KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 9 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 556 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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556 hier allgemein der Ansicht, daß es nicht ganz stimmt mit ihm. — Leider forderte dieser nicht endenwollende Krieg auch von uns K. C.ern weitere Opfer. Ich las Deinen dem August gewidmeten Nachruf: traurig der Fall, wie tausend andere. Hier draußen empfindet man alles nicht mehr so, wie wenn man noch gar nichts davon gesehen hat. Erzählen kann ich von mir noch nichts, außer den bösartig-lächerlichen Störungen der Gentlemen habe ich wenig erlebt. Als Telephonist bei elendem Wetter ein bischen spazieren „gelaufen", sonst nichts. Oder ist Wachestehen, Dreck schaufeln und Geschütze waschen auch heldenhaft? Nietzsche hat mal gesagt, daß „auch heldenhaft sei, eine schr schmutzige Arbeit zu tun" und erinnert dabei an das Stallmisten des Herakles. Und daß die Arbeiten teilweise sehr schmutzig waren, darfit Du nicht bezweifeln. Demnach wäre ich ein „Held"! Herzlichen Gruß! Dein Adolf Simons. Lieber Herr Kartellbruder! Für die prompte Zusendung der K. C.-Blätter meinen herzlichsten Dank. Todmüde kam ich gestern abend vom Stationsdienst nach Hause, aber beim Anblick der mir so lieb ge. wordenen K. C..Blätter war alle Müdigkeit im Nu ver. schwunden und mit, fast möchte ich sagen, wilder Hast warf ich mich auf die wohlbekannte Lektüre, die mich für wenige Stunden wieder, wenigstens in Gedanken, in trauten K. C er-Kreis und liebgewordene Musenstädte führte Kartellbrüderliche Grütze Ihr ergebener Curt Simons (Ghib., Rheno-Sil.). Lieber Alter Herr! Seit einer Woche hat man uns aus der guten, ausgebauten Stellung verlegt und müfien wir nun von neuem Geschütz- und Mannschastsunterstände bauen. Bor 14 Tagen war ich mit einem Jugendfreund bei Kb. Alsberg zu Besuch und hat er uns gastlich bewirtet. Abends schliefen wir beim Bürgermeister in weitzen Betten, für einen Fronfioldaten ein unglaublicher Luxus, den wir auch gebührend zu würdigen verstanden. Am andern Morgen ging es zum richttgen Friseur, der aus mir wieder einen halbwegs anständigen Menschen zu machen suchte. Zum Dank für die gastfreundliche Aufnahme schicke ich Dir eine Spende für die K. C.-Blätter, auf deren Erscheinen wir uns alle sehr freuen; ich sage wir, denn außer mir lesen S C er, L.C.er und B.C.er und andere Studiker mit Eifer unsere interesianten Artikel. Bon Alsberg hörte ich, daß W. Löwenthal, mein früherer X, in meiner Nähe läge und besuchte ich ihn am folgenden Tage. .Leider sind wir nun durch den Stellungswechsel wieder getrennt worden. In der Hoffnung, bald eine Antwort zu erhalten, verbleibe ich mit herzlichen Grützen Dein Julius Speyer (Bav.) Lieber Alexander! Bon der Zusammenkunft dreier K. C.er sendet Dir die besten Grütze Dein Julius Speyer. Herzlichen Grutz Dein Georg Matthias. Herzlichen Grutz Dein Max Mynd. Lieber Alex! Der heuttge Tag war für mich ganz besonders erfreulich, brachte er mir doch außer drei Liebespaketen die suche Nachricht, datz ich morgen aus der Protzenstellung unserer Batterie in die Feuerstellung käme, und gleichzeitig erhielt ich auch die so lange entbehrten K. C.