KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 8 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- Seite 516 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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516 Ereignisse, die Verflechtung in einzelnen Personen gegründeter Zufälligkeit und der unabwendbar scheinenden Notwendigkeit! Rechtsanwalt HansBlock (Licariae), Hannover. Mitteleuropa. Bon Friedrich Naumann. Berlin ISIS. Verlag von Gustav Reimer. Unter der gesamten bisher erschienenen Kriegsliteratur dürste dieses Werk an erster Stelle stehen. Begeistert, zugleich aber auch geistvoll entwirft der Verfasser sein Ideal eines Mitteleuropa's nach dem Kriege. Mit Idealismus geschrieben, stellt es doch keine unerfüllbaren Forderungen auf. Wohl jedem Deutschen hat sich schon oft die Frage aufgedrängt, ob das Verhältnis zu Oesterreich-Ungarn auch nach dem Kriege wieder das gleiche wie vor dein Kriege, insbesondere in wirtschaftlichen Beziehungen, sein soll. Naumann greift nun alle diese Gedanken auf und weist in beredter, geistvoller Weise Wege zur Ueberwindung der Hemmungen und Widerstände, die einein engeren Zusammenschluß der Zentralmächte entgegenstehen. Er ist hierbei von einer großen Offenheit, insbesondere weiß er in der liebenswürdigsten Form aufdie heikelsten Differenzpunkte, die hierbei zu überwinden sein werden, hinzuweisen. Es sei z. B. erwähnt, wie er offen und frei über die Ansichten spricht, die in den Heeren der Zentralmächte hüben und drüben in militärischer Hinsicht zu Mißhelligkeiten geführt haben. Aber gerade durch diese Offenheit wird nach seiner Ansicht, und dem dürfte zuzustimmen sein, die gegenseitige Annäherung nur gefördert. Bei dem Umfange des Werkes ist es nicht möglich, auch nur annährend eine nähere Inhaltsangabe zu &u$ unserer Zeldpoft-Vriefmappe.*) G. K. Lieber Alex! Bei einem Feldgottesdienst anläßlich des Chanuckafestes treffe ich unfern lieben A. H. Bier. Wir sitzen gemütlich bei einem Glase Bier zusammen. Herzlichen Gruß! Dein Joseph Altmann. Herzliche Grüße! Dein Julius Bier. Lieber Max! Heute mußt Du Dich mit einem kurzen Kartengruß begnügen, den ich im Anschluß an eine schlichte nette Chanuckafeier Dir sende. Bei dieser traf ich zufällig den K. C.er Röttgen, mit dem ich jetzt bei einem Glase Münchener sitze. Ich trinke einen kräftigen Schluck auf Dein Speziellstes. Herzlichst Dein Max Auerbach. Sehr geehrter Herr Kb.! Schon wieder hatte ich die große Freude, einen K.C.er zu treffen. Herzliche Grüße _Ihr Walter Röttgen. Lieber Alter Herr! Für die Zusendung der K. C.- Blätter sage ich Dir meinen herzlichsten Dank. Die Lektüre unserer Zeitung bringt eine wunderbare Ab. ivechslung in das eintönige Höhlenleben eines Geschützführers einer Feldhaubitzbatterie. Man tritt wieder zu so vielen Freunden in Beziehung, die man vernachlässigt hat, man wird an allerlei angenehme Pflichten erinnert, die man scheinbar bei dem ewigen Einerlei vergeffen hat. Mit bundesbrüderlichen Grüßen Dein Richard Auerbach. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Schmerzlich berührte es mich, unter der Liste der Gefallenen Erich Friedländer zu finden. Er war der erste K. C.er, der mir im Felde begegnete. Nach dem Gottesdienst am *j Aus Raummangel mutzte dieses Mal wieder, eine ganz besonders große Anzahl bereits gesetzter Feldpostbriese zurückgestellt werden. <Die Schriftleitung.) machen. Namnann geht von den Folgen des gemeinsamen Krieges aus, um auf die zukünfttge gemeinschaftliche Wirtschaftspolitik der Zentralmächte zu sprechen zu kommen und Richtlinien für einen wirtschaftlichen Zusammenschluß aufzustellen. Die Leser der K. C.