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KC-Blätter · 1916-01-01 · Heft 9 (Januar 1916) · p. Seite 555

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 9 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 555 (sequence 13)
Language
German
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555 schöne Liebesgaben, sind wir doch alle der festen Ueberzeugung, daß Herr Joffre sich vergebens anstrengt, hier durchzukommen. Meine Batterie war immer ziemlich erfolgreich beteiligt, so daß sie mehrfach gelobt ivurde. So hielten wir an einenr Tage mit einem einzigen Geschütz aus offener Stellung durch flankieren, des Feuer mehrere feindliche Angriffe auf, trotz schwerster Artilleriebeschießung. Auch hier tut eben jeder seine Pflicht. Mit kartellbrüderlichen Grützen! Ihr Max Mendershausen (£ic.). (£...., den 5. 4.15. Lieber Kurt! Ein recht großes Vergttügen wurde mir dieser Tage insofern beschert, als ich die letzte Nummer der K. C.-Blätter erblicken konnte. Es war für mich eine „Oase in der Wüste", als ich endlich wieder etwas Genaueres über „reine Kartellbrüder hären konnte. Ich treffe hier mit zwei K. C.ern oft zusammen, mit Zweig und mit Philipp Roos. Der letztere ist sogar unser Kvlonnenarzt. Ich hatte ihn schon häufiger gesehen, ihn jedoch nicht erkannt. Nun erhielten ivir seit .kurzer Zeit Offiziersunterricht und mußten einen Lebenslauf abfassen, in dem ich natürlich erwähnte, daß ich Angehöriger des K. C. sei. Roos wohnt aber mit dem betreffenden Oberleutnant, der den Unterricht leitet, zusammen, er sah auch meinen Lebenslauf und ließ mich zu sich bestellen. So sind wir hier zu drei K. C.er und können schon eine Ortsgruppe bilden. — Ostern hatten wir hier Ruhetage. Im allgemeinen ist hinter der Front vom Kriege wenig zu merken. Da bei diesem Stellungskrieg die Eisenbahnen fast bis an die Front herankönnen, ist die Tätigkeit des Trains nur beschränkt, und infolgedeffen sind viele Kolonnen in andere Gegenden versetzt worden; wir blieben jedoch hier liegen und rücken von Zeit zu Zeit aus. An den andern Tagen werden die Soldaten mit Pflügen, Säen, Ausdreschen von Getreide und Wegebauarbeiten beschäftigt. Sämtliches Land ist schon bebaut und grünt bereits teilweise; die Wege sind bedeutend verbessert worden. — Wir Einjährigen haben mitunter noch Fußexerzieren und Reiten. Mir bekommt das Soldatenleben recht gut; ich sehe besser aus und ich fühle mich wohler als vorher. Man muß sich allerdings in nianches fügen, was nicht „standesgemäß" ist. Aber dafür ist nun einmal Krieg, und man tut es gerne. Es freut mich, daß von unfern Verbandsbrüdern schon eine solch stattliche Anzahl Offiziere sind und mit dem Eisernen Kreuz geschmückt wurden. Leider haben wir ja auch schwere Verluste zu beklagen. -- Wie geht es Dir denn? Schreibe mir einmal, wie es um Deine juristische, redaktionelle und kriegerische Laufbahn steht. Mit herzlichen Grüßen für Dich und Deine lieben Eltern verbleibe ich Dein Max Meyer (Rh-Sil.). Lieber Kartellbruder! Wir haben uns wieder mal in.... getroffen. Aus Freude darüber dem K. C. herzliche Griiße. Fritz(.Nelki (Sprev.) und Bernhardt (Lic.) Lieber Herr Kartellbruder! Gerade 1500 m über I sende ich allen K. C.ern herzliche Grüße. Fritz Nelki (Sprev.) . . ., 9. 2. 