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KC-Blätter · 1916-03-01 · Heft 10 (März 1916) · p. Seite 589

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 10 (März 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 589 (sequence 7)
Language
German
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589 schien einen Augenblick zu ruhen. Unsere jungen Truppen, die gerade als Ersatz gekommen waren, eilten nun nach der Hauptstraße des Dorfes, wo die Gefangenen abgeführt wurden. In diesem Augenblick ertönte auf dem rechten Flügel der Ruf: „Unser Maschinengewehr ist in Gefahr!" Die Serben, die noch in dem vor uns liegenden Teil des Dorfes waren, hatten offenbar das Zusammenströmen unserer Leute auf der Hauptstraße beobachtet und benutzten dies zu einem kecken Angriff auf unsere Maschinengewehre. Wie ein Mann, ohne das Nur unserer Zeldpoft-Vriesmappe. G. K. Lieber Herxheimer! Zwar haben wir nun schon glücklich heute den dritten Tag einen großen Marsch auf aufgeweichten Straßen hinter uns, und doch will ich Dir, da ich weiß, wie sehr Du Dich danach sehnst und darauf wartest, einen Brief senden. Ich schreibe gegen abend in einer von Soldaten überfüllten polnischen Bauernbude beim traurigen Schein einer Stearinkerze, die manchmal versagt, und einem Höllenspektakel in der Mlde. Wir lagen die ganze vorige Woche bei sehr starker Kälte (nachts bis 10°) im Schützengraben, nur er. 250 Meter dem Feinde gegenüber, der uns allerdings ziemliche Ruhe ließ. Die Rüsten hatten — es war am ..., morgens 8 Uhr — unsere . . . Komp, im Schützengraben überrumpelt und hatten beim weiteren Vordringen auch uns, die wir nichtsahnend in einem kleinen Wäldchen waren, überfallen. Die Offiziere und ein Teil der Kompagnie waren bereits in dem zwischen Wald und Schützengraben gelegenen Laufgraben. Der . . . te Zug der sich gerade am Ausgang des Wäldchens befand,.wurde umzingelt, teilweise wird er gefangen genommen . . . Ein Unteroffizier und ich laffen Seitengewehr aufpflanzen. Ich ziehe sodann meinen Revolver, springe vor den Zug, den ich mit dem Rufe „ . . . te Komp, vorwärts, Marschmarsch Hurrah!" gegen die uns entgegenaenden Bajonette führe. Der Feind stutzt ge unseres lauten Geschreis und beginnt zu fliehen oder sich, obwohl in bedeutender Uebermacht, zu ergeben. Der Angriff war somit abgeschlagen. Nun schmückt schon seit drei Tagen für die von den Vorgesetzten hoch anerkannte Tat das Eiserne Kreuz meine Brust. Für Deine Verbindungsnachrichten besten Dank, darauf einzugehen habe ich heute weder Zeit noch Lust. Wenn, wie schon so oft, die Granatsplitter und Kugeln haar-, scharf an mir vorübergehen, dürfen wir hoffen, uns in Freiburg wiederzusehen. Schreibe bitte recht oft und viel. Mit herzlichen Grüßen Dein tr. Leibbursch Leo Lahnstein. *) Obigen Brief hat unser gefallener Kb. Lahnstein vor etwa ®/4 Jahren — das genaue Datum konnten wir nicht mehr feststellen — an seinen Freund Herxheimer gerichtet. Die Berösfentlichung war erst jetzt möglich. (Die Schriftl.). Bor B., 29.3.16. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Daß es hier oorV.... nicht gerade mollig ist, sondern daß rat Gegenteil furchtbar dicke Luft herrscht, werden Sie ja aus den Zeitungen wissen Ich habe hier schon manchen Sturm mitgemacht, bin jetzt Zugführer bei einer Masch.-Gew.-Komp. Ich bin erst gestern aus der Stellung gekommen und gehe heute abend wieder raus. Meine Freude, Dolly Kommando abzuwarten, stürzten wir aber nun alle nach rechts und kamen gerade noch zurecht. Die Serben waren mit Handgranaten bis aufzehn Meter an unsereMaschinengewühre herangekommen) allen voran ein junger Leutnant mit gezogenem Revolver. Bon ihnen ist auch nicht ein Mann zurückgekommen. Fast alle wurden getötet und der Rest gefangen genommen. Bis ich Drr wieder schreibe, hoffe ich schon weit im Süden Serbiens zu sein. Mit herzlichem Gruß Dein Pinesohn in der Stellung zu treffen, übrigens den I. K.C., ist natürlich riesig. Mit kartellbrüderlichen Grüßen F. Baumgart. (Thur.) Werter Herr Kartellbruder! Gerade in der kitzlichsten Ecke des ganzen Westens treffen sich zwei alte liebe Bekannte und Bundesbrüder und gedenken natürlich auch des lieben K. C. Pinesohn (Thur.) ..., 23. 3.1916. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Bor knapp 3 Stunden aus dem Krieg zu einer 2tägigen Erholungspause in die Batterieruhe zurückgekehrt, fand ich die neuen K. C. Nummern vor. Ich habe mich sehr über die schon lange sehnsüchtig erwarteten Hefte gefreut und danke Ihnen hiermit umgehend für die liebenswürdige Zusendung. Es ist ein wunderlich rührendes und so anheimelndes Gefühl, in seinem lieben Verbandsblatt neben den schönen Auffätzen auch wieder mal von fernen Bundesbrüdern zu hören und zu lesen. — Der einzige den ich ab nnd zu sehe, ist Adolf Simons aus Rheno-Sielesien, der als Telefonist durchs A. . . trabt. Mit ihm hatte ich vor Wochen ein niedliches Zusammentreffen, und das will ich Ihnen erzählen. Wandle ich da in später Abendstunde durch die Stadt der Ruinen, und höre auf einmal eine wohlbekannte, schneidige Stimme, die einige Jnfantristen kurz vor mir anschnauzt. Es ist Adolf Simons, den die braven Pimoken beim Telefondrahtflicken gestört haben. Freudig überrascht pürsche ich mich an ihn heran und verhetze ihm unversehens einen kräftigen, kartellbrüderlichen Klaps. Er schnappt ein, wird hochoffiziell, als ich aber erst ihm und dann mir selber ins Gesicht leuchtete, schlägt seine Anramschsttmmung flugs um. Mit einem Ah! der freudigen Überraschung gibt er mir die schwielige Hand und zugleich eine Zigarette (Marke: „Nur für Kartellbrüder"). Ich reiche ihm die Cognacpulle. Und nachdem er sich gestärkt, lachen wir beide noch einmal herzlich über oen Auftakt zu unserm Wiedersehen. Wir plauderten ver. gnügt ein Viertelstündchen mitsammen. Dann heißt es für thn „Forffetzung des Spazierganges mang dem Telefondraht lang." Und auch ich trolle mich heimwärts. Mit vielen Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wohlergehen bin ich Ihr ergebener _ Bechhoff (Sax -Bav.) . . ., 16. 3. 16. Sehr geehrter Alter Herr! Durch die K. C.-Blätter erfahren wir, daß wir bei derselben Division sind und so mache ich gerade meine Stepp - Visite bei Perl. Wir liegen nahe beieinander und es geht uns beiden tadellos. Mit bundesbrüderlichem Gruß Ihr W. Block. lBav.) Kartellbrüderlichen Gruß! I. Perl. (Sprev.) Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Ich bin nach Lemberg zu einem anatomischen Kurs kommandiert worden, unter besten Teilnehmern ich auch Kb. Paul Oppenheim (Lic.) gefunden habe. Der Tag fft zwar

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