KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 10 (März 1916)
- Date
- 1916-03-01
- Page
- Seite 591 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2268830-2268895-2268899--1652-3523270- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
591 Wochen früher als ich nach hier zum Kavallerieregiment aus. Als ich nun Mitte Januar ebenfalls wieder hierher zum Regiment kam, erfuhr ich von den Ereignissen, die sich einige Tage vorher zugetragen hatten. Kochmann, der bei seinem Rittmeister sehr beliebt ivar, meldete sich zusammen mit noch einem Unteroffizier und 25 Mann freiwillig, um ein ein paar Tage vorher von den Russen der Infanterie fortgenommenes Maschinengewehr wiederzuholen. Sie machten sich in der Nacht auf den Weg, gelangten bis in den russischen Schützengraben, konnten aber ein dort befindliches russisches Maschinengewehr nicht fortbringen, da es zu stark mit Draht befestigt war. In dem sich entspinnenden Handgemenge wurde der andere Unteroffizier tödlich verwundet, konnte aber von unseren Leuten noch mit zurückgenommen werden. Kochmann dagegen fiel anscheinend ebenfalls tödlich verwundet ivieder in den russischen Schützengraben zurück, aus dem er gerade herausgeklettert war. Da sich russische Verstärkungen näherten und unsere Leute infolgedessen nicht wieder in den russischen Graben zurückkehren konnten, mutzte Kochmann leider zurückgelaffen rverden. Ob er nun wirklich tot oder nur schwer verwundet ivar, konnte deshalb nicht festgestellt rverden. Jedenfalls wurde zunächst von seiner Schwadron angenommen, datz er tot sei. Anscheinend sind aber jetzt verläßliche Nachrichten des Gegenteils bei der Schwadron angelangt. Mir ist aber davon noch nichts bekannt, da meine Schwadron ziemlich weit von der Kochmanns entfernt im Quartier liegt. Ich werde rnich aber be. mühen, Näheres zu erfahren. Mit vielen Grützen Dein Julius Moses (Bav.) Lieber Alex! Acht Tage draußen, schon treffe ich natürlich einen K. C.er und zwar Röttgen (Sax.-Bav.). Ich habe ihn in seiner Klause besucht, eine Viertelstunde von der meinen entfernt. Dein treuer Lbfx. Nathan. Lieber Alexander! Ein Zufall, datz Nathan zur selben Formation gekonnnen ist, bei der ich seit dreieinhalb Monaten bin. Besten Gruß Dein Röttgen. . . ., 12. 3. 16. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Eine kurze Ablösungszeit aus dem Schützengraben brachte mir die erfreuliche Gelegenheit, zunr ersten Mal im Feld mit einem Kartellbrnder zusarnnrenzutreffen. Mit besten Grützen Ihr Josef Piza (Lic.) In großer Freude, die K. C.-Beziehungen wieder nttfnehinen zu können, sende ich Dir vom gemeinschaftlichen Friihschoppen herzlichste Grütze _ A. Naumann tJrib.) . . ., 30. 3. 16. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Meinen herzlichstell Dank für die K. C.