-Blätter. Bei ihrer Lektüre fühlt man sich wie in eine andere Welt versetzt; man wird wieder einmal daran erinnert, datz es auch noch andere Tätigkeiten gibt, als Pferdepflegen, Reiten, Fahren, Schießen, Schippen, Auf. und Abladen. Bor meinem Auge steigen wieder die Gestalten all derer auf, mit denen ich die schönen Zeiten in Freiburg und in Bonn genofien habe. Jetzt sieht freilich das Leben anders aus. Es ist zum größten Teil von ganz mechanischer Tättgkeit aus. gefüllt, aber was hier wie dort der Arbeit erst Sinn und Inhalt verleiht, ist das gleiche: die eigene Leistungs. fähigkeit zu beweisen und zu steigern im Interesse einer großen Gesamtheit. Der Kampf hier gilt ja auch nicht zum kleinen Teile den Idealen des K. C, die wir bisher nur auf studentischem Boden zu vertreten Gelegen, heit hatten. Mir persönlich geht es hier ganz gut. Meine vielfachen Versuche, mit den in der Nähe befindlichen K. C.ern in Beziehung zu treten, werden hoffentlich bald zu einer Begegnung führen. Bis jetzt ist es nur zum Briefwechsel gekommen. Mit herzlichen Grützen! . _ Dein Erich Stern. Lieber Mainzer! Vielen Dank für die letzte Nummer der K. C.-Blätter. Datz nun schon so viele liebe Kartellbrüder ihr Leben haben lasten müssen, ist sehr schmerzlich. Ich sitze zurzeit als Alleinherrscher auf einem fast gänzlich zusammengeschostenen Gut, dem ich durch Einbau von Fenstern und Türen wieder An- und Aussehen verschaffte. Du siehst, ich komme nicht aus meinem Beruf heraus! Dir und allen Bundes- und Kartellbrüdern, sowie Deiner Familie viele Grütze von Deinem Richard Stich. 13./14. II. 16, 1 Uhr vormittags. Lieber Kurt! Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb und gedenken vor allem Deiner werten Person, die uns mal wieder die K. C.-Blätter beschert hat. Herzlichst Dein treuer Bundesbruder Otto Wallerstem lRh-Sil.). Obiges bestätigt mit kartellbrüderlichem Grutz Hermann Guthmann (Ghib.). Aus Raummangel mutzten einige bereits gesetzte Feldpostbriefe zurückgestellt werden. (Die Schriftleitung.) Akademische und Allgemeine Nachrichten. □IQ □O Akademischer Hilfsbund. Dem Jahresbericht des Vorstandes enmehmen wir, datz die Arbeiten des Bundes in erfreulicher Weise ihren Fortgang nehmen. Aus allen Kreisen wird seinen Bestrebungen das größte Jnterefie entgegengebracht. Besonderes Augenmerk richtete man auf die Gründung von Ortsausschüssen, die sich auch bereits in einer Anzahl großer Städte gebildet haben. Außerdem haben sich sämtliche Hoch, schulen bereit erklärt, Ortsausschüste zu gründen. Ueber die vom Akademischen Hilfsbund zur Förderung des Studiums kriegsbeschädigter Akademiker getanen Schritte haben wir bereits in der 7. Kriegsausgabe berichtet. Nunmehr hat der Bund sich an das Preußische Kultusministerium mit der Bitte gewandt, in ähnlicher Weise den „arbeitsverwendungsfähig" geschriebenen Studenten die Fortsetzung ihres Studiums zu ermöglichen, und zwar in der Weise, datz ihnen zunächst ein längerer Urlaub bewilligt werde. Das Kgl. Preußische Kultusministerium wird voraussichtlich diesem Antrag seine Zustimmung erteilen. — Es ist ferner eine Eingabe an den Kriegsminister gerichtet worden, in der gebeten wird, die bisherige Heer- und Wehrordnung, nach der eine Beförderung zum Offizier im Landsturmverhältnis ausgeschlossen ist, abzuändern und sie durch eine neue, den Zeitverhältnissen enfiprechende Verfügung zu ersetzen, die den Anschauungen aus-