil: Rabb. Dr. Kopfftein (Beuchen), Rabb. Dr. Dienemann (Rattbor), Justtzrat Dr. Brodnitz (Berlin) und Rechtsanwalt Dr. Schmidt (Beuchen). Schon wenige Minuten nach Beginn fühlten sich die ältesten Semester mit den jüngsten Füchsen eins, ihre Kehlen sangen ebenso begeistert die alten Studentenlieder wie die sangesgewohnten der Burschen. Einen glänzenden Verlauf nahm der offizielle Teil) chm stand die Fidulität nicht nach, die von dem Kbr. Dr. Ehrenfried geleitet wurde. Es bedeutete einen Höhepunkt des Abends, als dieser Mitbegründer der ersten K. C.-Berbindung einige wunderschöne, einsttnals in seiner Studentenzeit bekannte Weisen vortrug. Den echten, schönen K. C -Geist, von dem diese Veranstaltung getragen war, verrät auch die Tatsache, daß eine Summe von nahezu 80 Mark für die K. C.-Blätter gesammelt wurde. Erst in der zwölften Stunde trennte sich die fröhliche Korona. HäHII Bücher- und BlStterschau. □1 Martin Buber: „Vom Geist des Judentums." Kurt Wolf Verlag, Leipzig. Wenn ich mich nicht verpflichtet hätte, dieses Buch für die K. C Blätter zu besprechen, würde ich es nicht durchgelesen haben. Ich will Martin Buber gewiß nicht Unrecht tun, er ist ein tiefschürfender Geist, ein energischer Wahrheitssucher, und seine sprachliche Ausdrucksfähigkeit ist bedeutend, aber mit den Jahren versinkt er immer mehr in ein ödes Meer der Abstraktion, turnt er mit den allgemeinsten Begriffen im luftleeren Raum Herum, versteigt sich so sehr in abgrundttefe, wettenferne Betrachtungen, daß ihm ein normaler Erdenbürger kaum mehr folgen kann. Seine Art erinnert an Houston Stewart Chamberlain oder Otto Weininger, die aus gedankenreich klingenden Sätzen Wetten auferbauen, sehr geistreich und ungeheuer gebildet, aber man könnte mit gerade so schönen Wendungen und philosophischen Fremdwörtern auch das Gegenteil folgern, ohne daß das als unlogisch ausfiele. Irgendwelche bestimmte Anschauungen besitzt ja Martin Buber, ich zweifle auch nicht, daß sie mit der Jnspiratton eines schwärmerischen Dichtergemüts gefunden sind, aber wie er sie dann ab ovo begründen und entwickeln will, ist nahezu von unfreiwilliger Komik. Das gilt insbesondere von dem ersten Aufsatz des Buches: „Der Geist des Orients und das Judentum," wo er den Orientalen und Juden als motorischen und den Abendländer als sensorischen Menschen hinstellt. Um einen Geschmack Buberscher Gelehrsamkeit zu geben, will ich nur folgende seiner Behauptungen hier zitieren: „Der psychische Grundakt des motorischen Menschen ist zentrifugal: ein Antrieb geht von seiner Seele aus und wird zur Bewegung. Der psychische Grundakt des sensorischen Menschen ist zentripetal: ein Eindruck fällt in seine Seele und wird -mm Bilde. Beide sind empfindende, beide handelnde Menschen) aber der

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