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KC-Blätter · 1915-09-01 · Heft 7 (September 1915) · p. Seite 488

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 7 (September 1915)
Date
1915-09-01
Page
Seite 488 (sequence 26)
Language
German
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488 hre Begründung eingegeben hat. Letzten Endes hat sie uns nicht geschadet. Auch wir dursten singen: „Das Haus ist verfallen, Was hats d'rum für Not, Der Geist lebt in uns allen Und unsere Burg ist Gott." Die Arbeit, die die alten Badenen niederlegen mutzten, nahmen auf der Stelle die jungen Bavaren wieder aus, und heute wie damals werden, wenn die Tapferkeit der deutschen Heere, darunter auch unserer Brüder, dem Vaterlande ruhmreichen Frieden erkämpft haben werden, wieder die orangenen Mützen durch Heidelbergs Gassen stolzen Hauptes getragen und auch der alte Name wird, so hoffen wir, in nicht zu ferner Zeit wieder über dem stolzen Bau, den der K. C.-Gedanke in Heidelberg sich errichtet hat, schweben. Allein zurück zum Thema! Auch nach seinem Abschied vom Studentenleben gab Oppenheimer seine Pläne nicht auf. Als ich im Sommersemester 1893 nach Berlin kam, war sein erstes, die Vorbereitungen zur Schaffung einer Kartellverbindung in Berlin aufzunehmen. Zwar gelang es, eine Anzahl gesinnungsverwandter Berliner- Studenten ausfindig zu machen, darunter auch unseren späteren Bundesbruder Walter Friedemann, allein die Ungunst der Jahreszeit und die Kürze des Semesters ließen es vor meinem Weggang nicht mehr zur Gründung kommen. Aber Oppenheimer lietz in seinen Bemühungen nicht nach. Als im Herbst 1894 die Badenen Ballin und Löwenstein nach Berlin kamen, konnte Oppenheimer aussühren, was er so lange geplant und vorbereitet hatte, und in der neu gegründeten Sprevia eine größere Anzahl tüchtiger junger Kräfte vereinen. Jahrelang hat er dann als treuer Berater der Sprevia kaum auf einem Konvent gefehlt. Zu den der Sprevia bei der Gründung Beigetretenen gehörte u. a. auch Alfred Klee. Mit ihm kam Ballin im Sommersemester 1895 nach Heidelberg zurück, um dort die Leitung der Verbindung zu übernehmen. Am Ende des Semesters wurde unter Ballins Leitung in jubelnder Begeisterung und im Schmucke der Couleur das 5. Stiftungsfest in Anwesenheit aller Bundesbrüder und der Vertretungen der Breslauer und Berliner Kartellverbindungen gefeiert und zugleich auf Oppenheüners Antrag durch Beschluß des Festkonvents der Auftakt gegeben für die zu Beginn des Wintersemesters 1895 vorzunehmende Gründung einer Münchener Kartellverbindung. Ballin und Klee unternahmen es, gemeinschaftlich mit den in München weilenden inaktiven Badenen Karl Frensdorff und dem früheren Badenen Heilbronner, die Münchener Verbindung zu gründen, und Ballin wurde der erste Präside der'neugegründeten „Licaria". Nachdem so das ursprüngliche, nur Viadrina und Badenia umfassende Kartell auf vier Verbindungen sich erweitert hatte, konnte zur Konstituierung eines Verbandes geschritten werden, der als solcher die Ziele wirksamer vertreten konnte, die bisher nur von den einzelnen Verbindungen an ihren Universitäten betätigt wurden. Wiederum ging die Anregung zur Konstituierung des Verbandes von Heidelberg aus, wenn auch wohl, soweit ich mich entsinne, formell der Antrag auf Klees Betreiben von der Münchener Tochterverbindung gestellt wurde. Das 10. Stiftungsfest der Viadrina gab den glanzvollen äußeren Rahmen dazu, obzwar gerade die Viadrina der Gründung des Verbandes Bedenken und Widerspruch entgegensetzte. Welche Kräftigung aus der Konstituierung des Verbandes auch die einzelnen Verbindungen, vor allem aber unsere Bestrebungen erfahren haben, bedarf hier keiner Darlegung. Die Möglichkeiten des organisatorischen Weiterbaues studentischer Verbindungen sind für jede einzelne zu dieser Arbeit bereite Verbindung begrenzt. Das Mitgliedermaterial jeder Verbindung pflegt sich erfahrungsgemäß aus bestimmten Landesteilen zu rekrutieren und dadurch pflegt auch der Kreis der Universitäten einigermaßen bestimmt und umgrenzt zu sein, in denen sich die Mitglieder einer Korporation im allgemeinen aufzuhalten pflegen. Von ganz vereinzelten und seltenen Ausnahmen abgesehen, studierten damals von Heidelberg weggehende Badenen meist in Berlin, Breslau, München. Erst das Sommer-Semester 1897 sah auch in der zweiten badischen Musenstadt Freiburg einen Badenen, Ludwig Haas, studieren. Sofort schritt er, dem organisatorischen Antrieb folgend, der in Heidelberg gegeben wurde, zur Gründung einerneuen K. C.-Verbindung. Die „Friburgia" trat ins Leben. Daß sie, die unter besonders schwierigen Verhältnissen arbeitete, schon nach wenigen Jahren genau wie die Badenia als Opfer der antisemitischen Hetze der Suspension verfiel, tut dem Verdienst ihrer Gründer um so weniger Eintrag, als auch die Friburgia durch die Umgestaltung der früheren W. G. V. Ghibellinia, ihre Aufnahme in den K. C. und ihre Vereinigung mit dem A H. V. der Friburgia ihre Wiederaufrichtung und Weiterentwicklung erleben durfte. Seit einer Reihe von Jahren ist, vielleicht mit einer gewissen Geflissentlichkeit, die Gründung des K. C. ausschließlich als ein Verdienst der Gründer der ältesten K. C.-Verbindung Viadrina- Breslau den jüngeren Semestern dargesteüt worden. Niemanden wird es ferner liegen als mir, das ungeheure Verdienst verkleinern zu wollen, das die charaktervollen Gründer der

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