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KC-Blätter · 1916-03-01 · Heft 10 (März 1916) · p. Seite 594

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 10 (März 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 594 (sequence 12)
Language
German
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594 und noch ein halbes Jahr darüber hinaus behalten. Die sonst üblichen Fristen für nachträgliche Inskriptionen werden allgemein aufgehoben und es wird den Universitäten die Weisung gegeben, weitestgehende Rücksicht in dieser Beziehung und bei Befreiung von Kollegiengeld zu nehmeil. Den Juristen wird die militärische Dienstzeit bis zu zivei Sernestern in die Studienzeit eingerechnet. Um ihnen in der so übrigbleibenden, tatsächlich kürzeren Studie»,zeit die raschere Bewältigung des Stoffes zu ermöglichen, »verden eigene Kurse und Repetitorien an der Universität eingeführt. Den aus dem Kriege zurückkehrenden Medizinern soll schon anr Schluß des anrechenbaren neunten Semesters die Ablegung des zweiten Rigorosuins und zu Beginn des zehnterr Semesters die Ablegung des dritten Rigorosunls und nach Bestehen der Prüfungen die Promotion zum Doktor bewilligt rverden. Den Hörern der Philosophie werden die in» Kriegsdienst verbrachten zwei Semester in die Studienzeit eingerechnet. Damit tritt an Stelle des vierjährigen das dreijährige Studiirm für diese Studentei». Besondere Borschristen werden für Lehramtskandidaten erlaffen, denen unter gewissen Voraussetzungen die frühere Ablegung der Lehramtsprüfungen ermöglicht wird. In dem Erlaß wird ausdrücklich betont, daß die Studienbegünstigungen nicht nur für jene Studierenden Geltung haben, die schon jetzt während dauernder Beurlaubung oder Entlastung aus den» Heeresdienst sich für die Prüfungen vorbereiten, sondern» auch für diejenigen, die nach der seinerzeiligen Den»obilisier»»ng ihre Studien »nieder aufnehmen. — Es »växe zu »vünschen, daß auch die Regierungen der deutschen Bundesstaaten sich recht bald über die Stildienerleichterungen für unsere Kriegsteilnehrner schlüssig »vürden. Mitteilung des Akademischen Hilfsbundes. Der Verband ländlicher Genosienschaften Raiffeisenscher Organisation für Brandenburg, Poinmern »»nd beideMecklenburg, E. V., teilt uns init, daß er voraussichtlich in» Monat Mai einen Ansbildungskursus für solche Herren einrichten »vitl, »velche sich den» Beruf eines Revisors »vidmen »vollen. Der Verband teilt uns dieses init, damit »vir geeignet erscheinende Herren ans diese Gelegenheit aufrnerksan» machen können und »oärc »ins dankbar, »venn wir ihm eine größere Anzahl Herren zn»viesen. Es ist ein Kursus von höchstens 6—8 Wochen beabsichtigt. Die Lehrgänge »vären folgende: 1. Geschichte und Organisation des Genossenschastsivesenß.25 Std. 2. Genoffenschaftsrecht und einschlägiges Recht.50 „ 3. Buchführung und Bilanzknnde .... 50 „ 4. Allgemeine Rechtskunde.30 „ 5. Revisionsniesen.25 „ 6. Geschäftsführung d. ländlichen Genoffenschaften.20 „ 7. Versicherungswesen.. 10 „ Zusammen . . . 210 Std. Zuschriften an: Akadernischer Hilfsbund E. V., Berlin SW. 11, Abgeordnetenhaus. Mitteleuropäischer Verband akadernischer Jnaenieurvereine. Der Gedanke des dauernden Zusammenschlusses besttmmter Berufskreise der gerneinsan» kämpfenden Mittelrnächte hat n»»n auch zur Vereinigung der Techniker mit abgeschloffener Hochschulbildung geführt. In der Osterwoche fanden in Wien zwischen der» Vertretern des Verbandes Deutscher Diplöm.Jngenierrre und des Osterr. Ingenieur- und Architekten-Vereines rvegen Schaffung eines „Mittel, europäischen Verbandes akaderr»ischer Jngenieurvereine" Besprechungen statt, die eine vollkommene Übereinstimmung der Ziele ergaben und zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft in wissenschaftlichen- und Berufs. fragen führten. Der Beitritt der akademischen Jngenieurvereine der anderen verbündeten Staaten rst bereits angebahnt. Die Geschäftsstelle des neuen Verbandes ist für Deutschlarrd: Berlin, Meineckestr. 