- Blätter dürste nun vor allen Naumanns Stellung zu den mitteleuropäischen Juden interessieren. Er weist da zunächst darauf hin, daß die Juden in dem Sprachenstaate Oesterreich-Ungarn von jeher durch ihre Kenntnis der deutschen Sprache ein unentbehrliches Berbindungsmittel im Handelsverkehr gewesen sind. Er führt ferner aus, daß durch die vielen Nattonalitäien in Oesterreich-Ungarn die Juden auch politisch eine verschiedenartige Stellung einnehmen, daß sie sich sogar teilweise in Anlehnung an den Zionismus als selbständige Nationalität betrachten. Naumann glaubt aber und dieser Ansicht dürste beizutrelen sein, daß beim zukünftigen Mitteleuropa die Judenfrage in Oesterreich-Ungarn mehr Sozialfrage als eine Frage der Nattonalität sein wird. Bezüglich der Juden im deutschen Reich führt er mit Recht aus, daß sie als Konfeffion gelten und gelten wollen und das Gewicht darauf legen, das zu sein. Vor allen spricht Naumann den Wunsch aus, daß nach dem Kriege mit dem Antisemitismus endlich Schluß gemacht wird. Wir können dieses Buch nur auf das wärmste empfehlen. Man kann es wohl ohne Uebertreibung das Beste nennen, was während des Krieges an Literatur geboten wurde. Affeffor vr. Curt Graf, Leipzig. Versöhnungstage in M. . . . hatten wir uns durch den K. C.-Pfiff als Verbandsbrüder entdeckt. Wir plauderten dann vergnügt auf der Rückfahrt nach S. . . . und planten, uns gegenseitig zu besuchen, da unsere Stellungen nicht weit auseinander waren. Wer hätte wohl daran gedacht, daß die Zeilen, die wir im Zuge gemeinsam an die Redaktion der K. C.-Blätter schrieben, unter der Rubrik „Letzte Grüße" erscheinen würden. Mir geht's noch gut. Mit einem märchenhaften Dusel bin ich aus der letzten großen Offensive noch einmal heil herausgekommen. Neulich war ich einmal eine halbe Stunde in französischer Gefangenschaft. Durch einen kecken Handstreich eines Kameraden, der mit ein paar Infanteristen die Franzosen, die uns bewachten, überrumpelte, wurde ich wieder befreit.? Kartellbrüderliche Grüße! Felix Cahn. Lieber Mainzer! Mir geht es wie immer noch gut. Wir haben in 144 Marschtagen über 400 Kilometer zurückgelegt und hatten dabei 121 Gefechtstage. Mein Aufenthalt war während dieser Zeit dauernd bei der Sanitätskompagnie. Es war mir eine außerordentliche Befriedigung, den Frischverletzten oft schon nach einer Stunde die zerschossenen und zerbrochenen Kiefer wieder zusammenschienen zu können und den Dank der Patienten zu ernten. Ich möchte diese Zeit nicht entbehren, und es ist wohl eine ziemliche Ausnahme, daß ein Zahnarzt so an der Front beschäftigt ist. Seit zwei Monaten liegen wir'fest, und damit beginnt für mich die sonstige zahnärztliche Tätigkeit. Da ich für das ganze Korps die Behandlungen übertragen bekam, bin ich reichlich beschäftigt. Im Monat November hatte ich etwa 1000 Konsultationen, darunter über 500 neue Zugänge. Man kommt jedenfalls nicht aus der Uebung. Herzliche Grüße für Dich und Deine liebe Familie Dein Elkan. . . ., 30. Nov. 1915. Lieber Alexander! Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, wie sehr auch ich