1916. Mein lieber Mainzer! Endlich tvieder ini Felde. Eir»e Infektion am rechten Arm mutzte ich noch vor meiner Abreise aus der Heimat verheimlichen, unt nicht die Aussichten, wieder ins Feld zu kommen, zu verlieren oder verschieben zu müssen. Und nun bin ich draußen, und die Infektion glücklich soweit gediehen, daß.Arm- und Schenkelumfang ungefähr gleich sind. Wir^liegen aber in Ruhestellung und der Truppenarzt muß<i eine Beschäftigung haben. Das Schreiben fällt mir schwer, und auf jeden Fall bleibe ich im Felde. Wir liegen. in einem kleinen Ruffendors an den Narewsümpfen, und ich teile mein Quartier (6 qm) mit etwa einer Million Ungeziefer. Bei einer solchen Majorität habe ich natürlich nicht mehr als „Au" zu sagen, wenn meine blutdürstigen Mitbewohner einen Angriff auf mich in meinem Strohlager machen. Eine Hängematte ist jedoch schon für mich unterwegs und ich will den lieben Tieren dann das Leben etwas sauer machen und ihnen die Trauben bezw. mich etwas höher hängen. Die Bewohner mit ihrer durch Schmutzanhäufung lederartig gewordenen Epidermis sind gegen Ungeziefer unempfindlich. Die Lust ist herrlich, die Stimmung vorzüglich und das ist die Hauptsache. Jeden Morgen begrüßen sich die russischen und deutschen Artilleriestellungen auf ihre Art. Der Rest des Tages verläuft ruhig. Ab und zu erscheint ein neugieriger russischer Flieger, um sich stolz „von oben herab" nach unserem Befinden zu erkundigen. Mit Freude,: sehe ich den, Erscheinen der nächsten K.C.-Zeitung entgegen, die ich gerade im Felde nicht gerne vermissen möchte. Mit herzlichen Grüßen Dein Plonsker. Lieber Alter Herr! Aus dem finstersten.will ich Dir dieses Mal meine Grüße senden. Wir haben eine schöne, aber anstrengende Zeit hinter uns. Immer hinter den weichenden Ruffen her, bis hier Wälder und Sümpfe uns Einhalt gebieten. — Für die regelmäßige Uebersendung der K. C -Blätter, die mich sehr interessieren und mich durch die Nachricht vom Tode so vieler lieber Bundesbrüder tief erschüttert haben, besten Dank. Mit den besten kartellorüderlichen Grüßen Dein Erwin Seligmann (Ghib.) Lieber Alter Herr! Beinahe hätte ich in Serbien einen Kartellbruder getroffen — doch sie konnten zusammen nicht kommen — der Schlamm war ihnen zu tief. So senden wir denn mit Hilfe eines „postillon cl'amour" unsere gemeinsamen Grüße und Neujahrsrvünsche. Dein Erwin Seligmann (Ghib.). Sehr verehrter Herr Kartellbruder! Erst der heutige Tag bringt mir diese Karte, die Neujahrswünsche kommen also verspätet, sind aber trotzdem auch von mir aus nicht minder herzlich. Biele Grütze _ Ernst Löser (Thur.). Lieber Mainzer! Welche Freude, mal wieder etwas vom K.C. zu hören. Der persönliche Briefverkehr ist beschränkt, und getroffen habe ich bisher nur einen Kb. anläßlich des Neujahrsfestes. Wir leben -hier derzeit sehr unruhige Tage. Artillerie und wir schießen mit aller Kraft, so daß alles um- und umgewühlt wird. Freundliche Grütze Dein Siegfried Simon (Biadr.-D.) . . 24. Nov. 1915. Lieber Alex! Durch die K. C.- Blätter wird n,an mal wieder ganz in den Kreis versetzt, den man so schmerzlich vermißt. — Es sollen ja in dieser manchmal so ungemütlichen Ecke viele K. C.er sein, aber getroffen habe ich in meiner fronen Zeit des Feldlebens nur einen: Beckhof, der bei einem Nachbarregiment Geschützfahrer ist. Wir haben uns oft getroffen, was sich um so leichter ermöglichen ließ, da die Batteriebeobachtung, bei der ich „tättg" bin, nur 5 Minuten von der Stellung des B.schen Geschützes entfernt war. Da saß man denn in - lusttgem „Kreise", eingerechnet als K. C.er die beiden Brüder vom dicken Leyens. Sie haben beide einen guten Teil des frohen Wesens vom Dicken abbekommen, sind außerdem ziemlich im K. C. eingelebt, so daß man ruhig von einem Kreise Gleichgesinnter reden kann. Manchmal leichte Störungen vom „bösen Feind", der hier immer noch versucht, „Krieg zu machen". Trotz des Drecks und Wassers! Man ist

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