4für Oesterreich: Wie»», Eschenbachgaffe 9. Was kosten die preußischen Universitäten? Die Ausgaben für die H o chsch ulen Preußens sind sehr beträchtlich. Viele Hunderte von Professoren sind zu besolden, so daß in» ganzen einige Millionen ausgegeben werden »nüffen. Die Kosten der akadernischen Verwaltung und Disziplin belaufen sich allein schon auf et»va 1 Mill. Mark. An» kostspieligsten ist in dieser Beziehung die U n i v ersi t ä t Berlin, die für diese Zwecke 267816 M. verlangt. Die anderen Hochschulen sind wesentlich bescheidener. Keine einzige geht in ihren Ansprüchen auf diesen» Gebiet über 100000 M. hinaus. Am billigsten ist Königsberg mit 50000 M., de»»n die Akaden»ie Braunsberg mit ihren 5000 M. ka»»n »»icht als vollgültig angesehen »verden. Münster kü»nn»t »nit 62000 M. aus, Kiel mit 68000 M., Marburg mit 70000 M., Breslau mit 71000 M., Göttingen »nit 81000 M., Greifslvald »nit 88000M., Halle »nit 92000 M., und Bonn »nit 95000 M. Berlin steht so hoch, »veil es allein für sächliche Ausgaben 156000 M. anrechnet. Für die Beamten inüffen rund 100000 M. aufgervendet »verden. Dabei sind die Profefforengehälter nicht mitgerechnet. Auch die Gebühren der Rektoren und Dekane sind nicht »nitgezählt. Diese sind an den ei»»zelnen Universitäten ganz verschieden. Der Rektor der Universität Berlin erhält z. B. 45062 M. Gebühren, der Rektor in Breslau nur 5628 M., der in Halle 7147 M., der Prorektor in Königsberg 4611 M, der Rektor in Greifslvald als Vergütung für die früher bezogenen Naturalien 6408 M., der Rektor in Kiel 4920 M. Gebühren, der Prorektor in Göttingen an „Emolumenten" und Gebühren etrva 8000 M., der Rektor in Marburg r»»nd 7000 M, der in Bonn aber 18000 M. Der Rektor in Münster bekommt etwa 8000 M., der in Braunsberg nur 49 M. Die Gebühren der Dekane sind an den einzelnen Universitäten ebenfalls bald hoch, bald niedrig. Der strristische Dekan in Berlin konnnt auf 8000 M. Gebühre»», sein theologischer Kollege »nuß mit 1600 M. zufrieden sein, der Mediziner erhält 11700 M, während der Dekan der philosophischen Fakultät 25100 M. Gebühren ei»»ni»nn»t. In Kö»»igsberg begnügt sich der theologische Dekan »nit 79 M, in Greifslvald kommt der philosophische auf 10500 M. In Breslau erhält der Senior der Universität eine besondere Spende von 232 M. Der theologische Dekan in Halle erhält nur 20 M., sein Kollege in Kiel gar nur 15 M., der Dekan der philosophischen Fakultät in Bonn »vieder »»»ehr als 10000 Mark. Die Ausländer an den deutschen Universitäten. In der vorigen Kriegsausgabe (S. 558) konnten »vir eine intereffante Zusammenstellung über den Besuch der Ausläilder an unfern Hochsch»»len in» z»veiten Kriegssernester veröffentlichen. Zeigte sich schon damals ein ganz erheblicher Rückgang in der Zahl der ausländischen Hochschulbesucher, so beobachten »vir in» verflossenen dritten Kriegssemester »vieder»»m einen Rückgang. Ihre Zahl beläuft sich nunrnehr auf 1380 gegenüber 1438 im ersten Kriegsrvinter und 5015 in» letzten Friedensfernester, ihr verhältnismäßiger Anteil auf 2,6 v. H. gegenüber 8,2 v. H. vor Kriegsausbruch. Obwohl bei Kriegsbeginn die feindlichen Ausländer mrsgewiesen wurden, sind noch Angehörige »»nserer Gegner auf unseren höchsten Bildungsstätten: nämlich — neben sieben Italienern — 70 Russen, zwei Belgier und ein Engländer; ganz verschrvunden sind die Franzosen, die Serben und die Montenegriner. Bei den verbliebenen Angehörigen «nserer Feinde handelt es sich ausschließlich um Persönlichkeiten, deren politische Zuverlässigkeit peinlich untersucht »vurde, und die überwiegend deutscher Herkunft

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