-Blätter, die ich vorgestern bekommen habe. Auf der Beobachtung hatte ich reichlich Zeit, die Berichte durchzugehen. Es freut mich, daß es den meisten K. C.ern gut geht. Schmerzlich ist der Verlust so vieler treuer Kb. Kb. Sicher werden Sie eine Erklärung über das lange Stillschweigen erlvarten. Es fehlen lnir Ausdrücke, um dieses gewisse „Etwas" zu schildern. Sicher ist es keine Gleichgültigkeit oder gar Jntereffenlosigkeit am K. C. Vielleicht rvird es Sie nunmehr interessieren, einiges über die Kämpfe an der D. ... zu erfahren. Im russischen Kriegsbericht vom 23. d. M. schrerben die Russen, sie wären am Brückenkopf D. . . . durchgebrochen und hätten auch den Wald von den Deutschen gesäubert. An diesem Bericht ist auch nicht ein Wort wahr. Bei D. . . war ich selbst diese ganze Zeit als Telefonist im Schützengraben. Wohl versuchten die Ruffen, durch heftiges Trvlnmelfeuer unsere Stellungen zu erschüttern, mn dann in geschloffenen Reihen vormustürmen; doch natürlich ohne jeden Erfolg. Zu hunderten liegen die Leichen vor unseren Drahtverhauen. In einem ganz kleinen Abschnitt konnten wir 162 Ruffen zählen. Dagegen sind unsere Verluste trotz des heftigen Feuers gering. Man hat das Gefühl, daß die „Rutzkis" zum Sturm getrieben werden, doch der Wille fehlt. Ihr eignes Arttlleriefeuer sperrt ihnen den Rückzug, sodatz sie nicht vorwärts, und auch nicht rückwärts können. Dagegen ist es eine Freude zu sehen, wie bei uns jeder Einzelne mit der größten Seelenruhe auf seinem Posten steht. Es ist einfach selbstverständlich, daß die Stellungen gehalten rverden. Wir hoffen, datz die Ruffen sich bald beruhigen werden, da das Tauwetter in diesen Sümp. fen für einen Angriff nicht gerade sehr günstig ist. Mit kartellbrüderlichen Grützen Rosanis (Biadr.-Darmstadt.) Lieber Alter Herr! Taten- und arbeitslos liege ich seit einer Woche in T. . ., wo man meinen Krankenzug auf unbestirnmte Zeit abgestellt hat. Zu meiner Freude sah ich hier an einem Hause das Namensschild unseres Kb. Karl Löwenstein, Lt. d. L. Leider fand ich ein leeres Nest; man sagte mir, er sei gerade in Urlaub gefahren. Mir scheint es nicht beschicken zu sein, hier draußen einmal einen Berbandsbruder zu treffen, um so mehr freue ich rnich auf die hoffentlich bald erscheinenden K. C.-Blätter. Mit herzlichem bundesbrüderlichen Gruß Hans Rosenvaum (Bav.) 4. 3. 16. Lieber Max! Nachdem ich seit Monaten keinen K. C.er mehr getroffen habe, traf ich auf unserem Durchmarsch durch V... unfern Kb. Reiß. Leider konnte ich nur sehr kurz mit ihm zusammen sein. Dein Siegfried Rosenthal. Lieber Mainzer! Rosenthal sieht sehr gut aus, rvenn er auch schimpft. Dieser Tage besuchte mich auch der Darmstädter Biadrine Hans Cohn. Attr persönlich geht es sehr gut. Herzliche Grüße Dein Reiß. 12. 3. 1916. Sehr geehrter Herr Kartellbrnder! Zwei K. C.er, die sich in Flandern getroffen haben und mtv fünf Minuten von einander entfernt liegen, trinken auf das Wohl des K. C. und senden Ihnen viele kartellbrüderliche Grüße. Ludwig Schlesinger (Thur.) Erich Stern (Rheno-Sil.) 21.3.16. Lieber Mainzer! Bon einem neuen K. C.- Abend, der sich hier im Schützengraben einige Meter unter Tag aufgetan hat, die herzlichsten Grüße _ Dein Simon. Recht herzliche Grüße von dem Zusammensein mit dern ersten K.C.er, den ich draußen traf. Ihr Theo Roos (Lic.) 2. 3. 16. Lieber Alex! Heute bin ich wieder einmal im Hintergelände und habe die Gelegenheit benutzt, einen K. C er zu besuchen. Mir geht es immer noch gut Mit K. C.-Gruß Dein tr. Bbr. Erich Stern (Rh.-Sil.) Der K C.er vorn S. W. H. grüßt heimlichst Weinberg (Lic. Sax.-Bav.) 2V. 1. 16. Lieber Alter Herr! Habe Dir aus meiner russischen Kriegsgefangenschaft schon verschiedene Male geschrieben, bin aber noch ohne Antwort geblieben. Mir